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Johann Sebastian Mitternacht

deutscher Theologe, Rhetoriker, Pädagoge, Dramatiker und Barockdichter

Johann Sebastian Mitternacht (* 30. März 1613 in Hardisleben; † 25. Juli 1679 in Zeitz) war ein deutscher Theologe, Rhetoriker, Pädagoge, Dramatiker und Barockdichter.

LebenBearbeiten

Als evangelischer Pastorensohn wurde Mitternacht bis zum 17. Lebensjahr im Elternhause erzogen und besuchte anschließend die Naumburger Stadtschule. Nach dem Abitur 1633 immatrikulierte er sich als Theologe in Jena und am 9. Juli 1634 in Wittenberg, wo er unter August Buchner am 5. April 1636 den philosophischen Magistertitel erwarb. Mit Privatunterricht verdiente er sich ein Auskommen, bis er 1638 in Teutleben sein erstes Pastorat erhielt.

1642 wurde er zum Rektor seiner ehemaligen Schule in Naumburg bestellt. 1646 wurde ihm das Rektorat des berühmten humanistischen Gymnasiums Rutheneum in Gera übertragen, und hier konnte er sich der Pflege des Schuldramas widmen. Er verfasste nicht weniger als 15 Dramen, die bedeutenden Einfluss auf Christian Weise ausübten.

Nebenher verfasste er theologische Streitschriften, rhetorische und pädagogische Textbücher. Unter dem Beinamen „Der Erfreuliche“ war er ab 1654 Mitglied der Deutschgesinnten Genossenschaft. 1667 wurde er zum Hofprediger des Herzogs Moritz von Sachsen-Zeitz berufen. Kurz vor seinem Tode 1679 wurde er noch zum Poeta laureatus gekrönt. Einige geistliche Lieder sind von ihm im Gothaer Gesangbuch erschienen, welches später mehrfach aufgelegt wurde.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Newes Gebet-Buch, Salza 1640
  • Vertrawliches Gespräch zwischen vier Päpstischen Scribenten, Leipzig 1653
  • Paedia. Das ist: Unvorgreiffliches … Bedencken von der Erziehung und Underweisung der Kinder, Leipzig 1657
  • Gründliche Wider- und Niderlegung des Schefflerischen Abgottes, Leipzig 1666

Werkausgabe:

  • Dramen 1662–1667, hrsg. von Marianne Kaiser, Tübingen 1972

LiteraturBearbeiten

  • L. u.: Mitternacht, Johann Sebastian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 22, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 34.
  • Thomas Diecks: Mitternacht, Johann Sebastian. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 586 f. (Digitalisat).
  • Gerhard Dünnhaupt: Johann Sebastian Mitternacht (1613-1679). In: Personalbibliographien zu den Drucken des Barock. Band 4. Hiersemann, Stuttgart 1990, ISBN 3-7772-9122-6, S. 2751–2806 (Werk- und Literaturverzeichnis)
  • Marianne Kaiser: Mitternacht - Zeidler - Christian Weise. Das protestantische Schultheater. Göttingen 1972
  • Norbert Sorg: Restauration und Rebellion. Die deutschen Dramen Johann Sebastian Mitternachts. Hochschulverlag, Freiburg im Breisgau 1980, ISBN 3-8107-2019-4
  • Fritz Wirth: Johann Sebastian Mitternacht. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte der Provinz Sachsen und des Freistaats Anhalt, 28 (1932), S. 86–106
  • Walther Killy (Hg.): Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache (15 Bände). Gütersloh, München: Bertelsmann-Lexikon-Verl., 1988–1991 (CD-ROM: Berlin 1998, ISBN 3-932544-13-7)

WeblinksBearbeiten