Johann Schnabel

evangelischer Theologe und Reformator

Johann Schnabel (* ?; † 27. Dezember 1546 in Selb) war ein evangelischer Theologe und Reformator.

LebenBearbeiten

Nachrichten über Schnabels Frühzeit fehlen. Es wird berichtet, dass er aus der Gegend von Ansbach stammt. Namentlich wird er zuerst genannt, als ihn Markgraf Georg 1528 zum Prediger am Spital in Kulmbach berief. Im folgenden Jahr wird er bereits als Superintendent bezeichnet und führt in dieser Eigenschaft die Visitation „auf dem Gebirg“ durch. Für die Ordnung der Gemeinden setzte er sich mit großem Eifer und mit Tatkraft ein. Auf diese Weise schafft er in den ländlichen Gemeinden geordnete Verhältnisse.

Durch seine Beharrlichkeit setzte er sich trotz bestehender Schwierigkeiten überall durch. Bei der Visitation wurde gleich die Brandenburg-Nürnbergische Kirchenordnung eingeführt. Unterstützt haben ihn bei dieser Arbeit Ludwig Agricola, Simon Schneeweiß und Valentin Wanner. Trotz beengter Verhältnisse und kärglichem Einkommen blieb Schnabel unentwegt bei der Arbeit und setzte in seinem Bereich die Reformation überall durch. Infolge höfischer Intrigen wurde er aus Kulmbach verdrängt. Nun zog er sich nach Selb zurück, wo er auch sein Leben beschloss.

LiteraturBearbeiten

  • A. W. Heckel: Beispiele des Guten aus der Geschichte der Stadt Kulmbach. Kulmbach 1885
  • Wilhelm Gussmann: Quellen und Forschungen zur Geschichte des Augsburgischen Glaubensbekenntnisses, Bd. 1–2. Seite 333, Olms, Hildesheim 2005, ISBN 3-487-12886-1 (unveränderter Nachdruck der Ausg. Leipzig 1911).
  • Theodor von Kolde: Zur Geschichte der Ordination und der Kirchenzucht. In: Theologische Studien und Kritiken, Bd. 67 (1894), Seite 217–234.
  • Hermann Jordan: Reformation und gelehrte Bildung in Ansbach und Bayreuth, Bd. 1–2. Deichert, Erlangen 1917/22.