Hauptmenü öffnen

Johann Friedrich Eberhard Böhmer

deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer

Johann Friedrich Eberhard Böhmer (* 9. April 1753 in Göttingen; † 25. August 1828 ebenda) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität Göttingen.

Leben und WirkenBearbeiten

Johann Friedrich Eberhard Böhmer war der Sohn des Göttinger Juraprofessors Georg Ludwig Böhmer und der Henriette Elisabeth Philippine Mejer (1734–1796) sowie Enkel von Justus Henning Böhmer und Bruder des späteren Jakobiners Georg Wilhelm Böhmer sowie des Johann Franz Wilhelm Böhmer, des ersten Ehemanns von Caroline Schelling Er studierte in der Tradition der Familie Böhmer/Boehmer an der Universität Göttingen ebenfalls Rechtswissenschaften und schloss dieses Studium 1779 mit seiner Dissertation ab, woraufhin ihm sein Vater persönlich, Primarius und Ordinarius der juristischen Fakultät, die Doktorwürde erteilte.

Am 21. Januar 1780 wurde Böhmer zum ordentlichen Beisitzer der juristischen Fakultät und zugleich mit seinem Bruder Justus Ludwig Bechtold Böhmer (1755–1821) und seinem Schwager Georg Jacob Friedrich Meister zum außerordentlichen Beisitzer des Spruchkollegiums ernannt. Im Jahr 1782 wurde er zunächst als außerordentlicher und zwei Jahre später als ordentlicher Professor der Rechte übernommen. Böhmer übte diese Tätigkeit bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1820 aus und war zwischenzeitlich im Jahre 1797 noch zum ordentlichen Beisitzer des Spruchkollegiums der Universität ernannt worden.

Je eine Silhouette von Johann Friedrich Eberhard Böhmer und seinem Vater ist zu finden in den „Göttingen Silhouetten“, einer vermutlich 1790 fertiggestellten Sammlung von 50 tuschgezeichneten Tafeln mit Porträts von Professoren und Angehörigen der Universität Göttingen.[1]

Boehmer war verheiratet mit Dorothea Elisabeth Busse (1760–1803), mit der er die Tochter Rosalia Louisa Amalia (1801–1886) bekam, die später den Herzberger Superintendenten Johann Friedrich Starke heiratete.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • De Iure Occupandi Statuendique De Bonis Exstincti Ordinis Iesuitarum: Maxime Ex Formula Pacis Osnabrugensis, Dissertatio Inauguralis, Dieterich 1779 (digitalisat)
  • De iure episcoporum innovandi fundationes ecclesiasticas: Commentatio academica, Dieterich, 1784 (digitalisat)
  • Abhandlung über die gesetzmäßige Besitznehmung der Jesuitengüter nach Erlöschung ihres Ordens, Frankfurt, Leipzig 1781
  • Verzeichniß der von dem weiland Herrn Professor Friedrich Böhmer nachgelassenen, größtentheils juristischen Bibliothek: welche, nebst andern in einem Anhange verzeichneten Werken aus allen Theilen der Wissenschaften ... 1829 ... öffentlich versteigert werden soll, Göttingen 1828

Literatur und QuellenBearbeiten

  • U. Hüne: Johann Friedrich Eberhard Böhmer. In: Neuer Nekrolog der Deutschen 1830, Zweiter Teil, S. 668–669 digitalisat
  • Heinrich Wilhelm Rotermund: Das Gelehrte Hannover oder Lexikon von Schriftstellern und Schriftstellerinnen, gelehrten Geschäftsmännern und Künstlern, die seit der Reformation in und außerhalb der sämtlichen zum Königreich Hannover gehörigen Provinzen gelebt haben und noch leben, aus den glaubwürdigsten Schriftstellern zusammengetragen. 2 Bde., Bremen 1823, Bd. 1, S. 211. (digitalisat)
  • Hans-Thorald Michaelis: Geschichte der Familie von Boehmer – In Fortführung der von Hugo Erich von Boehmer im Jahre 1892 verfassten Genealogie der von Justus Henning Boehmer abstammenden Familien Boehmer und von Boehmer sowie auch einiger der mit ihnen verschwägerten Familien. Rheinische Verlagsanstalt, Bonn-Bad Godesberg 1978

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bernd Achenbach: Das „Gelehrte Göttingen“ schwarz auf weiß. Ein unbekanntes Silhouettenalbum aus der Lichtenbergzeit und etwas zum Frontispiz dieses Jahrbuchs, 2005, pdf 93 kB [1] (PDF; 102 kB)