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Johann August Bruckmann

Architekt, Geologe, Wasserbauingenieur, Autor, Erfinder, württembergischer Baubeamter

Johann August Bruckmann (* 29. Februar 1776 in Heilbronn; † 25. April 1835 in Ulm; auch Johann August von Bruckmann) war ein deutscher Architekt, Geologe, Landbaumeister, Wasserbauingenieur, Sachbuchautor und Erfinder sowie ein Entwickler, später gemeinsam mit seinem Sohn August Eduard Bruckmann, von Bohrverfahren in Verbindung mit der Erschließung und Entwicklung der artesischen Brunnen.[1]

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ab 1790 wurde er an der Preußischen Bauakademie in Berlin zum Baumeister ausgebildet. Anschließend kehrte er nach Südwestdeutschland zurück, wo er 1803 eine Stelle als Landbaumeister fand. 1813 wurde er in Reutlingen zum Kreisbaurat ernannt. In dieser Stellung war er für den Bau oder Umbau zahlreicher Gebäude verantwortlich. Gesundheitlich angeschlagen bat er 1822 um seine Entlassung. Wieder genesen, geht die Einführung artesischer Brunnen in Württemberg 1827 auf ihn zurück. 1833 berief man ihn als Kreisbaurat nach Ulm in den aktiven Staatsdienst zurück, jedoch erkrankte er alsbald neuerlich und verstarb 1835.[2]

Im Hof- und Staats-Handbuch von 1815 wird er mit Johann August von Bruckmann, Landbaumeister der Landvogtei am obern und mittlern Neckar, zitiert.

Arbeiten und EntwürfeBearbeiten

Artesische BrunnenBearbeiten

Bruckmann hat in Heilbronn zehn Bohrbrunnen angelegt. 1827 bohrte er die ersten beiden Brunnen für die Papierfabrik der Gebrüder Rauch sowie einen dritten für die Bleichanstalt in Heilbronn. 1828 folgte ein vierter Brunnen für die Papierfabrik von Gustav Schaeuffelen, 1829 ein Brunnen für die Flachsspinnerei Cotta & Co. Weitere Brunnen für die Papierfabrik Schäuffelen und die städtischen Mahlmühlen schlossen sich an.[6] Zu anderen Bohrungen gibt er in eigener Quelle zwei in Erlangen, zwei in Nürnberg und eine in Crailsheim an.[7]

FamilieBearbeiten

Bruckmann wurde 1776 als Sohn des Heilbronner Silberschmieds Johann Dietrich Bruckmann (1736–1807) und dessen Frau Johanna Susanne geborene Drauz sowie als älterer Bruder des späteren Unternehmers Georg Peter Bruckmann geboren.

Zu seinen Kindern gehörten der spätere Künstler Alexander Bruckmann und der spätere Architekt August Eduard Bruckmann (1810–1884).

VeröffentlichungenBearbeiten

  • 1833: Gemeinsam mit August Eduard Bruckmann: Vollständige Anleitung zur Anlage, Fertigung und neueren Nutzanwendung der gebohrten oder sogenannten Artesischen Brunnen: Grösstentheils auf eigene Erfahrung gegründet für die praktische Ausführung bearbeitet. J. D. Classische Buchhandlung, Heilbronn am Neckar 1833. 382 S.[8] Zweite Auflage 1833

AuszeichnungenBearbeiten

  • Große goldene Ehrenmedaille, verliehen vom württembergischen König
  • Goldene Ehrenmedaille der Societé d’encouragement pour l’industrie nationale 1831
  • vor 1833: Träger des Königlichen Civil-Ordens

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. J. A. Bruckmann und A. E. Bruckmann: Vollständige Anleitung zur Anlage, Fertigung und neueren Nutzanwendung der gebohrten oder sogenannten Artesischen Brunnen. J. D. Classische Buchhandlung, Heilbronn 1833. 405 S. u. a. S. 341, abgerufen am 29. Juni 2013
  2. Neuer Nekrolog der Deutschen. Dreizehnter Jahrgang 1835. Erster Theil. Bernh. Fr. Voigt, Weimar 1837, 608 S. S. 432 und 433, abgerufen am 29. Juni 2013
  3. Denkmalpflege in Baden-Württemberg 3/2009, S. 187, (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.denkmalpflege-bw.de (PDF; 4,8 MB), abgerufen am 29. Juni 2013
  4. S. 28, abgerufen am 29. Juni 2013
  5. Bauwelt 18/2007@1@2Vorlage:Toter Link/www.bauwelt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 565 kB), abgerufen am 29. Juni 2013
  6. Bruckmann: Vollständige Anleitung, S. 26–63.
  7. S. 931-938 - Digitalisat, abgerufen am 29. Juni 2013
  8. Auflage 1833 - Digitalisat, abgerufen am 29. Juni 2013