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Johan Ramstedt

schwedischer Politiker und Ministerpräsident

Studium und berufliche LaufbahnBearbeiten

Der Sohn eines Kleiderfabrikanten absolvierte von 1869 bis 1873 ein Studium des Verwaltungsrechts an der Universität Uppsala. Anschließend wurde er Hospitant am Svea hovrätt in Stockholm. Dort stieg er 1880 zum Stellvertretenden Fiskal auf, 1882 zum beigeordneten und 1884 zum ordentlichen Richter.

Daneben war er von 1876 bis 1877 Assessor in der Kanzlei der Zweiten Reichstagskammer sowie von 1877 bis 1882 in der Kanzlei der Ersten Kammer. 1892 wechselte er als Justiziar in das Justizministerium, in dem er von 1896 bis 1898 als Direktor ranghöchster Beamter war. 1898 wurde er zum Richter am Obersten Gericht (justitieråd) berufen.

Politische LaufbahnBearbeiten

Minister und Ministerpräsident 1905Bearbeiten

Am 5. Juli 1902 wurde er von Ministerpräsident Erik Gustaf Boström zum Minister ohne Geschäftsbereich berufen. Als solcher war er im Dezember 1904 für fünfzehn Tage amtierender Außenminister.

Nach dem Rücktritt von Boström infolge der Unionskrise zwischen Schweden und Norwegen wurde Ramstedt am 13. April 1905 von Oskar II. zum Ministerpräsidenten berufen. Seine vorrangigste Aufgabe war die Beilegung der Unionskrise. Zusammen mit Kronprinz Gustav entwickelte er einen Plan, der das Ausscheiden Norwegens aus der seit dem Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 bestehenden Staatsunion ohne Berücksichtigung der Interessen der Norweger und ihres Parlamentes vorsah. Zu diesem Plan kam es jedoch nicht mehr, da das Storting bereits am 7. Juni 1905 für das Ausscheiden aus der Union mit Schweden stimmte. Der von Ramstedts Regierung daraufhin dem Reichstag unterbreitete Vorschlag, über den Trennungsprozess in Verhandlungen einzutreten, fand keine Mehrheit. Der Geheime Ausschuss unter Vorsitz von Christian Lundeberg, Fraktionschef der Protektionisten, lehnte das Ansinnen der Regierung ab.

Dieses führte am 2. August 1905 zum Rücktritt der Regierung Ramstedt, dem ersten geschlossenen Rücktritt einer schwedischen Regierung seit 1809. Ramstedts Nachfolger wurde Lundeberg.

Spätere ÄmterBearbeiten

Lundeberg setzte Ramstedt daraufhin wieder in sein altes Amt als Oberster Richter ein. 1909 wurde er dann von Ministerpräsident Arvid Lindman zum Richter am neu geschaffenen Obersten Verwaltungsgerichts (regeringsrätten) ernannt. 1912 wurde er schließlich von Ministerpräsident Karl Staaff zum Obersten Gouverneur (överståthållare) der Provinz Stockholm berufen. Dieses Amt übte er bis zum Ruhestand 1920 aus.

LiteraturBearbeiten

  • Johan Ramstedt. In: Herman Hofberg, Frithiof Heurlin, Viktor Millqvist, Olof Rubenson (Hrsg.): Svenskt biografiskt handlexikon. 2. Auflage. Band 2: L–Z, samt Supplement. Albert Bonniers Verlag, Stockholm 1906, S. 812 (schwedisch, runeberg.org).

Weblinks und HintergrundliteraturBearbeiten

  Commons: Johan Ramstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien