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Joanne Reid Biathlon
Voller Name Joanne Firesteel Reid
Verband Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 28. Juni 1992 (25 Jahre)
Geburtsort Madison, Vereinigte Staaten
Karriere
Beruf Studentin
Verein Colorado Biathlon Club
Trainer Jonne Kähkönen, Jean Paquet
Aufnahme in den
Nationalkader
2016
Debüt im Europacup/IBU-Cup 2016
Debüt im Weltcup 2016
Status aktiv
Medaillenspiegel
USM-Medaillen 0 × Gold 5 × Silber 0 × Bronze
Logo des US Ski Teams US-Meisterschaften
0Silber0 2016 Fort Kent Sprint
0Silber0 2016 Fort Kent Verfolgung
0Silber0 2016 Fort Kent Massenstart
0Silber0 2017 Jericho Sprint
0Silber0 2017 Jericho Verfolgung
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 84. (2016/17)
letzte Änderung: 1. Februar 2018

Joanne Firesteel Reid (* 28. Juni 1992 in Madison, Wisconsin) ist eine US-amerikanische Biathletin und ehemalige Skilangläuferin.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Joanne Reid wuchs in Palo Alto, Kalifornien auf und lebt seit 2010 in Boulder, Colorado. Sie ist die Tochter der ehemaligen Eisschnellläuferin Beth Heiden und Russell Reid. Reid hatte drei Geschwister: ihre älteren Brüder Garrett und Carl sowie ihre ältere Schwester Susan Elizabeth, die jedoch im Alter von 19 Tagen an Problemen an Herz, Leber und Nieren verstarb.[1] Ihr Onkel ist der Eisschnellläufer und Olympiasieger Eric Heiden. [2] Sie studiert Angewandte Mathematik und Maschinenbau an der University of Colorado Boulder.

WerdegangBearbeiten

Langlauf (2009 bis 2015)Bearbeiten

Joanne Reid startete zunächst im Skilanglauf und begann ihre internationale Karriere bei einem Wettbewerb in West Yellowstone am 25. November 2009 im Rahmen der US Super Tour 2009/10, wo sie den 21. Platz belegte. Im Januar 2010 nahm sie erstmals an den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2010 in Hinterzarten teil, wo sie zunächst die Qualifikation im Sprint Freistil mit Platz 44 nicht überstand, dann jedoch im Verfolgungsrennen über die 10 Kilometer einen 18. Platz und in der 4x3,3 km-Staffel zusammen mit Sophie Caldwell, Caitlin Patterson und Jessica Diggins den achten Platz belegte. Im Jahr darauf startete sie erneut bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2011, diesmal in Otepää, und wurde 36. über die fünf Kilometer, 24. über die zehn Kilometer sowie Siebte mit der amerikanischen Mannschaft. Bis 2015 gelang es ihr, insgesamt acht FIS-Rennen zu gewinnen. Bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2015 in Almaty belegte sie Platz 25 über die 10 km Freistil sowie Platz 22 über die 15 km Skiathlon. 2015 startete sie zudem erstmals im Slavic Cup und im Alpencup.

Anfänge im Biathlon und Herzrhythmusstörungen (2016 und 2017)Bearbeiten

Zur Saison 2015/16 wechselte Reid zum Biathlon. Zuerst beim zweitklassigen IBU-Cup im tschechischen Nové Město na Moravě, dann bei den Weltcups in Ruhpolding, Antholz und Canmore. Sie erreichte jedoch in keinem Einzelrennen die Punkteränge. In Ruhpolding und Antholz war sie zudem Teil der US-amerikanischen Damenstaffel, die den 16. und 17. Platz belegte.

Im folgenden Winter stand sie von Anfang der Saison an im Aufgebot der US-amerikanischen Mannschaft für den Weltcup und erreichte beim Einzelrennen im schwedischen Östersund mit Platz 29 ihr bisher bestes Ergebnis sowie ihre ersten Weltcuppunkte. Im Februar 2017 nahm sie an ihren ersten Biathlonweltmeisterschaften teil.

Nachdem Reid beim vorletzten Weltcup der Saison im finnischen Kontiolahti während eines Wettkampfes beinahe ohnmächtig wurde, wurde bei ihr eine krampfartige Supraventrikuläre Tachykardie festgestellt. Sie liess sich deshalb im August und im Oktober 2018 im Massachusetts General Hospital erfolgreich behandeln und konnte nach einer zweiwöchigen Erholungsphase wieder in vollem Umfang trainieren.[1]

Erste Olympiateilnahme (ab 2017)Bearbeiten

Im Winter 2017/18 musste sich Reid über Ausscheidungswettkämpfe, den Nor-Am-Cup sowie den IBU-Cup sowohl für die Weltcupmannschaft als auch für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang qualifizieren. Erst im Januar 2018 nahm sie an Wettkämpfen im IBU-Cup in Brezno und am Arber teil und wurde kurz darauf für Olympia nominiert. Nach dem Einzelwettkampf am Arber nahmen sie und Emily Dreissigacker nicht mehr am Sprint teil, sondern wurden gemeinsam mit Susan Dunklee und Clare Egan für die Weltcupstaffel in Ruhpolding aufgestellt. Bei den Olympischen Spielen war sie zunächst nur für die Teilnahme am Sprint vorgesehen. Mit sieben Schießfehlern wurde Joanne Reid auf Rang 86 als Vorletzte gewertet und verfehlte ebenso wie Susan Dunklee und Clare Egan die Qualifikation für die Teilnahme am Verfolgungsrennen. Am 15. Februar ersetzte sie die erkrankte Maddie Phaneuf, mit der sie sich in Pyeongchang ein Zimmer teilte, im Einzelrennen über 15 km.[3] Mit nur einem Schiessfehler platzierte sie sich als 22. nur drei Plätze hinter der bestplatzierten US-Amerikanerin Susan Dunklee.

TriviaBearbeiten

Joanne Reids erstes Biathlongewehr stammte von ihrem Großvater. Dieser kaufte sich, kurz bevor bei ihm die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde, eine alte Waffe von Anschütz. Nach der Diagnose vermachte er das Gewehr zuerst seiner Tochter Beth, die es wiederum an ihre Tochter Joanne weitergab, da diese die einzige Langläuferin mit Wettkampfambitionen in der Familie war. Dieses Gewehr nannte Joanne Reid „forget-me-not“ (englisch für Vergißmeinnicht)[1] und verwendete es in ihren ersten internationalen Rennen im IBU-Cup und im Weltcup 2015/16. Seit dem Winter 2016/17 besitzt Reid ein neues Gewehr, das sie „Tunkasila“ nennt. Dieses Wort stammt aus der Sprache der Lakota und bedeutet „Großvater“ bzw. „Großer Geist“ und soll an ihren Großvater erinnern, der sich aufgrund seiner Erkrankung heute weder an sein Gewehr noch an seine Enkeltochter erinnern kann.[4] Den Schaft ihres Gewehres fertigte Reid selbst an, dieser ist auf der einen Seite mit den Staatsblumen der US-amerikanischen Staaten Wisconsin, Colorado und Kalifornien, auf der anderen Seite mit dem Bildnis einer nackten Frau verziert.[1]

“Lady Fortune – the mistress of biathlon. [..] In a sport full of ups and downs, dependent on both skill and luck, chance is a part of our lives. Without Fortune’s favor, we cannot succeed, and she is a fickle mistress indeed.”

Fortuna – Die Herrin des Biathlon. In einem Sport voller Höhen und Tiefen, in dem es sowohl auf Geschick als auch auf Glück ankommt, ist der Zufall Teil des Lebens. Ohne die Gunst Fortunas kann man nicht erfolgreich sein, aber sie ist eine sehr launische Zeitgenossin.“

Joanne Reid: Porträt auf nbcolympics.com[1]

Joanne Reid wurde nach dem „Firesteel River“ in Michigan benannt, ihr voller Name lautet Joanne Firesteel Reid.

StatistikenBearbeiten

WeltcupplatzierungenBearbeiten

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed-Staffel
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz  
2. Platz  
3. Platz  
Top 10 1 1
Punkteränge 1 1 1 9 12
Starts 4 11 5   9 29
Stand: Saisonende 1. Februar 2018

WeltcupwertungenBearbeiten

Ergebnisse bei Biathlon-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem

Saison Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Gesamt
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2015/16
2016/17 56. 12 80. 6 82. 3 84. 21

WeltmeisterschaftenBearbeiten

Ergebnisse bei Biathlon-Weltmeisterschaften

Weltmeisterschaft Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Mixed-Staffel
Jahr Ort
2017 Osterreich  Hochfilzen 56. 49. 38. 14.

Olympische WinterspieleBearbeiten

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Sprint Verfolgung Einzel Massenstart Damenstaffel Mixedstaffel
Olympische Winterspiele 2018   | Korea Sud  Pyeongchang 86. 22. 13. 15.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Heiden olympic legacy lives on with Joanne Reid auf nbcolympic.com, abgerufen am 16. Februar 2018
  2. Success in CU Buff Joanne Reid's DNA auf buffzone.com, abgerufen am 2. Februar 2017
  3. jfiresteel auf instagram.com, abgerufen am 16. Februar 2018
  4. Joanne Firesteel Reid U.S. Biathlete (About Rifle) auf jfiresteel.wixsite.com, abgerufen am 16. Mai 2017