Joachim Schoss

deutscher Unternehmer und Stifter

Joachim Schoss (* 31. März 1963 in Essen) ist ein deutscher Unternehmer und Stifter.[1][2]

LebenBearbeiten

Joachim Schoss studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg.[1] Von 1986 bis 1990 war er als Unternehmensberater für Gruber, Titze & Partner tätig.[3] Anschließend war er von 1990 bis 1998 Mitgründer, CEO und beim Verkauf Mehrheitsgesellschafter der TellSell Consulting GmbH in Frankfurt. 1992 war er zusätzlich Mitgründer des Call-Centers Telcare, das 1997 mit 350 Mitarbeitern an den US-Marktführer Sykes Enterprises verkauft wurde. Im Jahr 1998 gründete er zusammen mit Arndt Kwiatkowski und der Depfa-Bank zunächst ImmobilienScout24 in Berlin und im September mit einem Investment des Metro-Gründers Otto Beisheim die Scout24-Gruppe. Im Jahr 2000 wurde er zum CEO der Muttergesellschaft Beisheim Holding Schweiz AG berufen, in die er seine Anteile an Scout24 einbrachte und an der er anschließend 30 % hielt.[4] Das Amt als CEO von Scout24 übergab er an Christian Mangstl und blieb Verwaltungsratspräsident von Scout24 bis zum Verkauf an die Deutsche Telekom im Jahr 2003.

Im November 2002 wurde Joachim Schoss Opfer eines schweren Verkehrsunfalls in Südafrika, als sein Motorrad von dem betrunkenen Fahrer eines Golfs gerammt wurde.[2] Bei dem Unfall verlor er seinen rechten Arm sowie sein rechtes Bein und überlebte nur knapp, entgegen den Prognosen der Ärzte, unter anderem durch die Zuführung von 60 Liter Blutkonserven. 2004 rief er die Stiftung MyHandicap ins Leben, die als gemeinnützige Organisation ein Internetportal für Behinderte betreibt. Die Idee zur Gründung der Stiftung entstand im Zuge der Rehabilitation, da es damals kein Informationsportal für Behinderte gab.

Er ist Verwaltungsrat der Neuen Zürcher Zeitung, der Goldbach Group und der Globalance-Bank, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Gesellschafter des Bankhauses Herzogpark und weiterer Startups.[5]

Joachim Schoss wohnt in der Nähe von Zürich. Er ist in zweiter Ehe verheiratet und hat sechs Kinder.

AuszeichnungenBearbeiten

Im Februar 2002 wurde er vom Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz zum „Business Angel des Jahres“ gewählt.[3] 2010 wurde ihm die Arosa Humorschaufel verliehen. Im Jahr 2011 belegte Joachim Schoss bei der Wahl zum „Gründer des Jahrzehnts“ von gruenderszene.de den 6. Platz.[6] Bundeskanzlerin Angela Merkel berief Joachim Schoss 2012 in ein achtköpfiges Beratergremium zur Stärkung der deutschen Internetszene.[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Lisa Becker: Die Chance auf ein zweites Leben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 12. April 2010, abgerufen am 24. September 2015.
  2. a b Oliver Stock: Joachim Schoss: Der Mann mit den zwei Seiten. In: Handelsblatt. 7. Dezember 2007, abgerufen am 28. Oktober 2015.
  3. a b Tobias Kollmann (Hrsg.): E-Venture Management, Gabler Verlag, Wiesbaden 2003, S. XXIX.
  4. Joachim Schoss. In: gruenderszene.de. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  5. Joachim Schoss. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 17. September 2015; abgerufen am 2. November 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.herzogpark.eu
  6. Joel Kaczmarek: Gründer des Jahrzehnts – Das sagt die Jury. In: gruenderszene.de. 21. September 2011, abgerufen am 28. Oktober 2015.
  7. Nora-Vanessa Wohlert: Merkel und die wilden Acht. In: gruenderszene.de. 5. Juni 2012, abgerufen am 28. Oktober 2015.