Jim Carrey

kanadischer Komiker und Schauspieler

James Eugene „Jim“ Carrey (* 17. Januar 1962 in Newmarket, Ontario) ist ein kanadisch-US-amerikanischer Komiker, Filmschauspieler und Maler. Seit der Filmkomödie Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv von 1994 ist Carrey einer der erfolgreichsten Comedians in Hollywood. Für seine schauspielerischen Leistungen in Die Truman-Show (1998) und Der Mondmann (1999) gewann er jeweils einen Golden Globe Award.

Jim Carrey (2010)

KarriereBearbeiten

Jim Carrey wurde als jüngstes Kind von Percy und Kathleen Carrey geboren und hat drei ältere Geschwister. Sein Vater war frankokanadischer Herkunft (der Familienname lautete ursprünglich Carré), während seine Mutter aus einer Familie mit schottischen und irischen Wurzeln stammte. Die Familie war römisch-katholischer Konfession und lebte während Carreys Kindheit in verschiedenen Vororten und Stadtteilen von Toronto.[1][2]

Als Carrey im Teenager-Alter war, verlor sein Vater seine Arbeit, woraufhin die Familie obdachlos wurde und längere Zeit gezwungen war, in einem Wohnmobil zu leben. Zeitweise musste Carrey mit seinem Bruder zu Zweit ein Zelt bewohnen. Um die Familie finanziell zu unterstützen, nahmen die Söhne Jobs als Hausmeister und Sicherheitsmänner an, in denen sie oftmals viele Überstunden machen mussten. Bereits in der Schule galt Carrey, dessen Vorbild Jerry Lewis ist, als Klassenclown und brachte seine Mitschüler mit regelmäßigen Auftritten zum Lachen. Im Alter von zehn Jahren bewarb er sich bei der Carol-Burnett-Show. Mit 15 Jahren stand Carrey als Stand-up-Komiker auf den Bühnen verschiedener Comedy-Clubs in Toronto. 1978 brach er aus finanziellen Gründen seine Schulausbildung ab und zog nach Los Angeles, um Schauspieler zu werden. Schon kurz darauf war er ein festes Ensemble-Mitglied in Mitzi Shore’s Comedy Store und übernahm auch kleinere Nebenrollen in Filmen.[3]

Seinen Durchbruch als Komiker hatte Carrey 1982, als er bei einer Tournee des Entertainers Rodney Dangerfield im Vorprogramm auftrat. Im gleichen Jahr bekam er seine eigene TV-Show The Duck Factory. 1985 gab er in Einmal beißen bitte sein Leinwanddebüt und wirkte 1986 in Francis Ford Coppolas Peggy Sue hat geheiratet mit. 1987 spielte Carrey seine erste Hauptrolle als sexhungriger Außerirdischer in der Komödie Zebo, der Dritte aus der Sternenmitte, die 1989 in die Kinos kam. In dem Thriller Dirty Harry V – Das Todesspiel verkörpert Jim Carrey an der Seite von Clint Eastwood in einer kleinen Nebenrolle einen drogenabhängigen Rocksänger, der den Guns n’ Roses-Song Welcome to the Jungle singt. Ab 1990 war er in der Sitcom In Living Color zu sehen.

Weltweit bekannt wurde Carrey 1994 durch die Titelrolle in der Slapstick-Komödie Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv. Der Film fiel bei den Kritikern durch und brachte Carrey eine Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechtester Neu-Star ein, kam beim Publikum jedoch gut an und spielte mehr als 72 Millionen Dollar ein. Carrey wurde nach diesem Erfolg noch im gleichen Jahr in zwei weiteren Hauptrollen besetzt: Sowohl Die Maske als auch Dumm und Dümmer wurden zu Erfolgen, ebenso die Fortsetzung Ace Ventura – Jetzt wird’s wild im Folgejahr. Die drei Filme spielten in den Vereinigten Staaten jeweils über 100 Millionen Dollar ein und bescherten Carrey zahlreiche Auszeichnungen (unter anderem Komödienstar des Jahres 1995, People’s Choice Award), was ihm den Ruf eines „neuen Jerry Lewis“ einbrachte. Carreys ausgeprägte Gestik und Mimik sowie seine Stimmenimitationen wurden zu seinen Markenzeichen.

In der erfolgreichen Comic-Verfilmung Batman Forever wirkte Carrey in der Rolle des Schurken Riddler mit. Er konnte nun höhere Gagen als bisher fordern. 1996 erhielt er für Cable Guy 20 Millionen Dollar, allerdings blieb der Film finanziell hinter den Erwartungen zurück. 1997 verbuchte Carrey wieder einen großen Erfolg mit Der Dummschwätzer, welcher über 300 Millionen Dollar einspielte und ihm eine Nominierung für den Golden Globe als bester Komödiant einbrachte.

In Peter Weirs Drama Die Truman Show spielte Carrey seine erste tragikomische Rolle. Der Film handelt von einem Mann, der seit seiner Geburt ohne sein Wissen die Hauptrolle in einer Fernsehserie spielt. Dieser Film war nicht nur an den Kinokassen erfolgreich, sondern brachte Carrey Kritikerlob ein. Auch in seinem nächsten Projekt Der Mondmann zeigte er sich 1999 von seiner ernsthaften Seite und stellte Andy Kaufman dar, einen in den USA sowohl verehrten als auch umstrittenen Komiker. Für Die Truman Show und Der Mondmann wurde Carrey jeweils mit dem Golden Globe für die beste Darstellung in einem Drama beziehungsweise einer Komödie ausgezeichnet, womit er sich als ernstzunehmender Schauspieler etabliert hatte.

Carrey spielte ab dem Jahr 2000 in mehreren finanziell erfolgreichen Slapstick-Komödien wie Ich, beide & sie (2000), Der Grinch (2000), Bruce Allmächtig (2003), Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse (2004) und Dick und Jane (2005) die Hauptrolle. Daneben wirkte er aber auch in Filmen wie The Majestic (2001), Vergiss mein nicht! (2004) und Number 23 (2007) mit, die von seiner gängigen Rollenbesetzung abwichen. Vergiss mein nicht! wurde von den Kritikern gelobt und gewann den Europäischen Filmpreis als bester nicht-europäischer Film sowie den Oscar für das beste Drehbuch. Ursprünglich war er auch für die Rolle des Captain Jack Sparrow in der Pirates of the Caribbean-Reihe vorgesehen, welche letztlich aber an Johnny Depp vergeben wurde.[4]

2008 lieh Jim Carrey der Titelfigur im Animationsfilm Horton hört ein Hu! seine Stimme und spielte die Hauptrolle in Der Ja-Sager.

Ende des Jahres 2009 kam eine Neuinterpretation des Klassikers Eine Weihnachtsgeschichte durch Regisseur Robert Zemeckis, Disneys Eine Weihnachtsgeschichte, in die Kinos. Bei diesem Film lieh Carrey seine Stimme dem mürrischen Scrooge und zweien der drei Weihnachtsgeister.

Im Jahr 2011 spielte Carrey gemeinsam mit sechs Eselspinguinen die Hauptrolle in Mr. Poppers Pinguine. Im November 2014 erschien Dumm und Dümmehr, die Fortsetzung von Dumm und Dümmer.

Auf George Martins 1998 erschienenem Beatles-Tributealbum In My Life sang er den Titel I Am The Walrus.

Seit Oktober 2020 spielt Carrey Joe Biden, den amerikanischen Präsidenten, in Saturday Night Live.[5] In den Jahren 2020 und 2022 wirkte Carrey als Dr. Ivo Robotnik in der Konsolenspieladaption Sonic the Hedgehog mit.

Sein deutscher Synchronsprecher ist meist Stefan Fredrich.

Politische ÄußerungenBearbeiten

Seit etwa 2009 äußert sich Jim Carrey ablehnend gegenüber Impfungen, Herstellern von Impfstoffen und medizinischen Verbänden.[6] Er rief zum Widerstand auf.[7] Carrey suggerierte, dass Impfungen Autismus auslösten und relativierte seine Aussagen auf Kritik.[8] In der COVID-19-Pandemie verhöhnte er mit einem Social-Media-Video eine Rede Donald Trumps.[9]

PrivatlebenBearbeiten

Carrey war von 1987 bis 1995 mit Melissa Womer verheiratet, aus dieser Ehe stammt eine 1987 geborene Tochter, Jane Carrey. Von 1996 bis 1997 war er mit der Schauspielerin Lauren Holly, seinem Co-Star aus Dumm und Dümmer, verheiratet. Während der Dreharbeiten zu Ich, beide & sie (1999) war Carrey mit seiner Filmpartnerin Renée Zellweger liiert. 2004 bekam er zusätzlich die amerikanische Staatsbürgerschaft. Von 2005 bis März 2010 lebte Carrey mit dem Model Jenny McCarthy zusammen. Anfang April 2010 gab Carrey auf Twitter bekannt, dass man sich nach fünf Jahren in aller Freundschaft getrennt habe.[10][11]

Am 24. August 2011 sorgte Carrey mit einer Videobotschaft an die Schauspielerin Emma Stone für Aufsehen, in der er ihr seine Liebe gesteht.[12][13] Zu Spekulationen, ob dies ernst gemeint sei oder bloß kalkulierte Satire, äußerte sich Carrey selbst nicht.

Von 2012 bis 2015 war Carrey in einer On-Off-Beziehung mit der Visagistin Cathriona White (* 14. September 1985; † 28. September 2015). Vier Tage vor dem Suizid der Irin in Los Angeles trennte sich das Paar, wobei er gegen ein Ende der Beziehung gewesen sein soll. White litt unter Depressionen und soll bereits nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 2012 versucht haben, sich das Leben zu nehmen.[14]

Im August 2017 veröffentlichte Carrey auf dem Videoportal Vimeo den sechsminütigen Film I Needed Color, in dem er sich als „besessenen“ Maler vorstellt: „I had become so obsessed that there was nowhere to move in my home.“ Der aufwändige Film zeigt Carrey bei der Arbeit im Atelier und viele seiner Werke. Im Off-Kommentar erklärt Carrey, was am Malen für ihn wichtig ist.[15][16]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

Auszeichnungen/Nominierungen (Auswahl)Bearbeiten

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[17]
Cuban Pete
  UK 31 21.01.1995 (3 Wo.)
Golden Globe Award
  • 1995: Nominierung: Beste Leistung eines Schauspielers in einem Kinofilm – Musical/Komödie – für Die Maske
  • 1998: Nominierung: Beste Leistung eines Schauspielers in einem Kinofilm – Musical/Komödie – für Der Dummschwätzer
  • 1999: Gewinn: Beste Leistung eines Schauspielers in einem Kinofilm – Drama – für Die Truman Show
  • 2000: Gewinn: Beste Leistung eines Schauspielers in einem Kinofilm – Musical/Komödie – für Der Mondmann
  • 2001: Nominierung: Beste Leistung eines Schauspielers in einem Kinofilm – Musical/Komödie – für Der Grinch
  • 2005: Nominierung: Beste Leistung eines Schauspielers in einem Kinofilm – Musical/Komödie – für Vergiss mein nicht!
  • 2018: Nominierung: Beste Leistung eines Schauspielers in einer Fernsehserie – Komödie – für Kidding
Goldene Himbeere
MTV Movie Awards

BibliografieBearbeiten

DokumentarfilmeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Jim Carrey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Knelman: Carrey: The Joker Is Wild Firefly Books, Buffalo 2000, ISBN 1-55209-535-5, S. 8f.
  2. Carrey (ethnicelebs.com) ethnicelebs.com. Abgerufen am 19. August 2022 (englisch)
  3. Von Armut in der Kindheit zum Hollywood-Ruhm stern.de, 17. Januar 2022.
  4. Cinema: Hintergrundartikel Voll von der Rolle: Hollywoods Besetzungskarussel Ausgabe 02/11, S. 80.
  5. Jim Carrey to Play Joe Biden on Season 46 of ‘SNL’; Show Adds 3 to Cast. In: TheWrap. 16. September 2020, abgerufen am 26. Oktober 2020 (amerikanisches Englisch).
  6. Drew Millard: Jim Carrey hetzt schon seit 2009 gegen Impfungen. In: Vice. 2. Juli 2015, abgerufen am 18. Dezember 2021.
  7. ‘Ich lasse mich nicht stechen!’ Diese Stars verweigern Impfungen. In: MSN. Abgerufen am 18. Dezember 2021.
  8. ulz/hei: Jim Carrey kritisiert Impfungen: Immun gegen Argumente. In: Der Spiegel. 2. Juli 2015, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. Dezember 2021]).
  9. Corona USA: Jim Carrey imitiert Hustenanfall zu Trumps Rede. In: DIE WELT. 17. Mai 2020 (welt.de [abgerufen am 18. Dezember 2021]).
  10. Ex-Playmate adé: Jim Carrey gibt Trennung via Twitter bekannt, Spiegel Online vom 7. April 2010
  11. Nachricht der Trennung auf Carrey’s Twitter-Account vom 6. April 2010
  12. Carrey an Emma Stone: Verschossen in die Sommersprossen, Spiegel Online vom 25. August 2011
  13. Jim Carrey’s Message to Emma Stone (Memento des Originals vom 23. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jimcarreytrulife.com vom 24. August 2011
  14. Jim Carrey – diesen traurigen Abschiedsbrief hinterließ ihm seine Ex-Freundin Der Stern, vom 7. Juli 2016
  15. Lange war Jim Carrey in der Versenkung verschwunden. Jetzt gibt es ein Lebenszeichen. Er ist Maler geworden. Aus Liebeskummer., Süddeutsche Zeitung vom 11. August 2017
  16. Jim Carrey: I Needed Color www.vimeo.com, abgerufen am 27. August 2017 (englisch)
  17. Chartquellen: UK