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Jerischke (niedersorbisch Jarješk) ist ein Ortsteil der Gemeinde Neiße-Malxetal im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße. Der Ort wurde am 31. Dezember 2001 eingemeindet und war vorher eine eigenständige Gemeinde.

Jerischke
Koordinaten: 51° 36′ 58″ N, 14° 42′ 57″ O
Höhe: 119 m ü. NN
Fläche: 33,83 km²
Einwohner: 147 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 4 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 03159
Vorwahl: 035600
Jerischke (Brandenburg)
Jerischke

Lage von Jerischke in Brandenburg

Inhaltsverzeichnis

Lage und ErreichbarkeitBearbeiten

Jerischke liegt in der Niederlausitz ungefähr sechs Kilometer östlich von Döbern. Benachbarte Orte sind Raden im Norden, Bahren im Nordosten, Zelz im Osten, das in Polen liegende Żarki Wielkie und der Gemeindeteil Pusack im Südosten, das zur Stadt Bad Muskau in Sachsen gehörende Köbeln im Süden, Jämlitz im Südwesten, Döbern im Westen sowie Preschen im Nordwesten.

Durch den Ort führt die Kreisstraße 7101 von Döbern zur Anschlussstelle Bademeusel an der Bundesautobahn 15. Östlich von Jerischke fließt die Lausitzer Neiße, die die Grenze zu Polen bildet.

Südlich des Dorfes befindet sich der Zschornoer Wald. Zwischen 1972 und 1990 befand sich in diesem Gebiet der Bombenwurf- und Erdschießplatz 31 Jerischke des Flugplatzes Preschen, wodurch heute in diesem Gebiet eine hohe Belastung von Munitionsresten und Blindgängern gegeben ist.[2][3]

GeschichteBearbeiten

Erstmals 1532 unter dem Namen Jerischkow in Urkunden erwähnt, bildet Jerischke heute mit seinen Teilen Teichhäuser (Gaty), Pusack (Pusak), Zelz (Selc) und Bahren (Bóryń) den flächenmäßig größten Ortsteil der Gemeinde Neiße-Malxetal.[4]

Der Ortsname stammt aus dem Sorbischen und bedeutet „Siedlung bei einem kleinen Graben“.[5]

Nach dem Wiener Kongress kam Jerischke mit der gesamten Niederlausitz an das Königreich Preußen. Dort lag der Ort im Amtsbezirk Preschen im Landkreis Sorau (Lausitz). Danach lag Jerischke bis 1952 im Landkreis Spremberg (Lausitz). Am 25. Juli 1952 wurde Jerischke dem neu gebildeten Kreis Forst im Bezirk Cottbus zugeteilt und lag nach der Wende im Landkreis Forst in Brandenburg. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam Jerischke zum neu gebildeten Landkreis Spree-Neiße und wurde am 31. Dezember 2001 mit den bis dahin ebenfalls eigenständigen Gemeinden Groß Kölzig, Klein Kölzig, Preschen und Jocksdorf zur neuen Gemeinde Neiße-Malxetal zusammengeschlossen.[6]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Jerischke von 1875 bis 2000[7]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 187 1939 174 1981 203
1890 177 1946 280 1985 171
1910 171 1950 278 1989 160
1925 179 1964 220 1995 143
1933 179 1971 205 2000 169

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Jerischke steht ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert mit einem an das Grundstück angebundenen Park.

 
Blick auf den Weinberg

WeinbergBearbeiten

Am Rande des Ortes gibt es einen etwa zwei Hektar großen Weinberg Marbachs Wolfshügel.[8] Angebaut werden die Rebsorten Regent, Spätburgunder, Riesling, Johanniter.[9][10]

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fakten und Zahlen. In: amt-doebern-land.de. Amt Döbern-Land, abgerufen am 22. Februar 2019.
  2. Matthias Matern: Naturerbe verschenkt. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 18. Juni 2012, abgerufen am 16. August 2017.
  3. Bombenwurf- und Erdschießplatz 31. Abgerufen am 19. Januar 2017.
  4. Neiße-Malxetal. In: amt-doebern-land.de. Abgerufen am 4. April 2015.
  5. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, 2005, S. 83. (bei Google Books)
  6. Jerischke in der Datenbank des Vereins für Computergenealogie. Abgerufen am 8. April 2017.
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Spree-Neiße. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 8. April 2017.
  8. [1] Zeitungsbericht über die erste Weinlese seit langem, in Lausitzer Rundschau aufgerufen am 17. April 2015
  9. [2] Netzwerk Weinbau im Land Brandenburg Jerischke, aufgerufen am 17. April 2015
  10. [3] Informationen zum Weinberg, aufgerufen am 21. April 2015