Hauptmenü öffnen

Jens Stoltenberg

norwegischer Politiker, Generalsekretär der NATO
Jens Stoltenberg (2011) Jens Stoltenberg signature.svg

Jens Stoltenberg (* 16. März 1959 in Oslo) ist ein norwegischer Politiker der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Er war zweimal norwegischer Ministerpräsident, von März 2000 bis Oktober 2001 (Regierung Stoltenberg I) und erneut von 2005 bis 2013 (Regierung Stoltenberg II). Am 28. März 2014 wurde er mit Wirkung zum 1. Oktober 2014 zum NATO-Generalsekretär berufen.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Herkunft und AusbildungBearbeiten

Jens Stoltenberg ist ein Sohn der norwegischen Politiker Thorvald Stoltenberg und Karin Stoltenberg (geb. Heiberg). Von 1961 bis 1964 lebte er in Serbien, da sein Vater dort in der norwegischen Botschaft in Jugoslawien als Diplomat tätig war.[1] Nach dem Besuch der Rudolf-Steiner-Schule[2] und der angesehenen Osloer Katedralskole[2] studierte er bis 1987 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oslo.[3] 1979 bis 1981 arbeitete er in Teilzeit als Journalist beim norwegischen Arbeiderbladet.[4]

Politische LaufbahnBearbeiten

 
Stoltenberg während der 53. MSC 2017

Von 1979 bis 1989 war Stoltenberg Vorstandsmitglied der Jugendorganisation der Arbeiterpartei Arbeidernes Ungdomsfylking (AUF) und von 1985 bis 1989 deren Vorsitzender sowie Vizepräsident der Sozialistischen Jugendinternationale (IUSY). Ab 1985 war er zudem Vorstandsmitglied der Arbeiterpartei und von 1990 bis 1992 Vorsitzender der Arbeiterpartei Oslo.[4] Außerdem arbeitete er von 1990 bis 1992 als Staatssekretär in einer Verteidigungskommission mit, deren Aufgabe es war, sich mit der Rolle des norwegischen Militärs nach Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion auseinanderzusetzen.[5][6] Als sogenannter Vararepresentant vertrat er ab 1991 Bjørn Tore Godal im norwegischen Parlament – genannt Storting – und wurde so von 1991 bis 1993 Mitglied im Sozialausschuss. Erst bei den Parlamentswahlen 1993 wurde er dann für die Arbeiterpartei zum festen Abgeordneten des norwegischen Parlaments gewählt. Von 1997 bis 2000 leitete er als Vorsitzender den Erdöl- und Energieausschuss.[4]

Seit 1990 war Stoltenberg wiederholt Mitglied der norwegischen Regierung, zunächst bis 1991 als Staatssekretär im Umweltschutzministerium, von 1993 bis 1996 als Wirtschafts- und Energieminister, dann bis 1997 als Finanzminister.[3]

Im März 2000 wurde Stoltenberg durch eine Vertrauensfrage zum Ministerpräsidenten.[7] Im November 2002 löste er Thorbjørn Jagland als Vorsitzenden der Arbeiterpartei ab. Mit der Wahlniederlage der Sozialdemokraten bei der Wahl 2001 verlor er sein Regierungsamt. Für die Wahl 2005 zum Storting war er wieder Spitzenkandidat seiner Partei. Gestützt auf eine rot-rot-grüne Koalition wurde er am 17. Oktober 2005 als Nachfolger von Kjell Magne Bondevik erneut Ministerpräsident. Seinen Wahlsieg von 2005 wiederholte er bei der Wahl 2009, als die Sozialdemokraten mit 35,4 Prozent der Stimmen wieder stärkste Kraft wurden.

In Stoltenbergs Regierungszeit fielen die Anschläge in Norwegen 2011.[2]

Bei der Wahl 2013 blieb die Arbeiterpartei unter Stoltenbergs Führung zwar die stärkste Fraktion im Storting, doch erhielt die bisherige Koalition insgesamt nicht genügend Mandate, um weiter die Regierung bilden zu können. Sie wurde am 16. Oktober 2013 durch die bürgerliche Regierung Solberg abgelöst. Stoltenberg führte danach die Fraktion der Sozialdemokraten im Storting.

Am 28. März 2014 bestimmte der Nordatlantikrat Stoltenberg zum neuen NATO-Generalsekretär.[8][9] Am 14. Juni 2014 wurde Jonas Gahr Støre zu seinem Nachfolger als Parteivorsitzender gewählt. Am 1. Oktober 2014 übernahm Stoltenberg das Amt des Dänen Anders Fogh Rasmussen.[8]

Vom 11. bis 14. Juni 2015 nahm er an der 63. Bilderberg-Konferenz in Telfs-Buchen in Österreich teil.

PrivatlebenBearbeiten

Stoltenberg ist seit 1987 mit der Diplomatin Ingrid Schulerud verheiratet und hat zwei Kinder.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jens Stoltenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jens Stoltenberg om barneskoletiden: - Jeg kunne ikke lese eller skrive. Abgerufen am 23. Februar 2019 (norwegisch).
  2. a b c Erziehungskunst – Waldorfpädagogik heute: Neuer NATO-Generalsekretär mit Waldorfhintergrund. Abgerufen am 22. August 2018.
  3. a b NATO: Jens Stoltenberg, NATO Secretary General 2014. NATO, 2016, abgerufen am 23. August 2018 (englisch).
  4. a b c Stoltenberg, Jens. In: stortinget.no. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  5. Forsvarskommisjonen av 1990 - Utvalg - Forvaltningsdatabasen - NSD. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  6. NTB: SV vil foreslå ny forsvarskommisjon. 12. August 2018, abgerufen am 23. Februar 2019 (norwegisch Bokmål).
  7. Kjell Magne Bondevik's First Government. Statsministerens kontor, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  8. a b Appointment of Secretary General designate. NATO, 28. März 2014, abgerufen am 4. Oktober 2014 (englisch, Pressemitteilung).
  9. Norweger Jens Stoltenberg zum Nato-Chef ernannt. In: Spiegel Online. 28. März 2014, abgerufen am 4. Oktober 2014.
VorgängerAmtNachfolger

Kjell Magne Bondevik
Kjell Magne Bondevik
Ministerpräsident von Norwegen
2000–2001
2005–2013

Kjell Magne Bondevik
Erna Solberg