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Jassenskoje (russisch Ясеньское, deutsch (Groß) Kuglack, litauisch Kaukalaukis) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Slawinskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Slawinsk (Goldbach)) im Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau).

Siedlung
Jassenskoje/(Groß) Kuglack
Ясеньское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gwardeisk
Gegründet 1459
Frühere Namen Kucklauck (um 1540),
Kuicklawck (nach 1540),
Kucklaucken (nach 1565),
Groß Kuglacken (vor 1820),
Groß Kuglack (bis 1928),
Kuglack (1928–1946)
Bevölkerung 87 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40159
Postleitzahl 238222
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 206 819 005
Geographische Lage
Koordinaten 54° 43′ N, 21° 5′ OKoordinaten: 54° 43′ 15″ N, 21° 5′ 6″ O
Jassenskoje (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Jassenskoje (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Jassenskoje liegt an der russischen Fernstraße R 512 und ist acht Kilometer von der heutigen Rajonshauptstadt Gwardeisk (Tapiau) und 15 Kilometer von der einstigen Kreisstadt Snamensk (Wehlau) entfernt. Bis 1945 war der Ort Bahnstation an der Bahnstrecke Tapiau–Labiau (russisch: Gwardeisk–Polessk) der Wehlau–Friedländer Kreisbahnen, die heute nicht mehr betrieben wird.

GeschichteBearbeiten

Der bis 1928 Groß Kuglack und bis 1946 Kuglack genannte Gutsort[2] wurde im Jahre 1459 gegründet. Auf eine frühere Besiedlung wiesen zwei prußische Burgwälle in der Nähe hin[3]. 1459 wurde das Kuglacker Land vom Hochmeister des Deutschen Ordens, Ludwig von Erlichshausen, dem Landkämmerer in Kremitten (heute russisch: Losowoje) verschrieben.

Im Jahre 1694 wurde der Geheime Rat Otto von Viereck (1634–1717) aus Mecklenburg Besitzer des Gutes in Groß Kuglack. 1717 erbte der Geheime Kriegsrat Wilhelm von Viereck († 1735) den Besitz. Er galt als Bauherr des Gutshauses. Bis 1869 wechselten die Eigentümer sehr häufig, bis Eugen von Hippel (1843–1934) das Gut in Groß Kuglack zusammen mit dem Gut in Klein Kuglack erwarb. Den Besitz erbte später sein Enkel Gerd von Hippel (1902–1963), der als letzter deutscher Eigentümer gilt.

Im Jahre 1874 wurde Groß Kuglack wie auch Klein Kuglack in den neu errichteten Amtsbezirk Goldbach[4] (heute russisch: Slawinsk) eingegliedert, der bis 1945 bestand und zum Kreis Wehlau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Gutsbezirk Groß Kuglack lebten im Jahre 1910 insgesamt 59 Einwohner[5].

Am 30. September 1928 kam es zum Zusammenschluss der Gutsbezirke Groß und Klein Kuglack sowie der Landgemeinde Lischkau (russisch: Jastrebki, nicht mehr existent) – aus dem Amtsbezirk Pomauden, russisch: Luschki, auch nicht mehr existent – zur neuen Landgemeinde Kuglack. Diese verzeichnete 1933 insgesamt 175 und 1939 noch 152 Einwohner[6].

1945 kam Kuglack in Kriegsfolge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Jassenskoje“. Im Jahre 1947 „wechselte“ der Ort vom Kreis Wehlau zum neu geschaffenen Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau) und wurde in den Slawinski selski sowjet (Landgemeinde Slawinsk (Goldbach)) eingegliedert. Heute ist Jassensjoje[7] mit seinen derzeit 87 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) gekennzeichnete Ortschaft innerhalb der neu formierten Slawinskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Slawinsk).

KircheBearbeiten

Mit seiner vor 1945 fast ausnahmslos evangelischen Einwohnerschaft war Groß Kuglack resp. Kuglack in das Kirchspiel der Kirche Goldbach (Ostpreußen) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Wehlau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Ernst Struwe. Heute liegt Jassenskoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Gwardeisk (Tapiau). Sie ist eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D.Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Groß Kuglack
  3. Jassenskoje - Groß Kuglack bei ostpreussen.net
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Goldbach
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Wehlau
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wehlau (russ. Snamensk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform entsprechend dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 502 vom 24. Februar 2005, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten