Janssen-Cilag

deutscher Arzneimittelhersteller

Die Janssen-Cilag GmbH ist ein forschendes Pharmaunternehmen mit Sitz in Neuss. Das Unternehmen beschäftigt deutschlandweit rund 1.000 Mitarbeiter[2] und hat 2018 einen Umsatz von 1,43 Mrd. Euro[3] erwirtschaftet. Janssen gehört zu dem internationalen Healthcare-Konzern Johnson & Johnson. Gründer und Namensgeber des Unternehmens ist der belgische Forscher und Chemiker Paul Janssen.

Janssen-Cilag GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1959
Sitz Neuss
Leitung Vorsitzender des Aufsichtsrates: Karen Puck, Geschäftsführung: Andreas Gerber (Vorsitzender), Peter Solberg, Christoph Bug
Mitarbeiterzahl ca. 1.000[1]
Umsatz 1,43 Mrd. (2018)
Website www.janssen.com/germany

GeschichteBearbeiten

 
Unternehmenssitz

Das Unternehmen wurde 1936 als Cilag Chemie vom Chemiker Bernhard Joos in Schaffhausen (Schweiz) gegründet. 1952 entstand eine deutsche Niederlassung. 1953 gründete der Chemiker und Mediziner Paul Janssen in Turnhout (Belgien) die Janssen Pharmaceutica N.V. Im selben Jahr übernahm der amerikanische Healthcare-Konzern Johnson & Johnson die Cilag Chemie. 1961 erwarb Johnson & Johnson auch den Arzneimittelhersteller Janssen.

1980 wurde der Unternehmenssitz von Janssen Deutschland nach Neuss verlegt. 1996 fusionierten Cilag Chemie und Janssen zur heutigen Janssen-Cilag GmbH.

2014 wurde das vertriebenes Arzneimittel-Präparat Xeplion® der Firma gegen Behandlung von Schizophrenie in Verbindung mit zahlreichen Todesfällen gebracht.[4][5]

2017 wurde das Biopharmaunternehmen Actelion von den Janssen Pharmaceutical Companies von Johnson & Johnson erworben und damit Teil des globalen Gesundheitskonzerns. Anfang 2020 ist die Actelion Pharmaceuticals Deutschland GmbH mit der Janssen-Cilag GmbH verschmolzen und wird als Therapiegebiet "Pulmonale Hypertonie" integriert.[2]

Janssen ist Mitglied im Verband Forschender Arzneimittelhersteller.

ForschungBearbeiten

Die Tätigkeitsfelder von Janssen sind Onkologie (Anämie bei Krebs, Multiples Myelom, Prostatakrebs, Brustkrebs, Eierstockkrebs, Akute Myeloische Leukämie, Chronisch Lymphatische Leukämie, Mantelzell Lymphom), Immunologie (Psoriasis, Psoriasisarthritis, Rheumatoide Arthritis und Morbus Crohn), Neurologie/ Psychiatrie (ADHS, Epilepsie, Schizophrenie, Schmerz), Infektiologie (z. B. HIV/AIDS, Tuberkulose), sowie Pulmonale Hypertonie/Pulmonal arterielle Hypertonie.[2][6]

Aktuell forscht Janssen an den Möglichkeiten des Konzepts Disease Interception. Mit diesem Ansatz will das Unternehmen Möglichkeiten entwickeln, Krankheiten aufzuhalten, bevor sie entstehen.[7] Dabei unterscheidet sich das Konzept von klassischer Prävention: Während Prävention auf das frühzeitige Erkennen von Symptomen abzielt, soll Disease Interception dazu genutzt werden, Krankheiten zu erkennen und ihren Ausbruch zu verhindern, bevor erste Symptome auftreten können. Janssen setzt sich für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die ethischen und gesundheitspolitischen Auswirkungen von Disease Interception ein und erforscht in einem World Without Disease Accelerator[8] derzeit Möglichkeiten zur Verwirklichung des Ansatzes. Aktuell forscht Janssen unter anderem zum Einsatz von Disease Interception beim Smoldering Myelom, Typ-1-Diabetes und Alzheimer. 18 der von Janssen entwickelten Wirkstoffe stehen auf der Liste der unverzichtbaren Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO)[9].

Ad26.COV2.S ist ein SARS-CoV-2-Impfstoff, der neben anderen SARS-CoV-2-Impfstoffen gegen COVID-19 schützen soll. Es handelt sich dabei um einen nichtreplizierenden viralen Vektor. Eine Phase 2a-Studie fand seit September 2020 an drei Studienzentren in Deutschland statt, außerdem an Studienzentren in den Niederlanden und in Spanien. Eine internationale klinische Phase-3-Studie für den Impfstoffkandidaten (JNJ-78436735) wurde am 23. September 2020 gestartet,[10] Am 11. März wurde der Impfstoff durch die EMA vorläufig zugelassen.[11]

Siehe auchBearbeiten

Janssen Pharmaceutica

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Daten und Fakten
  2. a b c Unternehmensprofil. Abgerufen am 14. April 2020.
  3. Janssen-Cilag GmbH, Neuss. Abgerufen am 14. April 2020.
  4. Todesfälle nach Paliperidon-Injektion. 10. April 2014, abgerufen am 4. September 2021.
  5. DER SPIEGEL: Paliperidon-Injektion: In Japan sterben 17 Schizophrenie-Patienten. Abgerufen am 4. September 2021.
  6. Johnson & Johnson in Deutschland : Pharmaceuticals. Abgerufen am 14. April 2020.
  7. Monitor Versorgungsforschung. Abgerufen am 14. April 2020.
  8. World Without Disease Accelerator. Abgerufen am 14. April 2020.
  9. WHO. Abgerufen am 14. April 2020 (englisch).
  10. Coronavirus, Jannsen. Abgerufen am 10. Dezember 2020.
  11. European Medicines Agency (EMA): EMA recommends COVID-19 Vaccine Janssen for authorisation in the EU. In: EMA. Ema, abgerufen am 11. März 2021 (en.).