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Jan-Marco Luczak

deutscher Politiker (CDU), MdB
Jan-Marco Luczak (2012)
Luczak auf dem CDU-Parteitag 2012

Jan-Marco Luczak (* 2. Oktober 1975 in Berlin) ist ein Berliner Politiker (CDU). Er ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und dort seit dem 23. April 2018 Vorsitzender der Berliner CDU-Landesgruppe. Seit Mai 2019 gehört er zudem als Landesschatzmeister dem Präsidium der CDU Berlin an.

Inhaltsverzeichnis

Leben und BerufBearbeiten

Jan-Marco Luczak wurde 1975 in Berlin-Lichtenrade geboren und wuchs dort auf. Im selben Ortsteil besuchte er das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium, das er 1995 mit dem Abitur abschloss. Im Anschluss leistete er seinen Grundwehrdienst im Jägerbataillon 581 in Berlin-Kladow ab. Luczak ist Unteroffizier der Reserve.

Danach begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Im Referendariat arbeitete Luczak in einer international ausgerichteten Rechtsanwaltssozietät und wurde zudem von der Graduiertenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung aufgenommen.

Seine Promotion zum Dr. jur. an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde vom ehemaligen Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz betreut. Die Dissertation mit dem Titel Die Europäische Wirtschaftsverfassung als Legitimationselement europäischer Integration widmet sich Fragen des europäischen Wirtschaftsverfassungsrechts.

Seit dem Zweiten Staatsexamen arbeitet er als Rechtsanwalt bei Hengeler Mueller in Berlin.[1] Luczak ist ledig und lebt in Berlin-Lichtenrade.

PolitikBearbeiten

Orts- und Kreisebene (seit 1998)Bearbeiten

Jan-Marco Luczak trat 1998 in die CDU ein und engagierte sich auch für die Junge Union. Nach einer Amtszeit als Schatzmeister war er von 2003 bis 2006 Vorsitzender des Berliner Kreisverbands der Jungen Union Tempelhof-Schöneberg.

Seit 2006 ist er Vorsitzender der CDU Lichtenrade und seit 2007 zudem stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Tempelhof-Schöneberg.

Zudem wurde Luczak am 18. Mai 2019 zum Landesschatzmeister der CDU Berlin gewählt.

Deutscher Bundestag (seit 2009)Bearbeiten

17. Legislaturperiode (2009–2013)Bearbeiten

2009 wurde Luczak erstmals durch den CDU-Kreisverband Tempelhof-Schöneberg als Kandidat für den Deutschen Bundestag aufgestellt. Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 konnte Luczak mit 32,4 % (54.925) der Erststimmen den Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg nach 15 Jahren wieder für die CDU direkt gewinnen.

Er erreichte einen Abstand von 6,1 % (rund 10.500 Stimmen) zur zweitplatzierten Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen). Mit dem gewonnenen Mandat löste er Mechthild Rawert (SPD) als bisherige Wahlkreisabgeordnete ab, die 22,6 % der Stimmen erzielte.[2]

Luczak war ordentliches Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz sowie im Unterausschuss Europarecht. Zudem war er stellvertretendes Mitglied des Innenausschusses.

18. Legislaturperiode (2013–2017)Bearbeiten

Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 gewann Jan-Marco Luczak den Wahlkreis erneut direkt, diesmal mit 35 % (60.926) der Erststimmen. Er erreichte einem Vorsprung von 8,8 % zur zweitplatzierten Kandidatin der SPD, Mechthild Rawert, sowie 14,6 % vor der Berliner Spitzenkandidatin Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen).[3]

In der neuen Legislaturperiode wurde Luczak erneut ordentliches Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz und wurde zunächst zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses gewählt, womit er zufällig Vertreter von Renate Künast wurde. Im Verlauf der Wahlperiode übernahm er die Position des Obmanns.

Außerdem war er erneut ordentliches Mitglied im Unterausschuss Europarecht. Zusätzlich gehörte er dem Wahlausschuss an, der die Hälfte der künftigen Bundesverfassungsrichter zu wählen hat. Darüber blieb er stellvertretendes Mitglied im Innen- sowie im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Zudem gehörte er dem Fraktionsvorstand von CDU/CSU an.

19. Legislaturperiode (seit 2017)Bearbeiten

 
Luczak im Bundestag 2019

Zur Bundestagswahl am 22. September 2017 wurde Luczak erneut im Wahlkreis Berlin-Tempelhof – Schöneberg aufgestellt. Zum dritten Mal sicherte er sich, erneut gegen Renate Künast und Mechthild Rawert, das Direktmandat.

Auch in der aktuellen Legislaturperiode wurde er als Obmann in den Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz gewählt, dem er als ordentliches Mitglied angehört. Als stellvertretendes Mitglied gehört er zudem erneut dem Innenausschuss sowie dem Unterausschuss Europarecht an. Zusätzlich wurde er stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen.

Luczak ist erneut Mitglied des Fraktionsvorstands sowie stellvertretender rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Anfang 2018 war er für die CDU/CSU Teilnehmer an den Koalitionsverhandlungen, bei denen er in der Arbeitsgruppe "Wohnungsbau, Mieten, Stadtentwicklung" als Gegenüber des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, wirkte.

Seit dem 23. April 2018 ist Luczak, als Nachfolger von Monika Grütters, Vorsitzender der Berliner Landesgruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.[4]

Politische SchwerpunkteBearbeiten

Als Mietrechtsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion begleitete er den Gesetzgebungsprozess der Mietpreisbremse mit.[5][6]

Dabei setzte er sich dafür ein, Neubauten von der Mietpreisbremse auszunehmen.[7][8] Luczak bewertet den Bau von neuen Wohnungen als das beste Mittel im Kampf gegen steigende Mieten.[9]

In der Rechtspolitik engagiert sich Luczak für die Einheit der Anwaltschaft.[10] Als zuständiger Berichterstatter für das Gesetz über den Status von Syndikusanwälten setzt er sich dafür ein, dass die Ausübung der anwaltlichen Tätigkeit durch Unternehmensanwälte genauso wie bei selbständigen Rechtsanwälten anerkannt wird. Dadurch können sich Unternehmensanwälte weiterhin in ihrem Versorgungswerk absichern.

Luczak unterstützt seit Jahren die Gleichstellung homosexueller Paare. Den damaligen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte er 2012 in einem Brief auf, die steuerliche Benachteiligung eingetragener Lebenspartnerschaften beim Ehegattensplitting aufzuheben. Luczak ist Befürworter einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Er zählte zu den 75 Unionsabgeordneten, die Ende Juni 2017 für die Gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt haben,[11] er ist auch Mitglied im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.[12]

Außerdem gehört Luczak dem Hörfunkrat des Deutschlandradios an und ist stellvertretendes Mitglied im Beirat der Bundesnetzagentur.

Er ist seit Jahren Kreis-, Landes- und Bundesparteitagsdelegierter der CDU.

Gesellschaftliches EngagementBearbeiten

In der 2010 entbrannten Debatte um veränderte Flugrouten für den noch im Bau befindlichen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER), engagierte sich Jan-Marco Luczak[13][14][15] zusammen mit Bürgerinitiativen[16] gegen die neue Routenführung, bei der Südberlin und angrenzende Brandenburger Gemeinden, entgegen jahrelanger Aussagen, überflogen würden.[17][18]

Als langjähriges Mitglied der Bürgerinitiative Dresdner Bahn unterstützt Luczak eine Tunnellösung im Bereich des Lichtenrader Streckenabschnitts.[19] Hierfür hat er, neben Gesprächen mit den verantwortlichen Entscheidungsträgern des Landes Berlin, des Bundes sowie der Deutschen Bahn, unter anderem eine gemeinsame Forderung der ostdeutschen CDU-Landesgruppen im Deutschen Bundestag organisiert.[20]

MitgliedschaftenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. hengeler.com (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hengeler.com
  2. bundeswahlleiter.de (Memento vom 12. Januar 2011 im Internet Archive)
  3. bundeswahlleiter.de (Memento vom 19. Oktober 2013 im Internet Archive)
  4. Jan-Marco Luczak führt Berliner CDU-Abgeordnete im Bundestag. In: RBB online. 23. April 2018, abgerufen am 23. April 2018 (deutsch).
  5. Agenda (Tagesspiegel), 7. Oktober 2014, S. 1.
  6. http://www.wiwo.de/politik/deutschland/mietrechts-experte-jan-marco-luczak-union-fordert-nachbesserungen-bei-mietpreisbremse/10186220.html [Wirtschafts Woche Online] 13. Juli 2014
  7. Die Mietpreisbremse kommt. In: sueddeutsche.de. 20. März 2014, abgerufen am 8. Juli 2018.
  8. Das Parlament, Ausgabe 11-12, 9. März 2015 [1]
  9. Interview Deutschlandfunk vom 10. Juli 2014
  10. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. April 2015, S. 20.
  11. DW: Ehe für alle: Welcher Abgeordnete dafür und welcher dagegen stimmte. In: welt.de. 30. Juni 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  12. Biographie beim Deutschen Bundestag
  13. http://www.tagesspiegel.de/berlin/piloten-auf-abwegen-flugrouten-abweichungen-zum-schutz-der-umwelt/6973548.html
  14. http://www.waldblick-gegen-flugrouten.de/artikel/bericht-5-montagsdemo-8-november-2010-wowereit-der-protest-ist-berechtigt/
  15. http://offenesparlament.de/plenum/17/182/debatte/87002#rede/1717278
  16. http://www.bertrug.de/Liste_der_B%C3%BCrgerinitiativen
  17. Tagesspiegel: Krach um BBI-Flugrouten
  18. http://www.morgenpost.de/flughafen-berlin-brandenburg/article108500047/Piloten-duerfen-BER-Routen-abkuerzen-aus-Spargruenden.html
  19. http://www.tagesspiegel.de/berlin/tunnel-auf-ber-zubringerstrecke-lichtenrade-will-in-die-roehre-gucken/9405028.html
  20. http://www.morgenpost.de/flughafen-berlin-brandenburg/article138007923/BER-braucht-Direktanbindung-Brandbrief-an-den-Verkehrsminister.html