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James McAvoy

schottischer Theater- und Filmschauspieler
James McAvoy in Cannes 2014
McAvoy auf der San Diego Comic Con International im Juli 2013

James McAvoy (* 21. April 1979 in Glasgow, Schottland) ist ein schottischer Theater- und Filmschauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben und KarriereBearbeiten

McAvoy wurde im Glasgower Stadtteil Scotstoun geboren. Als er sieben Jahre alt war, trennten sich seine Eltern, und er wuchs bei seinen Großeltern James und Mary Johnstone auf. Seine Schwester Joy blieb hingegen bei seiner Mutter, der Kontakt zu seinem Vater riss in den folgenden Jahren völlig ab. McAvoy besuchte die St. Thomas Aquinas School in Scotstoun und fasste frühzeitig den Entschluss, Schauspieler zu werden. 2000 machte er an der renommierten Royal Scottish Academy of Music and Drama seinen Abschluss und arbeitete danach eine Weile als Bäcker.

Am Theater sammelte McAvoy Erfahrungen in Stücken wie Romeo und Julia, Die Schöne und das Biest und West Side Story. Es folgten Auftritte in britischen Fernsehserien und Filmen sowie 2001 in der internationalen Produktion Band of Brothers. In der Science Fiction-Miniserie Children of Dune spielte er 2003 die Rolle des Prinzen Leto Atreides – und den Film-Sohn von Alec Newman, nachdem beide in dem britischen Komödiendrama Bright Young Things aus demselben Jahr Gleichaltrige dargestellt hatten. Die Rolle des Steve in der britischen Erfolgsserie Shameless (2004) steigerte weiter McAvoys Popularität. 2005 spielte er den Mr. Tumnus in der Literaturverfilmung Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia, dem ersten Teil der Narnia-Chroniken-Filmreihe.

2006 war er neben Forest Whitaker in dem Filmdrama Der letzte König von Schottland über den ugandischen Diktator Idi Amin als dessen Leibarzt zu sehen, was ihm unter anderem eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis 2007 einbrachte. Seine bisher erfolgreichste Rolle spielte er 2007 in der Verfilmung des Romans Abbitte von Ian McEwan an der Seite von Keira Knightley unter der Regie von Joe Wright. Die Rolle des Robbie Turner brachte ihm unter anderem Nominierungen für den Golden Globe Award 2008 und den Europäischen Filmpreis 2008 ein. Im selben Jahr war er auch in der Filmbiografie über Jane Austen, Geliebte Jane, neben Anne Hathaway zu sehen. 2008 war er im Actionthriller Wanted an der Seite von Angelina Jolie und Morgan Freeman zu sehen. 2009 spielte er an der Seite von Christopher Plummer, Helen Mirren und Paul Giamatti den jungen Sekretär des Schriftstellers Leo Tolstoi in der deutsch-russischen Kinoproduktion Ein russischer Sommer.

Im Anschluss konnte McAvoy mit der Rolle einer jüngeren Version des ansonsten von Schauspiel-Veteran Patrick Stewart verkörperten Charles Xavier in der X-Men-Filmreihe einen Coup landen. Er spielte die Figur bis dato in drei Filmen der Reihe, zuletzt 2016 im dritten Teil der zweiten X-Men-Trilogie: X-Men: Apocalypse. Damit setzte McAvoy einerseits seine seit Wanted zu beobachtende Wahl von actionreicheren Stoffen fort, ebenso wie er, zum Beispiel bei seinen Rollen in Trance – Gefährliche Erinnerung oder Drecksau, zumeist ambivalentere Charaktere darstellte. In Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn übernahm er 2015 die Rolle des titelgebenden Protagonisten. Andererseits wandte er sich der Vertonung von Animationsfilmen zu, er setzte außerdem seine Theaterarbeit in London fort.

Am 27. Oktober 2015 wurde bekannt, dass McAvoy in einem Film von M. Night Shyamalan unter dem Titel Split in einer Hauptrolle zu sehen sein werde. Der Film feierte im September 2016 Premiere und kam im Januar 2017 in die Kinos.[1] Am 2. November wurde außerdem seine Beteiligung an der von Wim Wenders geplanten Verfilmung von J.M. Ledgards’ Roman Submergence aus dem Jahr 2012 bestätigt. Die Handlung dreht sich um ein Liebespaar, die Tausende von Meilen voneinander entfernt den extremsten Situationen ausgesetzt sind. Die Dreharbeiten begannen im März 2016 in Europa und Afrika.[2]

McAvoy lebt in London. Er ist seit Oktober 2006 mit der Schauspielerin Anne-Marie Duff verheiratet und seit dem Frühsommer 2010 Vater eines Jungen. Im Mai 2016 teilte das Ehepaar mit, sich scheiden zu lassen.[3]

McAvoy wird in deutschen Synchronfassungen seit Penelope hauptsächlich von Johannes Raspe gesprochen.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

 
James McAvoy (rechts) mit Anne-Marie Duff bei den Orange British Academy Film Awards 2007 in Londons Royal Opera House.

KinoBearbeiten

FernsehenBearbeiten

  • 1995: Hölle nebenan (The Near Room)
  • 1997: The Bill (Episode Rent)
  • 1997: Der Preis der Ehre (Regeneration)
  • 2000: Lorna Doone
  • 2001: Murder in Mind (Episode 1x01 Teacher)
  • 2001: Band of Brothers – Wir waren wie Brüder (Band of Brothers, Miniserie)
  • 2002: Bollywood Queen
  • 2002: Inspector Lynley (The Inspector Lynley Mysteries, Fernsehserie, Episode Keiner werfe den ersten Stein)
  • 2002: White Teeth*
  • 2003: Early Doors (Fernsehserie)
  • 2003: Mord auf Seite eins (State of Play, Fernsehserie)
  • 2003: Children of Dune (Fernsehdreiteiler, alle Folgen)
  • 2004–2005: Shameless
  • 2005: ShakespeaRe-Told (Episode Macbeth)

TheaterBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Europäischer Filmpreis

BAFTA: British Academy Film Awards

British Academy Scotland Awards

  • 2007: „Bester Filmschauspieler“ – für Atonementgewonnen
  • 2014: „Bester Filmschauspieler“ – für Filthgewonnen

BIFA: British Independent Film Awards

Golden Globe Awards

  • 2008: „Bester Schauspieler in einem Filmdrama“ – für Atonementnominiert

Empire Awards

London Critics Circle Film Awards

Filmfestivals

  • 2007: Cannes Film Festival – „Male Revelation“ (etwa männliche Offenbarung/Entdeckung) – gewonnen
  • 2008: Santa Barbara International Film Festival – „Virtuoso Award“ – für Atonementgewonnen

Weitere Auszeichnungen[4]

  • 2004: British Comedy Awards – „Bester Comedy-Newcomer im Fernsehen“ – für Shamelessnominiert
  • 2007: Dublin Film Critics’ Circle – „Bester Schauspieler“ – für Atonementnominiert
  • 2007: Alliance of Women Film Journalists – „Beste Verführungsszene“ (mit Keira Knightley) – für Atonementgewonnen
  • 2008: International Online Cinema Awards – „Bester Schauspieler“ – für Atonementnominiert
  • 2008: Gold Derby Awards – „Bester Schauspieler“ – für Atonementnominiert
  • 2008: Gold Derby Awards – „Bestes Schauspielensemble“ – für Atonementnominiert
  • 2008: Evening Standard British Film Awards – „Bester Schauspieler“ – für Atonement und Becoming Janenominiert
  • 2008: National Movie Awards – „Beste Darbietung eines Schauspielers“ – für Wantednominiert
  • 2008: OFTA Awards[5] – „Bester Schauspieler“ – für Atonementnominiert
  • 2008: Irish Film & Television Academy – „Bester Schauspieler (International)“nominiert
  • 2009: Satellite Awards – „Bester Nebendarsteller (Film)“ – für The Last Stationnominiert
  • 2009: MTV Movie & TV Awards – „Bester Filmkuss“ (mit Angelina Jolie) – für Wantednominiert
  • 2011: IGN Award – „Bestes Schauspielensemble“ – für X-Men: First Classnominiert
  • 2011: Scream Awards – „Bester Schauspieler (Fantasy)“ – für X-Men: First Classnominiert
  • 2011: Scream Awards – „Bester Superheld“ – für X-Men: First Classnominiert
  • 2011: Women Film Critics Circle – „Bestes Leinwandpaar“ (mit Emily Blunt) – für Gnomeo & Julietnominiert
  • 2012: People's Choice Awards – „Favorite Movie Superhero“ – für X-Men: First Classnominiert
  • 2017: International Online Cinema Awards – „Bester Schauspieler“ – für Splitnominiert
  • 2017: MTV Movie & TV Awards – „Bester Filmschauspieler“ – für Splitnominiert
  • 2017: Fright Meter Awards – „Bester Schauspieler“ – für Splitgewonnen
  • 2017: Kids’ Choice Awards – „#Squad“ – für X-Men: Apocalypsenominiert
  • 2017: Phoenix Film Critics Society – „Bester Hauptdarsteller“ – für Splitnominiert
  • 2017: San Diego Film Critics Society – „Bester Schauspieler“ – für Splitgewonnen
  • 2017: Seattle Film Critics Society – „Bester Bösewicht“ – für Splitgewonnen
  • 2017: Teen Choice Awards – „Bester Bösewicht“ – für Splitnominiert
  • 2018: ALOS Awards – „Bester Hauptdarsteller“ – für Splitgewonnen
  • 2018: Central Ohio Film Critics Association – „Bester Schauspieler“ – für Splitnominiert
  • 2018: North Texas Film Critics Association – „Bester Schauspieler“ – für Splitnominiert

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.thewrap.com/m-night-shyamalans-split-lands-2017-release-date/
  2. James McAvoy in Wenders' "Submergence". 3. November 2015, abgerufen am 27. August 2018.
  3. James McAvoy und Anne-Marie Duff lassen sich scheiden. Focus, 14. Mai 2016.
  4. James McAvoy – Awards – IMDb
  5. http://ofta.cinemasight.com/