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Jaime Humberto Hermosillo

mexikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor
Jaime Humberto Hermosillo

Jaime Humberto Hermosillo (* 22. Januar 1942 in Aguascalientes) ist ein mexikanischer Filmregisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor und Hochschullehrer. Er ist einer der erfolgreichsten Filmschaffenden Mexikos der letzten Jahrzehnte. In seinen Filmen thematisiert Hermosillo, der als einziger mexikanischer Regisseur offen homosexuell lebt, oftmals die Scheinheiligkeit der Gesellschaft.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Seinen ersten Film drehte Jaime Humberto Hermosillo 1965 mit Homesick. Der Kurzfilm basierte auf einer Geschichte von Albert Camus. 1967 folgte ein weiterer Kurzfilm, ehe Hermosillo 1969 mit Los nuestros seinen ersten langen Spielfilm vorlegte. Als unabhängiger Filmemacher konnte er auch unter der Regierung José López Portillos, der am 1. Dezember 1976 Präsident wurde und seine Schwester Margarita López Portillo, die in der Folge fast die gesamte staatliche Filmförderung auslöschte, zur Direktorin aller Filmstudios und Rundfunksender ernannte, seine Arbeit fortsetzen.[1] So veröffentlichte Jaime Humberto Hermosillo 1977 drei Filme. 1979 drehte er María de mi corazón nach einer literarischen Vorlage von Gabriel García Márquez. Dieser Film, der eine Liebesgeschichte erzählt, die jedoch durch eine Verwechslung bei der die Hauptfigur María nicht zur Entfaltung kommt, ist dem Genre der Filmkomödie zuzuordnen. Der Kritiker Tomás Pérez-Turrent schrieb über diesen Film, dass Hermosillo „once again … demonstrates his unique powers of observation of the [behavior], customs, myths and values of the Mexican middle class, caught in their everyday moods … at the same time, while appraising this seemingly banal everydayness, Hermosillo is also capable of penetrating beyond it on the fantastic, without any barrier to separate it from reality.“[2] 1985 veröffentlichte Hermosillo den Film Doña Herlinda y su hijo, der die Geschichte eines schwulen Mannes, der von seiner Mutter in eine Ehe mit einer Frau als Fassade gezwungen wird erzählt. Dieser Film wurde als Kommentar zu den moralischen Standards in Mexiko gesehen und errang internationale Aufmerksamkeit.[3] 1988 folgte mit El verano de la señora Forbes eine weitere Adaption einer Romanvorlage von Gabriel García Márquez durch Hermosillo. In der Sexualkomödie Die Hausaufgabe aus dem Jahr 1991 sind eine lange Zeit aufgrund der Kameraeinstellung die Gesichter der Darsteller nicht zu sehen. Der Film war in nur einer Einstellung gedreht worden. 1992 ließ Jaime Humberto Hermosillo mit La tarea prohibida eine weniger erfolgreiche Fortsetzung folgen.

Jaime Humberto Hermosillo unterrichtet Film an der Universität Guadalajara. Er war an einigen Produktionen seiner Studenten beteiligt.

FilmografieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Carl J. Mora: „Mexican Cinema: Reflections of a Society, 1896-2004.“ McFarland & Co Inc, Jefferson N.C. 2005. ISBN 978-0-7864-2083-4

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Andrea Noble: „Mexican National Cinema.“ Taylor & Francis, 2005. Seiten 21.
  2. Carl J. Mora: „Mexican Cinema: Reflections of a Society, 1896-2004.“ McFarland & Co Inc, Jefferson N.C. 2005. Seite 147.
  3. Carl J. Mora: „Mexican Cinema: Reflections of a Society, 1896-2004.“ McFarland & Co Inc, Jefferson N.C. 2005. Seite 158.