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Jürgen Zarusky (* 28. April 1958 in Miesbach; † 4. März 2019 in München[1]) war ein deutscher Historiker.

Zarusky wurde 1990 mit einer Arbeit über Die deutschen Sozialdemokraten und das sowjetische Modell 1917–1933 an der Universität München promoviert. Doktorvater war Gerhard A. Ritter. Zarusky war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München und Redakteur der Institutszeitschrift Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Zarusky führte am IfZ ein Forschungsprojekt zur vergleichenden Untersuchung der Politischen Justiz unter Lenin, Stalin und Hitler durch. Zusätzlich war er Lehrbeauftragter an der Katholischen Universität Eichstätt. Seine Forschungsschwerpunkte bildeten die Geschichte des Nationalsozialismus und Stalinismus sowie Totalitarismusforschung und Diktaturvergleich. Kritisch äußerte er sich Timothy Snyders aufsehenerregendem Buch „Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin“. Er kam zum Ergebnis, dass die „Bloodlands“ keine historische Landschaft seien, sondern ein synthetisches Konstrukt.[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

Monographien

  • Die deutschen Sozialdemokraten und das sowjetische Modell 1917–1933. Ideologische Auseinandersetzung und außenpolitische Konzeptionen. Oldenbourg, München 1992, ISBN 3-486-55928-1 (zugl. Dissertation, Universität München 1990)
  • mit Hartmut Mehringer: Widerstand als „Hochverrat“ 1933–1945. Die Verfahren gegen deutsche Reichsangehörige vor dem Reichsgericht, dem Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht. Mikrofiche-Edition und Erschließungsband. Saur, München 1998, ISBN 3-598-33676-4
  • mit Walter Wagner: Der Volksgerichtshof im nationalsozialistischen Staat. Mit einem Forschungsbericht für die Jahre 1974 bis 2010. Oldenbourg, München 2011, ISBN 978-3-486-54491-6

Herausgeberschaften

  • Die Stalin-Note vom 10. März 1952. Neue Quellen und Analysen. Mit Beiträgen von Wilfried Loth, Hermann Graml und Gerhard Wettig. Oldenbourg, München 2002, ISBN 3-486-64584-6
  • Stalin und die Deutschen. Neue Beiträge der Forschung. Oldenbourg, München 2006, ISBN 978-3-486-57893-5
  • mit Johannes Hürter: Besatzung, Kollaboration, Holocaust. Neue Studien zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-58728-9
  • mit Andreas Wirsching, Alexander Tschubarjan, Viktor Ischtschenko: Erinnerung an Diktatur und Krieg. Brennpunkte des kulturellen Gedächtnisses zwischen Russland und Deutschland seit 1945 (= Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte. Bd. 107). De Gruyter Oldenbourg. Berlin 2015. ISBN 978-3-11-040476-0.[3]
  • mit Martin Zückert, Volker Zimmermann: Partisanen im Zweiten Weltkrieg. Der Slowakische Nationalaufstand im Kontext der europäischen Widerstandsbewegungen (= Bad Wiesseer Tagungen des Collegium Carolinum. Bd. 37). Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 2017. ISBN 978-3-525-37315-6.[4]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Nachruf - Jürgen Zarusky ist tot: Er prägte die Dachauer Vergangenheitspolitik . In: tz. 7. März 2019, abgerufen am 29. März 2019; Trauer um Jürgen Zarusky. In: www.sueddeutsche.de. 5. März 2019, abgerufen am 6. März 2019.
  2. Jürgen Zarusky: Timothy Snyders „Bloodlands“. Kritische Anmerkungen zur Konstruktion einer Geschichtslandschaft. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 60 (2012), S. 1–31, hier: S. 2.
  3. Wigbert Benz: Rezension zu: Wirsching, Andreas; Zarusky, Jürgen; Tschubarjan, Alexander; Ischtschenko, Viktor (Hrsg.): Erinnerung an Diktatur und Krieg. In: H-Soz-u-Kult, 20. Oktober 2015; Anna Kaminsky: Der Onkel Joe wäre froh. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Februar 2016, S. 8.
  4. René Küpper: Rezension zu: Zückert, Martin; Zarusky, Jürgen; Zimmermann, Volker (Hrsg.): Partisanen im Zweiten Weltkrieg. In: Sehepunkte 19 (2019), Nr. 9, 15. September 2019.