Jürgen Ebach

deutscher Alttestamentler

Jürgen Ebach (* 28. Februar 1945 in Kirchen an der Sieg) ist ein deutscher Alttestamentler und war bis Februar 2010 Inhaber des Lehrstuhls für Exegese und Theologie des Alten Testaments und biblische Hermeneutik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Er wurde bekannt durch zahlreiche Publikationen zu exegetischen und hermeneutischen Fragen.

LebenBearbeiten

Jürgen Ebach ist wenige Wochen vor Kriegsende am 28. Februar 1945 in Kirchen (an der Sieg) geboren und in Bonn, Köln und Hamburg aufgewachsen. Gefördert durch ein Stipendium, sowie später ein Promotionsstipendium des Evangelischen Studienwerks Villigst, studierte er Evangelische Theologie und Keilschriftwissenschaften in Hamburg. Im Jahr 1967 arbeitete er bei der Ausgrabung am Tell Kāmid el-Lōz (Libanon) mit. Der Promotion in Hamburg 1972 folgte die Habilitation in Bochum 1975. Nach Gastprofessuren in Hamburg, Wuppertal und Kiel hatte Jürgen Ebach von 1983 bis 1996 die Professur für Biblische Exegese und Theologie an der Universität Paderborn inne. 1988 erhielt er den Sexauer Gemeindepreis für Theologie, der seit 1981 an akademisch lehrende Theologen und Theologinnen verliehen wird, die sich durch besondere Gemeindenähe auszeichnen (andere Preisträger waren beispielsweise 1983 Claus Westermann, 1985 Ernst Käsemann und 1990 Luise Schottroff).[1] Von 1996 bis 2010 war Jürgen Ebach Professor für Exegese und Theologie des Alten Testaments und biblische Hermeneutik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Jürgen Ebach war langjähriges Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift Biblical Interpretation (Sheffield), sowie Konsultor des Freiburger Rundbriefs (Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung) und ist Mitherausgeber der Buchreihe Jabboq. Seit vielen Jahren ist er Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag, sowie der exegetischen Arbeitsgruppe und des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentags, ferner des Arbeitskreises Studium in Israel. Er gehört zum Herausgeberkreis der Bibel in gerechter Sprache, bei der er auch als Übersetzer (Buch Ijob und Kap. 37 – 50 des Buches Genesis) mitgewirkt hat.

Jürgen Ebach legt in seiner wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Bibel größten Wert darauf, dass der biblische Text in all seinen Nuancen und Widersprüchen zu Wort kommt. Dies schließt für ihn die Wahrnehmung der jüdischen Auslegungsgeschichte ebenso ein, wie hermeneutische Reflexionen. Er verknüpft exegetische Beobachtungen mit literarischen Werken, politischen Geschehnissen und Deutungen, ethischen und besonders sozialethischen Überlegungen, sowie Erfahrungen aus dem christlich-jüdischen Dialog. Er versteht die ganze Bibel als kanonischen Text, die der Auslegung bedarf, damit deren Vielfalt ohne Beliebigkeit und Verbindlichkeit ohne Zwang zum Vorschein komme.[2]

Publikationen (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kerstin Schiffner u. a. (Hrsg.): Fragen wider die Antworten. Festschrift Jürgen Ebach, Gütersloh 2010. ISBN 978-3-579-08116-8
  • Katharina von Bremen u. a. (Hrsg.): Von Generation zu Generation. Abschiedsworte von und für Jürgen Ebach, Tagungsprotokolle, Villigst-Schwerte 2010. ISBN 978-3-939115-21-2

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Sexauer Gemeindepreis für Theologie Liste der verfügbaren Festvorträge der Geehrten. Abgerufen am 1. April 2014.
  2. Jürgen Ebach: Jüdische Bibelauslegung und postmoderne Wahrheitsfrage. Loccum 2013