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Jörg Stübner (* 23. Juli 1965 in Freiberg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er ist 47-facher DDR-Nationalspieler.

Jörg Stübner
Bundesarchiv Bild 183-1990-0323-038, SC Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena 0-4.jpg
Jörg Stübner (1990)
Personalia
Geburtstag 23. Juli 1965
Geburtsort FreibergDDR
Größe 173 cm
Position Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
1973–1979 BSG Motor Halle
1979–1983 SG Dynamo Dresden
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1983–1993 SG / 1. FC Dynamo Dresden 182 (14)
1988 SG Dynamo Dresden II 2 0(0)
1993 FC Sachsen Leipzig 6 0(1)
1994 FC Neubrandenburg 1 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1980–1982 DDR U-16 9 0(1)
1982–1983 DDR U-18 14 0(2)
1983–1985 DDR U-21 10 0(2)
1984–1990 DDR 47 0(1)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Inhaltsverzeichnis

Sportliche LaufbahnBearbeiten

BSG-, SG- und VereinsstationenBearbeiten

Der im Bezirk Karl-Marx-Stadt geborene Sachse begann 1973 bei der BSG Motor Halle Fußball zu spielen und wurde 1979 zur SG Dynamo Dresden delegiert, bei der er, dem Jugendbereich entwachsen, ab 1983 als Mittelfeldspieler in 177 DDR-Oberliga-Spielen 14 Tore schoss. Mit Dynamo Dresden wurde Stübner zweimal Meister (1988/89 und 1989/90) und dreimal FDGB-Pokalsieger. In der Saison 1988/89 erreichte Dynamo Dresden erstmals das Halbfinale eines europäischen Pokalwettbewerbes. In den Semifinalspielen des UEFA-Cups war dann der VfB Stuttgart Endstation. Insgesamt bestritt Stübner 29 Europacupspiele (zwei Tore) für Dynamo Dresden. Nach der Wende wollte Stübner unbedingt in Dresden bleiben und schlug lukrative Angebote aus. Ohne die gewohnte Betreuung durch den Verein und ohne Berater gelang es ihm nicht, an seine alten Leistungen anzuknüpfen. Hinzu kamen Verletzungen und zeitweise Alkoholprobleme, die zur Kündigung durch Dynamo führten, sowie ein Burnout.[1][2] Stübner spielte bis 1993 fünfmal in der 1. Bundesliga für Dynamo Dresden. Später holte ihn Eduard Geyer zu FC Sachsen Leipzig, er spielte beim FC Neubrandenburg und unter Matthias Döschner beim SV Eresburg-Obermarsberg. Keines dieser Engagements war von längerer Dauer.

AuswahleinsätzeBearbeiten

Seine ersten dokumentierten Auswahlschritte unternahm Stübner in der DDR-Jugendnationalelf Anfang der 1980er-Jahre. Mit dieser scheiterte er in der Zwischenrunde der U-16-EM 1982 am westdeutschen Pendant. Der talentierte Dynamo-Akteur stand schon als 18-jähriger Kicker nach 14 Juniorenländerspielen im Herbst 1983 für die ostdeutsche U-21-Auswahl auf dem Platz.

Bereits nach acht Einsätzen in der Nachwuchself gelang ihm der Weg in die DDR-A-Nationalmannschaft, in der Stübner bis zu deren Abschied im September 1990 in 47 Partien auflief. Im WM-Qualifikationsspiel am 17. November 1984 gegen Luxemburg (5:0) gab er sein Debüt für die A-Nationalmannschaft. Sein letztes Auswahlspiel bestritt er am 12. September 1990 beim 2:0-Auswärtssieg gegen Belgien in Brüssel, es war gleichzeitig auch das letzte A-Länderspiel der DDR. Neben 30 Freundschaftsländerspielen war Stübner auch in 12 WM- und 5 EM-Qualifikationsspielen dabei, wobei er sowohl 1986 und 1990 Fußball-Weltmeisterschaft als auch 1988 Fußball-Europameisterschaft die Endrunde mit der Auswahl der DDR verpasste. Seinen einzigen Treffer erzielte er am 13. April 1988 in einem Freundschaftsspiel gegen die bulgarische Nationalmannschaft (1:1) in Burgas.

Weiterer WerdegangBearbeiten

Jörg Stübner erlernte den Beruf eines Maschinen- und Anlagenmonteurs. Mit den Herausforderungen der Wendezeit sowie den Anforderungen des gesamtdeutschen Profifußballs und dem Leben im wiedervereinten Deutschland kam er schlechter zurecht als vieler seiner früheren Mannschaftskameraden aus der Dynamo-Glanzzeit Ende der 1980er-Jahre.[1][2]

Der ehemalige Nationalspieler lebt in Dresden.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jörg Stübner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Markus Völker: Vom langsamen Verschwinden des Fußballers Jörg Stübner. In: Berliner Zeitung. Berliner Verlag, 14. November 2003, abgerufen am 14. Mai 2019.
  2. a b Lars Gartenschläger: Auf dem Weg zum Weltstar – und nun ein Sozialfall. In: DIE WeLT. Axel Springer SE, 13. September 2015, abgerufen am 14. Mai 2019.