Jörg Pintsch

deutscher Schauspieler, Regisseur und Schauspieldozent
Jörg Pintsch, 2017

Jörg Pintsch (* 1965 in Garmisch-Partenkirchen[1][2]) ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur und Schauspieldozent.

LebenBearbeiten

Jörg Pintsch absolvierte von 1987 bis 1990 seine Schauspielausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule.[3] Anschließend folgte von 1991 bis 1993 sein erstes Festengagement am Theater Zwickau. Dort spielte er u. a. die Titelrolle in Kleists Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg (1991–1993), Riff in dem Musical West Side Story (1992) und Andri in Andorra (1993). Von 1993 bis 1996 war er festes Ensemblemitglied am Theater Erfurt, wo Aaron in Titus Andronicus (1994), Graf Wetter von Strahl in Das Käthchen von Heilbronn (1994) und Orest in Iphigenie auf Tauris (1995) zu seinen Bühnenrollen gehörten.

Seit 1996 ist er freischaffend tätig.[3] 1997 spielte er am Trash Theater Köln die Rolle des „Sick Boy“ in der deutschsprachigen Erstaufführung der Theaterfassung von Irvine Welshs Roman Trainspotting.[2] Weitere Gastengagements hatte er am Staatsschauspiel Dresden (1998; in der Uraufführung von Oliver Hohlfelds Die Richtstatt, nach dem Roman von Tschingis Aitmatow), am Staatstheater Schwerin (2000; als Tereus in Die Vögel), am BAT Studiotheater Berlin (2004; als Blaubart in Blaubart – Hoffnung der Frauen von Dea Loher) und am Nationaltheater Weimar (2006–2008; als Goethe in Sehnsucht nach Deutschland). Zusammen mit dem Schauspieler und Regisseur Olaf Rauschenbach realisierte er zwischen 2003 und 2006 unter dem Namen „Göttliche Unterhaltung“ verschiedene Theaterprojekte.

In der Spielzeit 2007/08 übernahm er die Rolle des Kaufmanns Lewin in einer Bühnenfassung von Tolstois Roman Anna Karenina (Regie: Amina Gusner) in einer Produktion der Konzertdirektion Landgraf iVm dem Theater am Kurfürstendamm Berlin.[3] Zu seinen Partnern gehörten Katja Riemann, Birgit Schneider und Heinrich Schafmeister.[4] 2008 spielte er am Theater am Kurfürstendamm, wieder unter der Regie von Amina Gusner, den Oberstleutnant Werschinin in einer Produktion von Tschechows Drei Schwestern.[3]

Pintsch arbeitete auch für Film und Fernsehen. Im Fernsehen war er 1999–2000 in der ARD-Fernsehserie St. Angela in insgesamt 11 Folgen als stellvertretender Oberarzt Dr. Benrath zu sehen. Er hatte Episodenrollen u. a. in den Fernsehserien Verbotene Liebe (2003; als Geschäftsführer Adrian Illmann und 2004; als Komplize Walter Hartmann), Gute Zeiten, schlechte Zeiten (2005; als „windiger“ Geschäftsmann Andreas Gaffel)[5], Die Rosenheim-Cops (2014; als Psychologe und Segler Manfred Seiler) und Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei (2015; als Dr. Bergstroem).

Im Januar 2017 war Pintsch in der ZDF-Serie SOKO Stuttgart in einer Episodenrolle zu sehen; er spielte Daniel Sperber, den tatverdächtigen Geschäftsführer und Mitinhaber einer IT-Firma. In der ersten deutschen Amazon-Serie You Are Wanted, die ab März 2017 ausgestrahlt wurde und 2018 mit einer 2. Staffel fortgesetzt wurde, spielte er Thomas, den Bruder des Protagonisten Lukas Franke (Matthias Schweighöfer). Von März 2017 (Folge 2391) bis Februar 2018 (Folge 2600) spielte Pintsch eine der Hauptrollen in der Fernsehserie Rote Rosen; er verkörperte Peer Juncker, den Repräsentanten einer Hamburger Kaffeegroßrösterei, und, an der Seite von Dana Golombek und Patricia Schäfer, den männlichen Protagonisten der 14. Staffel. In Wilsberg: Ins Gesicht geschrieben (2019), dem 64. Film der ZDF-Reihe Wilsberg, verkörperte Pintsch den erfolgreichen Softwareentwickler Benjamin Heller und neuen Lebensgefährten der Anwältin Alexandra Holtkamp (Ina Paule Klink). In der ZDFneo-Detektivserie Dunkelstadt (2020) übernahm Pintsch eine der Hauptrollen als Rolf Behring, Leiter der Mordkommission, und ehemaliger Ausbilder der Privatdetektivin Doro Decker (Alina Levshin) an der Polizeischule.[6] In der 23. Staffel der TV-Serie In aller Freundschaft (2020) spielte er als Episodenhauptdarsteller in zwei Folgen den Bäckermeister Harald Fecht, der sich gemeinsam mit seiner Frau ein kleines „Bäckerei-Imperium“ aufgebaut hat, und nur mit einer Nierentransplantation weiterleben kann.[7][8]

Pintsch arbeitet auch als Synchronsprecher. Ab 2006 war er regelmäßig als Dozent an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf (HFF) in Potsdam tätig.[3] Von 2009 bis 2011 war er an dieser Einrichtung Studiendekan und hatte die Leitung des Studiengangs Schauspiel inne. Von 2013 bis 2015 war er dort Dozent des Grundlagenseminars Schauspiel. 2015 und 2016 unterrichtete er Szenenstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin (HfS Berlin).

Pintsch lebt in Berlin und München.[1][2]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Jörg Pintsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Jörg Pintsch Profil und Vita bei Schauspielervideos.de. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  2. a b c Jörg Pintsch Profil bei CAST FORWARD. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  3. a b c d e Jörg Pintsch Vita; Offizielle Internetpräsenz Theater am Kurfürstendamm/Komödie Berlin. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  4. Reigen um die Riemann: Schafmeister, Jörg Pintsch und Birgit Schneider umspielen in Hameln Katja Riemann als „Anna Karenina“ in der Produktion des Euro-Studio Landgraf. Szenenfoto in Focus vom 28. März 2008. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  5. GZSZ; Folgen 3201 bis 3300 (April 2005 bis September 2005). Soapsworlsd.de. Abgerufen am 27. Juli 2016
  6. Dunkelstadt: Masken. Handlung und Besetzung. Offizielle Internetpräsenz des ZDF. Abgerufen am 4. März 2020.
  7. Trennungsschmerz. Folge 889. Handlung, Besetzung und Bildergalerie. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 1. April 2020.
  8. Männergespräche. Folge 890. Handlung, Besetzung und Bildergalerie. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 1. April 2020.