Jörg-Haider-Brücke

Brücke in Kärnten

Die Jörg-Haider-Brücke (vormals Lippitzbachbrücke) ist eine Straßenbrücke über die Drau im Süden Kärntens. Die Brücke im Zuge der Lippitzbacher Landesstraße L127 verbindet die südkärntnerische Stadt Bleiburg und die Region um das Skigebiet Petzen mit der Südautobahn (A2), einer europäischen Straßenverkehrsachse, welche Wien und Italien verbindet.

Die Brücke mit der alten Draubrücke im Vordergrund

GeschichteBearbeiten

Am 11. Dezember 2005 wurde die Brücke im Beisein des damaligen Landeshauptmanns Jörg Haider feierlich eröffnet. Die Verkehrsfreigabe erfolgte einen Tag später. Ursprünglich war sie nach der kleinen Ortschaft Lippitzbach (Gemeinde Ruden) an der Drau bezeichnet. Beim Bau der Brücke wurde in die Betondecke ein Abschnitt in der Farbe Orange mit aufgetragen, der Parteifarbe der damals neuen politischen Partei BZÖ.[1] Am 25. Jänner 2009 wurde die Brücke von Landeshauptmann Dörfler im Gedenken an Jörg Haider in Jörg-Haider-Brücke umbenannt.[1] Eine Woche nach der Umbenennung der Brücke wurde die Beschilderung der Jörg-Haider-Brücke gestohlen.[2]

 
Die Jörg-Haider-Brücke inklusive der wieder montierten Beschilderung mit Blickrichtung auf die Petzen

Technische DatenBearbeiten

Die Brücke hat eine Höhe von maximal 96 m und eine Länge von 455 m. Die Breite beträgt 12,85 Meter, davon 2,5 Meter Radweg.[3] Es wurden 18.500 Kubikmeter Beton und 2.000 Tonnen Stahl verbaut.[4] Trotz der Höhe verlief der Bau problemlos und unfallfrei. Die Brücke konnte nach 20 Monaten Bauzeit sechs Monate vor dem geplanten Fertigstellungstermin für den Verkehr freigegeben werden.

Johann von NepomukBearbeiten

 
Johann von Nepomuk Statue in der Mitte der Jörg Haider Brücke

In der Mitte der Brücke wurde eine zweieinhalb Meter hohe Bronzestatue des heiligen Johann von Nepomuk aufgestellt, des Schutzpatrons der Brücke.

Eiserne Fachwerkbrücke (Alte Brücke)Bearbeiten

 
Alte Lippitzbachbrücke nach der Sprengung im Winter 1918/1919

Die alte Brücke ( ) wurde von Josef Clementschitsch geplant und in den Jahren 1895/96 erbaut. Die Eisenkonstruktion stammt von der Brückenbauanstalt Ignaz Gridl[5]. Im Zuge des Abwehrkampfes wurde sie im Winter 1918/19 gesprengt, jedoch 1921 wiederhergestellt. Sie besteht aus Parabelträgern auf gemauerten Widerlagern und Mittelpfeilern; wegen des Schwabegger Stausees wurde sie zwei Mal angehoben. Im Jahre 1995 wurde sie restauriert. Der nördliche, nahezu unverändert erhaltene Brückenteil steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b ORF Kärnten 25. Jänner 2009: „Jörg Haider-Brücke“ wird heute Realität
  2. ORF Kärnten 2. Februar 2009: Namensschilder von Haider-Brücke gestohlen
  3. www.lippitzbach.at: Neue Draubrücke (Detaillierte Baugeschichte mit Fotos vom Bau)
  4. ORF Kärnten 11. Dezember 2005: Lippitzbachbrücke eröffnet
  5. Die Gridlbrücke. In: https://www.lippitzbach.at. Abgerufen am 13. Juni 2020 (historische Fotos).
  6. Denkmalschutz Lippitzbachbrücke: Abriss unmöglich? In: Kronen Zeitung. 5. März 2020, abgerufen am 9. März 2020.

Koordinaten: 46° 37′ 58,7″ N, 14° 46′ 33,8″ O