Itchy (Band)

deutsche Band
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Itchy ist eine dreiköpfige deutsche Pop-Punk-Band, die unter dem Namen Itchy Poopzkid aktiv war und seit April 2017 den neuen Namen Itchy tragen. Sie entstand im Jahr 2000 in Eislingen/Fils, wo die Bandmitglieder auf dieselbe Schule gingen. Die Band hat ca. 1000 Konzerte in Europa gespielt, eine eigene Plattenfirma namens "Findaway Records" gegründet und acht Studio-Alben sowie zwei Bücher veröffentlicht. 2020 erschien das erste komplett deutschsprachige Album von Itchy.

Itchy
Itchy auf dem Deichbrand Festival 2015
Itchy auf dem Deichbrand Festival 2015
Allgemeine Informationen
Herkunft Eislingen, Deutschland
Genre(s) Punk, Pop-Punk, Alternative Rock
Gründung 2000
Website www.itchyofficial.de
Aktuelle Besetzung
Sibbi (Sebastian Hafner)
Panzer (Daniel Friedl)
Max (Max Zimmer) (seit 2011)
Ehemalige Mitglieder
E-Gitarre
Vlady Oszkiel (bis 2001)
Schlagzeug
Saikov (Tobias Danne) (bis 2011)

GeschichteBearbeiten

2000–2004: Die AnfängeBearbeiten

 
Sibbi (Sebastian Hafner), 2016
 
Panzer (Daniel Friedl), 2016
 
Max (Maximilian Zimmer), 2016

Im ersten Jahr beschränkten sich die drei Musiker noch auf das Covern von Songs anderer Bands. 2001 beschlossen sie, den Namen der Band in Itchy Poopzkid zu ändern und selbst Songs zu schreiben. In den folgenden Jahren spielten sie unter anderem als Vorband von Donots, Yellowcard, +44, boysetsfire und den The Bouncing Souls und wurden zu mehreren Musikfestivals eingeladen. Sibbi und Panzer tauschen während ihrer Live-Konzerte immer wieder ihre Instrumente untereinander und wechseln sich beim Singen ab. Berühmt sind mittlerweile auch ihre Liedansagen, von welchen 89 Stück als Bonus-Tracks auf ihrem ersten Live-Album zu hören sind. 2001 nahmen Itchy Poopzkid ihr erstes Demoalbum auf und veröffentlichten die EPs Two Thumbs Down und Having a Time sowie die Live-CD Fuck-Ups … Live!

2005–2006: Heart to BelieveBearbeiten

Itchy Poopzkid unterschrieben einen Plattenvertrag bei Where are my records, wo Ende 2005 ihr erstes Album Heart to Believe erschien. Zu dem aus diesem Album stammenden Song Say no! wurde ein Video veröffentlicht.

Unter anderem gingen sie als Support des Nebenprojekts von Blink-182+44“, auf Deutschlandtournee.

2007–2008: Time to IgniteBearbeiten

Anderthalb Jahre später folgte im Frühjahr 2007 das zweite Album Time to Ignite. Mit der ersten Singleauskopplung Silence Is Killing Me erreichten Itchy Poopzkid erstmals die deutschen Charts. Die Musikvideos zu dieser Single und weiteren Liedern der Band wurden in Heavy Rotation auf MTV gespielt.

Itchy Poopzkid traten im Jahre 2007 gegen die Band Madsen bei MTVs Band Trip an und gewannen. Als Preis durften sie eine Folge der MTV-Show Rockzone von Markus Kavka komplett moderieren und über das Programm entscheiden. Außerdem absolvierten sie einen Live-Auftritt im Rahmen der MTV European Music Awards in München.

Mit der amerikanischen Punkrock Band Sum 41 gingen sie zudem auf Deutschlandtournee.

2008 spielten Itchy Poopzkid hingegen nur ein paar wenige Live-Auftritte und konzentrierten sich hauptsächlich auf das Songwriting für das dritte Album.

2009–2010: Dead SeriousBearbeiten

Das dritte Album Dead Serious erschien am 23. Januar 2009. Erstmals in der Bandgeschichte wurde ein Album auch als Vinyl veröffentlicht.

Im Frühjahr 2009 tourte die Band durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ab dem 24. September 2009 spielte Itchy Poopzkid in England und ab dem 25. November 2009 fand abermals eine Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz statt. Sie endete einen Monat später in Ulm.

2010: Lights Out LondonBearbeiten

Nach Touren durch Irland und Schweden Anfang des Jahres 2010 beschäftigte sich die Band damit, neue Lieder zu schreiben und das vierte Album fertigzustellen. Angekündigt war eine Single mit dem Namen Why Still Bother, für die auch bereits ein zugehöriges Musikvideo gedreht wurde, welches in Zusammenarbeit mit der WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society) auf die für Tiere gefährlichen Sonare im Meer aufmerksam macht und am 21. Oktober 2010 erschien.[1]

Am 25. Februar 2011 erschien das Album Lights Out London, welches unter dem ebenfalls 2011 selbstgegründeten Label „Findaway Records“ veröffentlicht wurde. Unter diesem Label veröffentlichten sie auch ihre ersten drei Alben neu mit vielen, teilweise unveröffentlichten, Bonustracks.

Am 31. Januar 2011 verkündeten Itchy Poopzkid auf ihrer Website, dass der Schlagzeuger Tobias Danne die Band verlässt, mit der Begründung, dass ihm die Situation mit dem einem eigenen Platten-Label zu anstrengend und zeitaufwändig werde. Er wurde durch den langjährigen Drum- und Lichttechniker der Band, Max Zimmer, ersetzt.

Nachdem Itchy Poopzkid mit dem Album Lights out London den bis dahin höchsten Chart-Einstieg der Bandgeschichte auf Platz 35 erreicht hatten, begaben sie sich von März bis Mai auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Als Vorgruppe spielte die Band Attack! Attack! aus Wales.

Der Itchy Poopzkid-Song The Living aus dem Album Dead Serious wurde 2011 Titelsong der Fernsehwerbe-Kampagne der Automarke Suzuki.

2013: Ports & ChordsBearbeiten

Am 25. Januar 2013 erscheint ihr neues Album Ports & Chords in verschiedenen Versionen, wiederum auf dem bandeigenen Label „Findaway Records“, und steigt auf Platz 27 der deutschen Album-Charts ein. Das Album beinhaltet Features mit Künstlern wie Charlotte Cooper (The Subways) und Guido Knollmann (Donots). Im März und April spielt die Band die dazugehörige Tournee mit den Supports MxPx (USA) und Marathonmann. Es erscheinen Musikvideos der Songs We Say So, I Believe und The Pirate Song.

Nachdem die Band im Sommer und Herbst 2013 auf einigen europäischen Festivals auftraten und ein weiteres Video zum Song Tonight veröffentlichen, touren sie von Oktober bis Dezember durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Vorprogramm treten Mega! Mega! aus Berlin auf.

2015–2016: SixBearbeiten

Nachdem die Band das Jahr 2014 mit Songwriting und Studio-Aufnahmen verbrachte, erschien am 10. April 2015 ihr sechstes Album Six. Im Dezember 2014 erschien vorab ein Video des Songs Out there und Ende März 2015 dann die Single Dancing in the sun. Im Video zu diesem Song erhielt die Band Unterstützung von vielen NGOs, wie Sea Shepherd, Amnesty International, PETA, Ocean Care und Greenpeace.

Six stieg in Deutschland auf Platz 5 der Albumcharts ein, in Österreich auf Platz 35 und in der Schweiz auf Platz 80. In allen drei Ländern ist das die bis dato höchste Chartplatzierung der Band. Kurz nach der Veröffentlichung des Albums ging die Band auf eine Club-Tour in fünf deutschen Städten.

Anfang September erschien das Buch How To Survive As A Rock Band als eigenständiges Produkt im Handel, welches kurz nach Erscheinen bereits in die zweite Auflage ging. Auch die Single Kings & Queens, begleitet von einem Musikvideo, wurde im September veröffentlicht.

Im Oktober und November 2015 spielte die Band eine große Tour durch Deutschland, Österreich und Schweiz mit 24 Konzerten. Nach einer kurzen Tour durch Tschechien, einer weiteren großen Konzertreise durch den deutschsprachigen Raum sowie vielen europäischen Open-Air-Festivals im Jahr 2016, feierte die Band ihren 15. Bandgeburtstag mit einem Jubiläumskonzert in Ulm. Nach dem Konzert zog sich die Band für eine kreative Pause zurück.

2017–2018: All We Know und NamensänderungBearbeiten

Am 7. April 2017 gab die Band bekannt, von nun an unter dem Namen Itchy aufzutreten und veröffentlichte gleichzeitig die erste Single (Nothing) des am 21. Juli erscheinenden Albums All We Know. Am 19. Mai folgte die zweite Single Keep It Real, sowie die dritte Vorabauskopplung Fall Apart Anfang Juli, kurz vor der Albumveröffentlichung.

Neben Festivals in vielen Ländern Europas spielte Itchy im Sommer auch eine Support-Tour für die US-Punkband Bad Religion.

Im Herbst 2017 veröffentlichte Itchy die Single The Sea, für welche ein Musikvideo in Kooperation mit der Meeresschutz Organisation Ocean Care auf Mallorca gedreht wurde. Im Video und der dazugehörigen Kampagne wird auf die Thematik der Plastikmüll-Verschmutzung in den Weltmeeren aufmerksam gemacht. Für diverse Strand-Säuberungsaktionen an Land und unter Wasser wurden zum Teil auch die Fans der Band mit einbezogen.

Der Zeitraum zwischen November 2017 und Mai 2018 beinhaltete große Tourneen durch Deutschland, Tschechien, Österreich und Schweiz, sowie die Auskopplung des Songs Black mit einem Musikvideo bestehend aus Live-Szenen der All-We-Know-Tour. Ebenfalls 2018 wurde für das Bandjubiläum ihrer guten Freunde von Jennifer Rostock deren Lied Mein Mikrofon gecovert.

Seit 2018 sind Itchy außerdem Antarktisbotschafter für die Umweltorganisation Greenpeace und unterstützen die Forderung nach einem Meeresschutzgebiet im antarktischen Weddellmeer.[2]

 
Die Band Itchy während des Videodrehs zu ihrem Lied "Tut uns leid" mit Eisbärin Paula von Greenpeace 2020

2019–21: Ja als ob – Das erste Album auf DeutschBearbeiten

Nach fast zwei Jahren ohne eigene Tour und einem Sommer mit nur wenigen ausgewählten Festival-Auftritten, überraschte die Band die Öffentlichkeit im November 2019 mit der ersten Single aus ihrem kommenden 8. Studioalbum. Der Song "Faust" war der erste deutschsprachige Titel der Band und der Startschuss für das ebenfalls komplett in deutscher Sprache verfasste Album "Ja als ob", welches am 7. Februar 2020 erschien. In den Tagen rund um die Veröffentlichung spielte Itchy ausgewählte Mini-Konzerte in skurrilen Locations. So platzten u. a. ein Hotelzimmer in Hamburg, eine leerstehende Wohnung in Stuttgart, eine Kneipe in Köln und ein Späti in Berlin aus allen Nähten.

Im Dezember 2019 veröffentlichte die Band unter dem Hashtag #nichtlangefackeln gemeinsam mit Greenpeace eine Videobotschaft für mehr Klimaschutz auf YouTube.[3]

 
Corona-konforme musikalische Lesung des Punk-Rock-Trios Itchy im Innenhof der Batschkapp in Frankfurt/Main (2021)

Im März, nur 5 Tage vor Beginn der vielerorts ausverkauften Tournee, wurde auch Itchy Opfer der Corona-Beschränkungen und des ersten Lockdowns. Alle geplanten Termine mussten verlegt werden. Aktuell sind sie für November und Dezember 2021 geplant.

Dennoch blieb die Band nicht untätig. Direkt zu Beginn der Pandemie veröffentlichten sie ein offizielles Musikvideo zum Song "Herzlich Willkommen", welches ausschließlich aus Videoeinsendungen von Fans besteht, die zeigen wie die Fans zuhause im Lockdown den Song performen. Außerdem nahm die Band drei "Kurz & Schmerzlos Sessions" auf, Live im Proberaum/Studio eingespielte Versionen der Songs "Pflastersteine", "Ich wollte noch" und "Meine Fresse".

Im August und September veröffentlichte Itchy zwei neue Songs. "So wie ihr" und "Tut uns leid". Letzterer in Kooperation mit Greenpeace. Das dazugehörige Musikvideo ist quasi eine Fortsetzung zum Video zu "Dancing in the sun" aus dem Jahre 2015. Beide Videos thematisieren die Missstände auf dieser Welt und die Unfähigkeit der Menschen, etwas an diesen zu ändern.

Im Juni 2021 veröffentlichte die Band als Fortsetzung zu ihrem 2015 erschienenen Sachbuch How To Survive As A Rock Band aus Anlass des 20-jährigen Bestehens die Autobiografie 20 Years Down the Road.

DiskografieBearbeiten

StudioalbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH
2005 Heart to Believe DEDE ATAT CHCH
2007 Time to Ignite DE68
(2 Wo.)DE
ATAT CHCH
2009 Dead Serious DE39
(3 Wo.)DE
AT56
(1 Wo.)AT
CHCH
2011 Lights Out London DE35
(1 Wo.)DE
AT74
(1 Wo.)AT
CHCH
2013 Ports & Chords DE27
(1 Wo.)DE
ATAT CHCH
2015 Six DE5
(1 Wo.)DE
AT35
(1 Wo.)AT
CH80
(1 Wo.)CH
2017 All We Know DE18
(1 Wo.)DE
AT43
(1 Wo.)AT
CHCH
2020 Ja als ob DE19
(1 Wo.)DE
ATAT CHCH

LivealbenBearbeiten

  • 2004: Fuck-Ups … Live! (Eigenregie)

EPsBearbeiten

  • 2001: Two Thumbs Down (Demo-CD in Eigenregie)
  • 2003: … Having a Time! (Eigenregie)

SinglesBearbeiten

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Silence Is Killing Me
  DE 81 09.04.2007 (1 Wo.)
  • 2005: Say No
  • 2007: Silence Is Killing Me
  • 2007: And I'll Walk Away
  • 2007: You Don't Bring Me Down
  • 2009: The Living
  • 2009: Pretty Me
  • 2009: The Lottery
  • 2011: Why Still Bother
  • 2011: Down Down Down
  • 2011: It’s Tricky (Run DMC Cover)
  • 2012: We Say So
  • 2013: I Believe
  • 2013: The Pirate Song (feat. Guido (Donots))
  • 2013: Tonight
  • 2014: Out There
  • 2015: Dancing in the Sun
  • 2015: Kings & Queens
  • 2017: Nothing
  • 2017: Keep It Real
  • 2017: Fall Apart
  • 2017: The Sea
  • 2018: Black
  • 2019: Faust
  • 2019: Ja als ob
  • 2020: Gegen den Wind
  • 2020: So wie ihr
  • 2020: Tut uns leid

LiteraturBearbeiten

  • 2015: How To Survive As A Rock Band (Autobiografie)
  • 2021: 20 Years Down the Road – How To Survive As A Rock Band II (Autobiografie)

WeblinksBearbeiten

Commons: Itchy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. YouTube-Video: Itchy Poopzkid – Why Still Bother. Abgerufen am 2. Oktober 2010
  2. YouTube-Video: Itchy - The Sea (Live in Salzburg). Abgerufen am 2. März 2021.
  3. YouTube-Video: #nichtlangefackeln - die Message der band Itchy. Abgerufen am 2. März 2021.
  4. a b Chartquellen: