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Isserstedt ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Jena in Thüringen.

Isserstedt
Stadt Jena
Koordinaten: 50° 57′ 38″ N, 11° 31′ 17″ O
Höhe: 324 m ü. NN
Fläche: 6,85 km²
Einwohner: 838 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1994
Postleitzahl: 07751
Vorwahl: 036425
Dorfkirche Turmseite, 2010
Dorfkirche Turmseite, 2010

GeografieBearbeiten

Isserstedt liegt auf der Ilm-Saale-Platte im nordwestlichen Stadtgebiet von Jena. Im Ort kreuzen sich die B 7 zwischen Jena und Weimar und die L 1060 zwischen Großschwabhausen und Apolda. Das Stadtzentrum Jena liegt ca. 7 km entfernt. Nach Weimar sind es 14 km und zur Kreisstadt Apolda 7,5 km. Die nächste Autobahn ist die A 4 8,5 km südlich.

Benachbarte Jenaer Ortsteile sind Vierzehnheiligen im Nordosten, Lützeroda im Osten sowie Münchenroda und Remderoda im Süden. Zudem schließen sich die Gemeinde Saaleplatte im Norden und die Gemeinde Großschwabhausen im Westen an die Isserstedter Gemarkung an, die dem Landkreis Weimarer Land angehören.

Das zu Isserstedt gehörende Gebiet liegt im nordwestlichen Bereich auf den fruchtbaren Höhen der Ilm-Saale-Platte. Im Südosten liegt das bewaldete Mühltal mit seinen Nebentälern. Im unteren Ortsteil entspringt ein Oberlauf der Leutra, die in Luftlinie etwa 6 km weiter südöstlich in die Saale mündet. Die höchste Erhebung liegt bei 353 m ü. NN östlich der Holzecke.

GeschichteBearbeiten

Isserstedt wurde bereits im 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. erwähnt. Im 18. bis 19. Jahrhundert wurde in Isserstedt in Verbindung mit der Textilherstellung in Apolda das Handwerk des Strumpfwirkens betrieben. Die Gemeinde Isserstedt wurde 1994 mit weiteren umliegenden Dörfern nach Jena eingemeindet.

BurgstelleBearbeiten

Einst bildeten Isserstedt, Kötschau und Remderoda eine eigene Vogtei mit einem Schloss der Herren von Isserstedt. Die Besitzer dieser ehemaligen Wasserburg Isserstedt wurden erstmals 1174 genannt und noch bis ins 16. Jahrhundert erwähnt. Im Jahre 1272 verkaufte Berthold von Isserstedt dem Kloster Kapellendorf 200 Acker Holz für 80 Mark. Im Jahr 1333 gaben sie ihre Stammburg in Isserstedt auf. Zu Zeiten des Sächsischen Bruderkriegs (1446 bis 1451) war das Schloss im Besitz des Burchard Vitzthum von Roßla. 1452 wurde es nach Beendigung des Bruderkrieges gemeinsam mit dem benachbarten Dorf Lützendorf (heute Vierzehnheiligen) zerstört und den Einwohnern überlassen[1][2][3].

Am südöstlichen Rand von Isserstedt befinden sich die Überreste der mittelalterlichen Burganlage. Von der Burg ist ein Ruinenhügel mit umlaufenden Wall- und Grabenresten erkennbar geblieben. Hier liegt auch das Naturschutzgebiet Isserstedter Holz mit einer Größe von 122,31 ha, das 1961 ausgewiesen wurde. Es ist nahezu flächenidentisch mit einem ehemaligen Truppenübungsplatz an gleicher Stelle. Es ist ein Teil des Landschaftsschutzgebietes Mittleres Saaletal.

Entwicklung der EinwohnerzahlBearbeiten

Jahr Einwohner[4]
1995 721
1996 820
1997 865
1998 852
1999 864
2000 868
Jahr Einwohner[4]
2001 862
2002 852
2003 851
2004 857
2005 840
2006 852

Siehe auchBearbeiten

DenkmälerBearbeiten

  • Denkmal im Ort zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71
  • Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und
  • Denkstein für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs vor der Kirche

WirtschaftBearbeiten

Größter Arbeitgeber in Isserstedt ist ein 1992 eröffnetes SB-Warenhaus der Globus SB-Warenhaus Holding, das erste seiner Art in den neuen Bundesländern.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Isserstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Köhler, Michael: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze, Jenzig-Verlag, Jena 2003, ISBN 3-910141-56-0
  2. Ignasiak, Detlef: An der Saale und im Holzland – Ein kulturhistorischer Führer durch die Umgebung der Universitätsstadt Jena, quartus-Verlag, Jena 1997, ISBN 3-931505-17-0
  3. Jonathan Carl Zenker: Historisch-topographisches Taschenbuch von Jena und seiner Umgebung besonders in naturwissenschaftlicher u. medicinischer Beziehung. Mit dem Plane von Jena und einem geognostischen Profile. Frommann, Jena 1836, S. 150.
  4. a b Statistik von jena.de