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Israjel Hakobkochjan

sowjetischer Boxer
(Weitergeleitet von Israel Akopkochjan)

Israjel Hakobkochjan (armenisch Իսրայել Հակոբկոխյան, russisch Исраел Акопович Акопкохян, Israjel Akopkowitsch Akopkochjan; * 21. Oktober 1960 in Jerewan) ist ein ehemaliger sowjetischer Boxer armenischer Herkunft. Er war Weltmeister der Amateure 1989 im Halbmittelgewicht.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Israjel Hakobkochjan begann als Jugendlicher in Armenien mit dem Boxen. Er belegte 1978 bei der sowjetischen Juniorenmeisterschaft (U 20) in Lipezk im Leichtgewicht den 3. Platz. Im Jahre 1979 wurde er bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Yokohama im Leichtgewicht eingesetzt. Er besiegte Pierluigi Thierry aus Frankreich durch Abbruch in der 2. Runde und Raschko Lomski, Bulgarien, Darrell Chambers, USA und Rick Anderson aus Kanada jeweils nach Punkten und wurde damit Junioren-Weltmeister. Dies war sein erster großer internationaler Erfolg.

Im Jahre 1979 startete Israjel Hakobkochjan auch erstmals bei der sowjetischen Meisterschaft der Senioren und gewann mit einem Sieg im Finale über Waleri Grischkowtes den Meistertitel im Halbweltergewicht, nachdem er im Halbfinale auch Serik Konakbajew geschlagen hatte. Er gehörte zu diesem Zeitpunkt der Sportorganisation „Arbeiterreserven“ (Trud Reserwy) an.

1980 gewann Israjel Hakobkochjan in Belgrad mit einem Abbruch-Sieg in der 3. Runde über Mikulović aus Jugoslawien ein gut besetztes internationales Turnier. Im Endkampf der sowjetischen Meisterschaft dieses Jahres musste er sich aber Serik Konakbajew nach Punkten geschlagen geben. Bei den Olympischen Spielen in Moskau kam daraufhin Serik Konakbajew im Halbweltergewicht zum Einsatz, während er im Weltergewicht an den Start ging. Er unterlag aber schon im Achtelfinale gegen Andrés Aldama aus Kuba nach Punkten und kam damit nur auf den 9. Platz.

Bei einem nationalen Ausscheidungsturnier für die sowjetische Meisterschaft 1981 in Riga verlor Israjel Hakobkochjan im Weltergewicht erneut gegen Serik Konakbajew, qualifizierte sich aber trotzdem für diese Meisterschaften. Bei dieser holte er sich dann in Abwesenheit von Serik Konakbajew mit einem Finalsieg über Waleri Laptjew zum zweiten Mal den sowjetischen Meistertitel. Bei der Europameisterschaft der Amateurboxer 1981 kam er aber nicht zum Einsatz. Er gewann aber gegen Ende des Jahres 1981 noch das Turnier um den „Goldenen Handschuh“ in Bukarest mit einem Sieg im Finale über seinen Landsmann Oleg Koljadin.

1982 gewann er zum dritten Mal den sowjetischen Meistertitel. Er siegte im Weltergewicht über Wladimir Wassiljew klar nach Punkten. Internationale Meisterschaften fanden in diesem Jahr keine statt. Die Quellenlage ab 1983 lässt keine Aussagen über seine Erfolge bei den sowjetischen Meisterschaften mehr zu. Israjel Hakobkochjan war aber noch bis 1991 aktiv und hatte in den folgenden Jahren seine größten internationalen Erfolge. Es ist daher anzunehmen, dass er im Zeitraum von 1983 bis 1991 noch mehrmals sowjetischer Meister geworden ist, denn ansonsten wäre er bei den internationalen Meisterschaften nicht eingesetzt worden.

In den Jahren 1983 und 1984 kam Israjel Hakobkochjan zu keinen Einsätzen bei internationalen Meisterschaften. Bei der Europameisterschaft 1983 in Warna startete im Weltergewicht Piotr Galkin für die Sowjetunion und bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles waren keine sowjetischen Sportler am Start.

Während der Ableistung seines Militärdienstes wurde er im Jahr 1985 Sieger bei der SKDA-Meisterschaft (Meisterschaft der befreundeten Armeen der sozialistischen Staaten). Er siegte dabei im Bydgoszcz im Weltergewicht im Finale über Jacek Olejniczak aus Polen nach Punkten. Im gleichen Jahr wurde er in Budapest mit Siegen über Romeo Kensmith, Niederlande, Vedat Onsoy, Türkei, Borislaw Abadschiew, Bulgarien und Joni Nyman aus Finnland erstmals Europameister der Amateure im Weltergewicht. Schließlich gewann er gegen Ende des Jahres 1985 in Seoul mit Siegen über Derrick Frazer, Kanada, Kim Tong-Gil, Südkorea und Darryl Lattimore, USA auch den World Cup im Weltergewicht.

1986 startete Israjel Hakobkochjan in Reno/USA bei der Weltmeisterschaft der Amateure. Im Weltergewicht kam er dabei zu Siegen über Helmut Gertel aus der BRD und Carlos Marcano aus Venezuela. Er unterlag im Viertelfinale aber gegen Torsten Schmitz aus der DDR und schied ohne Medaillengewinn aus. Bei den im gleichen Jahr in Moskau stattfindenden "Goodwill-Games" startete er erstmals eine Gewichtsklasse höher. Im Halbmittelgewicht siegte er dort über Sayed Maafoud aus dem Jemen, Mylon Watkins aus den USA und seinen sowjetischen Landsmann Wiktor Jegorow und wurde Turniersieger.

In den Jahren 1987 und 1988 war Israjel Hakobkochjan bei keinen internationalen Meisterschaften zu sehen. 1987 wurde er aber sowjetischer Vizemeister im Weltergewicht nach einer Punktniederlage gegen Wassili Schischow. Er feierte aber 1989 als beinahe Dreißigjähriger ein großes Comeback. In diesem Jahr fanden Europameisterschaften in Athen und Weltmeisterschaften in Moskau statt. Beide Male hieß der Sieger im Halbmittelgewicht Israjel Hakobkochjan. In Athen siegte er dabei vor Rudel Obreja aus Rumänien und Enrico Richter aus der DDR und in Moskau feierte er Punktsiege über Albert Pepilaya aus Indonesien, Raymond Downey aus Kanada, Rudel Obreja und Torsten Schmitz, gegen den er sich also für die Niederlage bei der Europameisterschaft 1986 revanchieren konnte. Bemerkenswert ist noch ein Sieg, den Israjel Hakobkochjan 1989 in einem Länderkampf in Spokane/USA feierte. Er schlug dort im Halbmittelgewicht den späteren Profi-Weltmeister im Schwergewicht Chris Byrd, der auch gegen die "Klitschkos" im Ring stand, nach Punkten.

Im letzten Jahr seiner Zeit als aktiver Boxer im Jahre 1991 wäre Israjel Hakobkochjan beinahe eine Wiederholung seiner großen Erfolge von 1989 gelungen. Er wurde zunächst in Göteborg mit einem Sieg im Finale über Torsten Schmitz zum dritten Mal Europameister und besiegte bei der Weltmeisterschaft in Sydney Salem Karim Kabbary aus dem Iran, Robin Reid aus England und Ole Klemetsen aus Norwegen und stand damit im Finale gegen Juan Carlos Lemus aus Kuba. In einem harten Gefecht unterlag er diesem nach Punkten und musste sich deshalb mit dem Vize-Weltmeistertitel begnügen.

Nach dieser Weltmeisterschaft beendete Israjel Hakobkochjan seine lange und sehr erfolgreiche Laufbahn als Boxer, in der es ihm aber nicht vergönnt war, eine olympische Medaille zu gewinnen.

LänderkämpfeBearbeiten

Meisterschaften der UdSSRBearbeiten

(Le = Leichtgewicht, Hw = Halbweltergewicht, We = Weltergewicht, Hm = Halbmittelgewicht, damals bis 60 kg, 63,5 kg, 67 kg u. 71 kg Körpergewicht)

  • 1979, Hw: 1. Israjel Hakobkochjan, 2. Waleri Grischkowets, 3. R. Salevius u. Serik Konakbajew,
  • 1980, Hw: 1. Serik Konakbajew, 2. Israjel Hakobkochjan, 3. Oleg Koselski u. Wladimir Solotarjew,
  • 1981, We: 1. Israjel Hakobkochjan, 2. Waleri Laptjew, 3. Wladimir Wassiljew u. Alexei Polischtschuk,
  • 1982, We: 1. Israjel Hakobkochjan, 2. Wladimir Wassiljew, 3. Alexei Polischtschuk u. Oleg Koljadin,
  • 1987, We: 1. Wassili Schischow, 2. Israjel Hakobkochjan

EinzelnachweiseBearbeiten

  • Fachzeitschrift Box Sport aus den Jahren 1978 bis 1991,
  • Website "www.amateur-boxing.strefa.pl"
  • Website "www.sports123.com"