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Isola del Giglio

italienische Gemeinde

Isola del Giglio (deutsch Insel Giglio) ist eine Gemeinde in der Provinz Grosseto der Region Toskana in Italien. Die Gemeinde besteht aus den beiden bewohnten Inseln Giglio und Giannutri sowie einigen kleinen Felseilanden (u. a. Isola della Cappa). Giglio befindet sich etwa 50 Kilometer südöstlich von Elba und rund 18 Kilometer westlich der Halbinsel Monte Argentario. Giannutri liegt 14 Kilometer südlich des Monte Argentario.

Isola del Giglio
Wappen
Isola del Giglio (Italien)
Isola del Giglio
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Grosseto (GR)
Koordinaten 42° 22′ N, 10° 54′ OKoordinaten: 42° 21′ 57″ N, 10° 54′ 7″ O
Höhe 405 m s.l.m.
Fläche 23,80 km²
Einwohner 1.436 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 60 Einw./km²
Postleitzahl 58012 (Giglio Castello)
58013 (Giglio Porto)
58010 (Giglio Campese)
58019 (Giannutri)
Vorwahl 0564
ISTAT-Nummer 053012
Volksbezeichnung Gigliesi
Schutzpatron San Mamiliano (15. September)
Website Gemeinde Isola del Giglio

Der größte Teil der knapp 1500 Einwohner lebt in den drei Dörfern Porto, Castello und Campese der Insel Giglio. Auf Giannutri leben lediglich etwa zehn Personen.

Traurige internationale Aufmerksamkeit erhielt die Insel Giglio im Januar 2012, als das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der Insel auf Grund lief.

Inhaltsverzeichnis

InselBearbeiten

Die Insel Giglio ist überwiegend gebirgig und der höchste Gipfel, der Poggio della Pagana, erreicht 496 m.ü.M. Die Insel besteht fast ausschließlich aus Granit mit Ausnahme des Franco Promontorios im Nordwesten der Insel, welcher aus Kalkstein gebildet ist. Die Küste ist vorwiegend felsig und knapp 28 km lang. Die vier größten Strände sind Campese auf der westlichen Seite und Arenella, Cannelle und Caldane auf der östlichen Seite.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.

BildergalerieBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Die Insel war seit der Eisenzeit bewohnt. Später war es wahrscheinlich eine etruskische Militärbasis. Auch unter römischer Herrschaft war es eine recht wichtige Basis im Tyrrhenischen Meer, wie zum Beispiel von Julius Caesar in De Bello Civile und vom Dichter Claudio Rutilio Namaziano erwähnt.

Am Rande des Hafens Giglio Porto, leicht unter dem Meeresspiegel, sind noch heute die Reste der römischen Villa der Adelsfamilie Domizi Enobarbi sichtbar: es handelt sich um die Mauern eines Fischzuchtbeckens sowie um die Strukturen entlang der Bucht mit einer Reihe von Bögen und einer Terrasse. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde es von verschiedenen Adelsfamilien Mittelitaliens regiert, zum Beispiel der Familie Aldobrandeschi, von 1264 bis 1406 von den Pisanern, und dann von der Familie Medici des Großherzogtums Toskana. Im Jahr 1544 plünderte der Pirat Khayr al-Din, bekannt als Barbarossa, die Insel und deportierte die rund 700 Gigliesen als Sklaven. Die Insel wurde daraufhin von der Medici-Familie mit der Bevölkerung aus dem Gebiet bei Siena wiederbevölkert, Küstentürme erbaut und die Stadtmauern vom Ort Castello verstärkt. Die Piratenangriffe in den toskanischen Gewässern setzten sich bis 1799 fort.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in den Minen bei Campese Pyrit abgebaut. Seit den 60iger Jahren hat dann der Tourismus begonnen, der heute die Haupteinnahmequelle der Insel ist.

Untergang der Costa ConcordiaBearbeiten

Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia, welches zur amerikanischen Gesellschaft Carnival gehörte, legte am Abend des 13 Januars 2012, einem Freitag, in Civitavecchia für eine Kreuzfahrt im Mittelmeer ab. Geplant waren Zwischenlandungen in Savona, Marseille, Barcelona, Palma de Mallorca, Cagliari, Palermo.

Um 21:42 berührt das Schiff die Felsengruppe Le Scole unweit des Hafens der Insel Giglio. Der Rumpf wurde auf einer Länge von fast 70 Metern aufgeschlitzt, das Schiff bekam Schlagseite und lief nur wenige Stunden später etwas nördlich vom Hafen Giglio Porto auf Grund. 32 Menschen starben. Die Bergungsarbeiten dauerten mehr als 2 Jahre und das Wrack wurde am 22. Juli 2014 nach Genua abgeschleppt.

WeblinksBearbeiten