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Triathlon Ironman 70.3 Austria
Austragungsort St. Pölten
OsterreichÖsterreich Österreich
Erste Austragung 2007
Letzte Austragung 2019
Veranstalter World Triathlon Corporation
Rekorde
Distanz Swimming pictogram.svg 1,9 km

Cycling (road) pictogram.svg 90 km
Athletics pictogram.svg 21,1 km

Streckenrekord Männer: 3:51:36 h, 2018
OsterreichÖsterreich Michael Weiss
Frauen: 4:14:25 h, 2018
DeutschlandDeutschland Laura Philipp
Website Offizielle Website

Der Ironman 70.3 Austria war eine von 2007 bis 2019 im österreichischen St. Pölten ca. 65 km westlich von Wien stattfindende Triathlon-Sportveranstaltung über die Mitteldistanz 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen.

Ironman 70.3 ist ein geschütztes Markenzeichen des chinesischen Dalian Wanda Konzerns bzw. dessen Tochterunternehmens WTC, die ursprünglich dessen Nutzung gegen Zahlung von Lizenzgebühren an unabhängige Veranstalter vergab und seit 2009 zunehmend auch selbst als Veranstalter auftritt.

OrganisationBearbeiten

Das Rennen über die halbe Ironman-Distanz wurde 2007 erstmals in Österreich durch die Triangle Sports & Promotion GmbH veranstaltet, die bereits seit 1998 den Ironman Austria und zeitweise auch den Ironman France, den Ironman South Africa, den Ironman 70.3 South Africa und den Ironman 70.3 Monaco organisierte. Der Triathlon entstand als fünfter europäischer sowie zwanzigster Event weltweit mit dem Markenzeichen „Ironman 70.3“ im Veranstaltungsnamen. Gemäß Presseinformationen von Triangle stand die Wahl der niederösterreichischen Hauptstadt St. Pölten als Austragungsort erst nach langen Verhandlungen fest, wobei die zentrale Lage und die leichte Erreichbarkeit ausschlaggebend gewesen wären. Triangle kündigte vor der Premiere, deren Budget sie mit einer Million Euro bezifferte, dessen weltweite Übertragung durch eine Fernsehproduktion des ORF an und warb bereits zur ersten Austragung mit einem erwarteten Nutzen für die Region von rund 12.000 Nächtigungen sowie einer prognostizierten Wertschöpfung von rund 5,2 Millionen Euro.[1][2] De facto erwies sich diese Erwartung zumindest für die Erstaustragung als unrealistisch: Bei der Premiere standen letztlich nur 568 Athleten (bei einem Teilnehmerlimit von 1500 Triathleten) am Start, die Presse schrieb von rund 5000 Zuschauern vor Ort.[3]

Die Teilnahmegebühr in St. Pölten betrug bei der Premiere 160 Euro.[1] Bei der Erstaustragung des Ironman 70.3 Austria am 2. Juni 2007 war eine Qualifikation für 75 Startplätze bei einem Triathlon in Clearwater als Abschluss der Ironman-70.3-Serie möglich. Die schnellsten Amateure in deren Altersklassen sowie Profi-Triathleten können diese Startplätze nachmittags nach dem Wettkampf in St. Pölten erwerben. Dieses Serienfinale wird unter dem Namen „Ironman 70.3 World Championship“ beworben, stellt aber keine durch einen internationalen Verband vergebene formale Weltmeisterschaft dar. Bei der Premiere 2007 konnte sich der Deutsche Michael Göhner nach 75 km auf der Radstrecke an die Spitze setzen und gewann schließlich vor Gerrit Schellens. Schnellste Frau war die Ungarin Erika Csomor.[3]

2009 fand das Rennen in St. Pölten am 24. Mai statt, Athleten aus 39 Nationen waren gemeldet. Chris McCormack erreichte nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen drei Sekunden vor dem Zweitplatzierten Marino Vanhoenacker das Ziel. Bei den Frauen gelang Sandra Wallenhorst mit dem schnellsten Halbmarathon der Sieg vor Lucie Zelenkova, die nach der zweiten Disziplin noch vor Eva Dollinger und Caroline Steffen an der Spitze gelegen hatte.[4]

2010 verkauften die Inhaber von Triangle ihre Firma inklusive der Rechte an ihren Veranstaltungen an die inzwischen in den Besitz einer Investmentgesellschaft gegangenen WTC.[5][6] 2010 wurde die Zahl der in St. Pölten angebotenen Startplätze für das Serienfinale, die für je 270 Euro erworben werden konnten, auf fünfzig reduziert.[7] 2010 verbesserte der Tscheche Filip Ospalý den Streckenrekord auf 3:46:01 h und unterbot damit die Siegerzeit aus dem Vorjahr um mehr als acht Minuten. Bei den Frauen konnte die seit 2007 in Österreich lebende Niederländerin Yvonne van Vlerken den Endspurt vor der Ungarin Erika Csomor knapp für sich entscheiden.[8]

Zur fünften Austragung 2011 waren Anmeldungen von mehr als 2300 Athleten aus 50 Nationen eingegangen.[9] Seit 2012 wird vom gleichen Veranstalter rund 340 km westlich von St. Pölten auch der Ironman 70.3 Zell am See-Kaprun veranstaltet.

Seit 2013 werden in St. Pölten noch 30 Startplätze für das Saisonfinale verkauft.[10] Im Mai 2013 waren 2268 Athleten am Start und die Schwimmdistanz musste in diesem Jahr witterungsbedingt ersatzlos gestrichen werden.[11]

2014 konnte Lisa Hütthaler hier ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen und stellte mit 4:17:20 h einen neuen Streckenrekord bei den Frauen auf.[12]

 
Der zweimalige Sieger Andreas Böcherer (2015, 2016)
 
Laura Philipp, Siegerin 2016, 2017 und 2018

2015 gingen insgesamt 2123 Anmeldungen beim Veranstalter ein, im Vorfeld hatte der Veranstalter als Teilnehmerlimit 2400 Starter genannt. Um der Windschattenproblematik entgegenzuwirken, starten die Athleten bereits seit der Premiere in einzelnen Startgruppen. Der Start der Profi-Athleten erfolgt dabei etwa zehn Minuten vor den Amateuren. Insgesamt gab es 2015 zehn Startgruppen. Im Mai 2015 konnten mit Anja Beranek und Andreas Böcherer erstmals zwei deutsche Athleten das Rennen für sich entscheiden.[13]

Die Anmeldegebühr stieg für 2016 auf 302 Euro für Einzelstarter sowie 402 Euro für Staffeln, bei Anmeldung mehrere Monate vor dem Wettkampf sind niedrigere Teilnahmegebühren möglich. 2016 betrug die von den qualifizierten Athleten direkt vor Ort in bar zu entrichtende Teilnahmegebühr für die „Ironman 70.3 World Championship“ 378 Euro (jeweils inklusive obligatorischer Servicegebühr). 2016 konnte Böcherer seinen Titel erfolgreich verteidigen.

Im Mai 2018 holte sich die Deutsche Laura Philipp nach 4:14:25 h mit neuem Streckenrekord ihren dritten Sieg in Folge und auch der Österreicher Michael Weiss verbesserte bei den Männern den Streckenrekord auf 3:51:36 h.

Fortführung als „Challenge St. Pölten“ ab 2020Bearbeiten

Nach der 13. Austragung 2019 kam es zu einem Wechsel des Veranstalters.[14] Wie im Mai bekannt wurde, soll das Rennen am 24. Mai 2020 unter neuem Veranstalter im Rahmen der internationalen Challenge-Rennserie als „Challenge St. Pölten“ ausgetragen werden.[15]

StreckenverlaufBearbeiten

  • Die Schwimmdistanz startet im Viehofner See und nach 900 Metern Schwimmen gibt es einen etwa 200 Meter langen Landgang zum Ratzersdorfer See.
  • Die Radstrecke verläuft über eine 90 km lange einmal zu durchfahrende Runde durch die Wachau mit etwa 1024 hm – über Herzogenburg, Traismauer, Krustetten, Krems, Mautern, Weißenkirchen, Aggsbach, Gansbach und Obritzberg wieder zurück zur Wechselzone in St. Pölten. Auf einem ca. 16 km langen Teilstück zu Beginn der Radstrecke verläuft diese über das für die Veranstaltung gesperrte Autobahnteilstück der Kremser Schnellstraße S33 zwischen Anschlussstelle St. Pölten Nord bis zur Anschlussstelle Traismauer Nord.
  • Der abschließende Halbmarathon wird über zwei Runden am östlichen und westlichen Ufer der Traisen ausgetragen.

SiegerlisteBearbeiten

Männer Frauen
Datum/Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz
26. Mai 2019 Deutschland  Franz Löschke Osterreich  Thomas Steger Osterreich  Michael Weiss
27. Mai 2018 Osterreich  Michael Weiss (SR) Schweiz  Ruedi Wild Italien  Giulio Molinari
21. Mai 2017 Deutschland  Nils Frommhold Deutschland  Andreas Böcherer Deutschland  Maurice Clavel
22. Mai 2016 Deutschland  Andreas Böcherer -2- Schweiz  Ruedi Wild Osterreich  Paul Reitmayr
17. Mai 2015 Deutschland  Andreas Böcherer Deutschland  Nils Frommhold Schweiz  Jan van Berkel
25. Mai 2014 Spanien  Eneko Llanos Belgien  Marino Vanhoenacker Osterreich  Michael Weiss
26. Mai 2013 Belgien  Bart Aernouts Deutschland  Andreas Böcherer Spanien  Eneko Llanos
20. Mai 2012 Tschechien  Filip Ospalý -3- Deutschland  Andreas Raelert Frankreich  Cyril Viennot
22. Mai 2011 Tschechien  Filip Ospalý -2- Osterreich  Michael Weiss Vereinigtes Konigreich  Paul Amey
30. Mai 2010 Tschechien  Filip Ospalý Australien  Chris McCormack Deutschland  Andreas Raelert
24. Mai 2009 Australien  Chris McCormack Belgien  Marino Vanhoenacker Italien  Massimo Cigana
24. Mai 2008 Italien  Massimo Cigana Schweden  Björn Andersson Deutschland  Michael Göhner
02. Juni 2007 Deutschland  Michael Göhner Belgien  Gerrit Schellens Deutschland  Hans Mühlbauer
Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz
2019 Schweden  Sara Svensk Osterreich  Bianca Steurer Deutschland  Julia Gajer
2018 Deutschland  Laura Philipp -3- (SR) Danemark  Helle Frederiksen Deutschland  Anja Beranek
2017 Deutschland  Laura Philipp -2- Niederlande  Yvonne van Vlerken Osterreich  Lisa Hütthaler
2016 Deutschland  Laura Philipp Niederlande  Yvonne van Vlerken Deutschland  Anja Beranek
2015 Deutschland  Anja Beranek Schweiz  Nicola Spirig Hug Deutschland  Laura Philipp
2014 Osterreich  Lisa Hütthaler -2- Finnland  Kaisa Lehtonen Deutschland  Svenja Bazlen
2013 Osterreich  Lisa Hütthaler Schweden  Eva Nyström Niederlande  Yvonne van Vlerken
2012 Deutschland  Julia Gajer Ungarn  Erika Csomor Schweiz  Natascha Badmann
2011 Schweiz  Karin Thürig Ungarn  Erika Csomor Niederlande  Yvonne van Vlerken
2010 Niederlande  Yvonne van Vlerken -2- Ungarn  Erika Csomor Schweiz  Karin Thürig
2009 Deutschland  Sandra Wallenhorst Tschechien  Lucie Zelenková Schweiz  Caroline Steffen
2008 Niederlande  Yvonne van Vlerken Ungarn  Erika Csomor Deutschland  Sandra Wallenhorst
2007 Ungarn  Erika Csomor Danemark  Charlotte Kolters Italien  Edith Niederfriniger

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kai Baumgartner: Vertrag unterzeichnet: Austria IRONMAN 70.3 in St. Pölten fixiert. In: 3athlon.de. 22. November 2006, archiviert vom Original am 5. Mai 2007; abgerufen am 15. Februar 2016.
  2. Austria IRONMAN 70.3 in St. Pölten fixiert. In: tri2b.com. 15. November 2006, abgerufen am 15. Februar 2016.
  3. a b Göhner und Csomor bei Premiere in St. Pölten siegreich. In: tri2b.com. 2. Juni 2007, abgerufen am 15. Februar 2016.
  4. Dennis Wachter: Ironman 70.3 St. Pölten. In: tri2b.com. 24. Mai 2009, abgerufen am 15. Februar 2016.
  5. Dan Empfield: WTC sold to private equity firm. In: slowtwitch.com. 8. September 2008.
  6. Elzabe Boshoff, Marietjie VanDerMerwe: The Heart of an Ironman South Africa. 2. Auflage. Meyer & Meyer, 2012, ISBN 978-1-84126-363-2, S. 16–17.
  7. Clearwater Qualifikation. Archiviert vom Original am 2. Juni 2010; abgerufen am 15. Februar 2016.
  8. Harald Eggebrecht: Ironman 70.3 Austria: Ospaly und van Vlerken gewinnen mit neuen Streckenrekorden. In: tri2b.com. 30. Mai 2010, abgerufen am 15. Februar 2016.
  9. IRONMAN 70.3 St. Pölten: Die Jubiläumsausgabe steckt in den Startlöchern (5. April 2011)
  10. Qualifikation Las Vegas | Ironman 70.3 St Pölten. Archiviert vom Original am 17. März 2013; abgerufen am 15. Februar 2016.
  11. Harald Eggebrecht: St. Pölten: Böcherer Zweiter bei der Kälteschlacht. In: tri2b.com. 26. Mai 2013, abgerufen am 15. Februar 2016.
  12. René Penno: Ironman 70.3 St. Pölten: Heimsieg bei den Frauen. In: tri2b.com. 26. Mai 2014, abgerufen am 15. Februar 2016.
  13. Deutsche Triathleten gewinnen in Österreich (17. Mai 2015)
  14. orf.at: Aus für Ironman-Marke in St. Pölten. Artikel vom 30. Mai 2019, abgerufen am 30. Mai 2019.
  15. Herzlich Willkommen Challenge St. Pölten