Internacional Porto Alegre

Brasilianischer Multisportverein

Der Sport Club Internacional, kurz SC Internacional, Internacional oder einfach nur Inter und im deutschen Sprachraum allgemein bekannt als Internacional Porto Alegre, ist ein Fußballklub aus Porto Alegre, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul der weltweit ins Rampenlicht trat, als er 2006 die FIFA Klub-Weltmeisterschaft gewann. Das Maskottchen des Vereins ist Saci, ein koboldähnliches Wesen schwarzer Hautfarbe mit nur einem Bein, das der Sagenwelt der frühen Sklavenzeit Brasiliens entstammt.

Internacional Porto Alegre
SC Internacional PA.svg
Basisdaten
Name Sport Club Internacional
Sitz Porto Alegre,
Rio Grande do Sul, Brasilien
Gründung 4. April 1909
Farben rot und weiß
Mitglieder 126.000 (9. September 2019)[1]
Präsident Marcelo Medeiros
Website internacional.com.br
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Mano Menezes
Spielstätte Estádio Beira-Rio
Plätze 56.000
Liga Série A
Staatsmeisterschaft Rio Grande do Sul
2021
2021
12. Platz
2. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

HistorieBearbeiten

Der Klub wurde am 4. April 1909 gegründet. Das Stadion von Internacional Porto Alegre ist das Beira-Rio-Stadion mit einer Zuschauerkapazität von 56.000. Die Mannschaft spielt für gewöhnlich in roten Trikots und weißen Hosen. Internacional ist die einzige Mannschaft in der Geschichte des brasilianischen Fußballs, die eine nationale Meisterschaft unbesiegt gewann (1979).

1984 repräsentierten die Spieler der Mannschaft von Internacional bei den Olympischen Spielen von Los Angeles Brasilien und holten die Silbermedaille.

Im Jahr 2005 verlor Internacional die nationale Meisterschaft aufgrund eines Schiedsrichterskandals und der nachfolgenden Annullierung und Wiederholung einiger Spiele. Auf dem Platz hatte Internacional die Meisterschaft zunächst gewonnen, doch in den Wiederholungsspielen holte der Konkurrent Corinthians São Paulo vier zusätzliche Punkte und zog noch an Inter vorbei. Bis heute beschwert sich die Fangemeinde von Internacional jedoch, dass der Schiedsrichter auch beim direkten Duell im Stadion Pacaembu in São Paulo, einen Strafstoß für Internacional beim Stand von 1:1 nicht gab, sondern den bis dahin besten Spieler von Inter, Tinga, wegen einer vermeintlichen Schwalbe des Feldes verwies.[2] Zwei Wochen sicherte sich Corinthians den Titel mit nur 3 Punkten Vorsprung vor Inter.

Im Jahr 2006 gewann Internacional dann mit Ergebnissen von 2:2 und 2:1 im Finale gegen den FC São Paulo die Copa Libertadores. Im Dezember desselben Jahres krönte Inter mit einem 1:0-Finalsieg gegen den FC Barcelona in Tokio die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte und wurde auch Klub-Weltmeister. 2008 konnte Inter die Copa Sudamericana gewinnen und nennt sich seitdem campeão de tudo (frei übersetzt: Meister aller Wettbewerbe) – was eine Spitze gegen den Stadt- und Erzrivalen Grêmio Porto Alegre darstellt, der zwar viele, aber nicht alle möglichen Titel gewonnen hat und dem ausgerechnet die Copa Sudamericana als einzige Trophäe noch fehlt.[3] Im Jahr 2010 gewann Internacional erneut die Copa Libertadores. In den Finalspielen besiegte Inter das Team von Deportivo Guadalajara aus Mexiko mit 2:1 und 3:2. Im Dezember des Jahres 2010 verlor Internacional das Halbfinale der Vereinsweltmeisterschaft überraschend gegen den kongolesischen Verein Tout Puissant Mazembe mit 0:2. Internacional war damit nach Real Madrid im Jahr 2000 der zweite Verein aus Europa und Südamerika, der bei diesem Wettbewerb den Einzug in das Finale verfehlte.

 
Das Stadion Beira-Rio 2014

Bis zur Meisterschaftssaison 2016 gehörte Internacional zu den drei Klubs, die immer in der obersten brasilianischen Liga spielten. Am Ender der 2016er Saison musste der Klub auf Tabellenplatz sechzehn liegend in die Serie B absteigen. In der Spielzeit 2017 gelang als Tabellenzweiter der direkte Wiederaufstieg in die Serie A. Bis kurz vor Ende der Saison 2018 konnte der Klub um die Meisterschaft mitspielen und belegte am Ende den dritten Platz.

Das Vereinslogo veränderte sich im Zuge der Jahre. Die letzte Anpassung erfolgte 2009, bei welcher auf Sterne über dem Logo verzichtet wurde und der Vereinsname integriert wurde.

Entwicklung des Vereinslogos
1909 1977–1979 1993–2005 2006 2007 2009-
           

ErfolgeBearbeiten

* unbesiegt

Aktueller KaderBearbeiten

Stand: Juni 2022[4]

Nr. Position Name
1 Brasilien  TW Daniel
2 Brasilien  AB Heitor
3 Brasilien  AB Kaique Rocha (ausgeliehen von Sampdoria Genua)
4 Brasilien  AB Rodrigo Moledo
5 Brasilien  MF Liziero (ausgeliehen von FC São Paulo)
6 Brasilien  AB Paulo Victor
7 Brasilien  ST Taison (C) 
8 Brasilien  MF Edenílson
9 Brasilien  ST Wesley Moraes (ausgeliehen von Aston Villa)
10 Brasilien  MF Alan Patrick
11 Brasilien  ST Wanderson (ausgeliehen von FK Krasnodar)
12 Brasilien  TW Keiller
14 Uruguay  ST Carlos De Pena
16 Argentinien  AB Fabricio Bustos
17 Brasilien  ST David
18 Brasilien  ST Matheus Cadorini
20 Brasilien  AB Moisés
21 Brasilien  MF Gabriel Boschilia
Nr. Position Name
23 Brasilien  MF Gabriel
24 Brasilien  TW Anthoni
25 Argentinien  AB Gabriel Mercado
26 Brasilien  MF Estêvão
27 Brasilien  MF Mauricio
28 Brasilien  ST Pedro Henrique
30 Vereinigte Staaten  MF Johnny
32 Brasilien  MF Bruno Gomes
33 Brasilien  AB Renê
35 Brasilien  ST Alemão
36 Brasilien  AB Thauan Lara
37 Brasilien  MF Lucas Ramos
41 Brasilien  MF Matheus Dias
44 Brasilien  AB Vitão (ausgeliehen von Schachtar Donezk)
47 Brasilien  ST Caio Vidal
52 Brasilien  TW Emerson Junior
77 Brasilien  ST Gustavo Maia (ausgeliehen von FC Barcelona Atletic)

Ausgeliehene SpielerBearbeiten

Stand: Juni 2022[5]

Nr. Position Name
Brasilien  ST Peglow (ausgeliehen an FC Porto bis 30. Juni 2022)
Brasilien  AB Léo Borges (ausgeliehen an FC Porto bis 30. Juni 2022)
Argentinien  AB Víctor Cuesta (ausgeliehen an Botafogo FR bis 31. Dezember 2022)
Nr. Position Name
Brasilien  MF Nonato (ausgeliehen an Fluminense Rio de Janeiro bis 31. Dezember 2022)
Brasilien  ST Thiago Galhardo (ausgeliehen an Celta Vigo bis 30. Juni 2022)
Brasilien  AB Rodrigo Lindoso (ausgeliehen an Ceará SC bis 31. Dezember 2022)

TrainerBearbeiten

SpielerBearbeiten

FrauenfußballBearbeiten

Internacional Porto Alegre war einer der ersten Spitzenvereine Brasiliens der 1984 eine Frauenfußballabteilung gründete, fünf Jahre nach der Aufhebung des gesetzlichen Verbotes. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung wurde diese Sektion 2017 neu aufgestellt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Internacional alcança número recorde de sócios. In: Gazeta Esportiva. 9. September 2019, abgerufen am 4. Mai 2021 (portugiesisch).
  2. Zusammenfassung Corinthians vs Internacional auf YouTube.com, strittige Szene inkl. Kommentierung ab Min 3:32
  3. Anderson Ribeiro: Por que o Internacional é “campeão de tudo”? torcedores.com, 14. Mai 2018, abgerufen am 10. Januar 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  4. Futebol Masculino. Abgerufen am 30. Juni 2022 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. SC Internacional Porto Alegre - Leihspieler-Historie. Abgerufen am 30. Juni 2022.