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Intercell AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN FR0004056851
Gründung 1997
Sitz Wien, Österreich
Leitung Thomas Lingelbach, Vorstandsvorsitzender
Mitarbeiterzahl 280 (Dezember 2011)[1]
Umsatz 32,884 Mio (2011)[1]
Branche Biotechnologie
Website www.valneva.com

Die Intercell AG war ein österreichisches Biotechnologieunternehmen mit Sitz in Wien, das auf die Entwicklung von prophylaktischen und therapeutischen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten spezialisiert war. Intercell kooperierte mit den Pharmaunternehmen Novartis, MSD oder Sanofi-Aventis. Am 28. Mai 2013 vereinigte sich das Unternehmen mit der französischen Vivalis SA zu einer Firma mit dem Unternehmensnamen Valneva SE mit Sitz in Lyon.

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen wurde 1997 als Ableger des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie am Campus Vienna Biocenter in Wien gegründet.

Bis 2004 erfolgte die Finanzierung über Risikokapital, seit dem 28. Februar 2005 notiert Intercell an der Wiener Börse. Im Juni 2006 erfolgte eine Kapitalerhöhung, womit das Unternehmen bis zu der für 2008 geplanten Erreichung der Gewinnschwelle ausfinanziert ist.

Anfang Dezember 2008 wurde ein Vertrag zwischen Intercell USA und dem Gesundheitsministerium der Vereinigten Staaten entsprechend geändert, um Intercell weitere Zahlungen zur Entwicklung des immunstimulierenden Pflasters gegen pandemische Grippe zukommen zu lassen. Im Mai 2009 wurde die entsprechende Phase-II-Studie in den USA gestartet.

Mitte Dezember 2008 erhielt Intercell zunächst vom Australian Drug Evaluation Committee und kurz danach auch vom Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur positive Stellungnahmen zur Zulassung des Impfstoffes gegen die Japanische Enzephalitis (Handelsname: Ixiaro), was zu einer weiteren Meilensteinzahlung des Großaktionärs und Kooperationspartners Novartis führte. Seit April 2009 ist das Medikament in den USA und Europa zugelassen.[2] Ende März 2009 schloss Intercell einen mehrjährigen Exklusivvertrag mit dem US-Verteidigungsministerium über den Ankauf von Ixiaro ab.[3]

Am 5. April 2010 kaufte das Unternehmen von der Cytos Biotechnology Ltd. eine Technologieplattform zur Identifizierung von monoklonalen Antikörpern für 15 Millionen Euro. Die Technologie basiert auf der Expressionsklonierung monoklonaler Antikörper aus humanen B-Zellen und ermöglicht die Identifizierung anti-infektiöser Antikörper zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionskrankheiten.[4]

Im Mai 2013 fusionierte Intercell mit dem französischen Unternehmen Vivalis SA, das neue Unternehmen heißt jetzt Valneva SE.[5]

AuszeichnungenBearbeiten

Im Dezember 2008 ernannte das Weltwirtschaftsforum Intercell als erstes österreichisches Unternehmen zum Technology Pioneer 2009. Ebenfalls im Dezember 2008 erhielt Intercell in London den Scrip Award als Biotechnologieunternehmen des Jahres.[6]

ProdukteBearbeiten

  • Ixiaro: gegen die Japanische Enzephalitis, ist der bislang einzige auf dem Markt erhältliche Impfstoff des Unternehmens.

ProjekteBearbeiten

Laufende Projekte von Intercell, die sich zumindest in der Studienphase II befinden, sind:

  • ein Impfstoffkandidat gegen Pseudomonas: Intercell und Partner Novartis bereiten den Start einer Phase II/III-Studie für Anfang 2012 vor.
  • ein therapeutischer Impfstoff gegen Hepatitis C
  • ein prophylaktischer, rekombinanter Subunit-Impfstoff gegen das Bakterium Streptococcus pneumoniae, der aus drei hoch konservierten Proteinen besteht, und für den am 11. Februar 2010 erste positive Ergebnisse einer Phase-I-Studie veröffentlicht wurden.
  • ein Impfstoff gegen Tuberkulose, gemeinsam mit dem dänischen Statens Serum Institut (SSI) und Sanofi Pasteur entwickelt.
  • ein Impfpflaster gegen die Pandemische Influenza

Zur Entwicklung dieser und weiterer geplanter Impfstoffe verwendet Intercell ein eigenes Antigen-Identifikationsprogramm und eigene Adjuvans-Technologien.

Bekannte abgebrochene Projekte sind:

  • Impfstoffkandidat gegen Staphylococcus aureus: MSD & Intercell haben im Juni die Einstellung der klinischen Phase II/III Studie des Impfstoffkandidaten zur Vorbeugung gegen Staphylococcus aureus, bekannt gegeben. Nach einer detaillierten Analyse der Daten aus der klinischen Phase II/III-Studie, empfahl das unabhängige Data Monitoring Committee einstimmig die Einstellung der Studie.
  • ein Impfpflaster gegen Reisedurchfall. Die Ergebnisse der Phase-II-Studie wurden 2008 im The Lancet veröffentlicht[7], der für Sommer 2009 geplante Beginn der Phase-III-Studie wurde durch die Influenza-Pandemie 2009 (der sog. "Schweinegrippe") in Mexiko verhindert. Im Dezember 2010 kündigte das Unternehmen an, das Projekt aufgrund nicht erfüllter Wirksamkeitsstudien nicht weiter zu verfolgen.[8] Der Misserfolg kostete das Unternehmen bis zu 183 Mio. Euro.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Geschäftsbericht 2011 (Memento des Originals vom 26. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intercell.com (PDF; 1,4 MB)
  2. „IXIARO® von Intercell erhält Impfempfehlung des „Advisory Committee on Immunization Practices“ der Centers for Disease Control and Prevention“. (Nicht mehr online verfügbar.) Intercell AG, 25. Juni 2009, archiviert vom Original am 12. November 2010; abgerufen am 6. Mai 2010.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intercell.com
  3. Intercell schliesst Liefervertrag mit dem US-Militär für IXIARO® ab. (PDF; 202 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Intercell AG, 8. Mai 2009, archiviert vom Original am 15. April 2010; abgerufen am 6. Mai 2010.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intercell.com
  4. Intercell erwirbt Antikörper-Technologieplattform und erschließt so weitere Wege zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Intercell AG, 6. Mai 2010, archiviert vom Original am 11. Mai 2010; abgerufen am 6. Mai 2010.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intercell.com
  5. Der Name Intercell verschwindet vom Kurszettel. Der Standard, 14. Mai 2013, abgerufen am 8. August 2013.
  6. Scrip Award Winners 2008 (engl.)
  7. Sarah A Frech, Herbert L DuPont, und andere in Lancet Use of a patch containing heat-labile toxin from Escherichia coli against travellers’ diarrhoea: a phase II, randomised, double-blind, placebo-controlled field trial (Memento des Originals vom 15. April 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intercell.com PDF-Volltext, doi:10.1016/S0140-6736(08)60839-9.
  8. Intercell informiert über klinische Studien des Pflaster-Impfstoffs gegen Reisedurchfall. (Nicht mehr online verfügbar.) Intercell AG, 12. Dezember 2010, archiviert vom Original am 16. Januar 2011; abgerufen am 11. April 2011.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intercell.com
  9. Intercell-Aktie stürzt im Frühhandel um 30 Prozent ab. Die Presse, 11. April 2011, abgerufen am 11. April 2011.