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Intensivtäter

Als Intensivtäter werden vorwiegend in Deutschland Personen bezeichnet, die mehrfach durch Straftaten und ordnungswidrige Handlungen auffallen. Synonym wird auch der Begriff Wiederholungstäter verwendet.[1] Viele Intensivtäter sind männliche Jugendliche.[1]

Intensivtäter sind zu unterscheiden von Schwellentätern, von Gelegenheitstätern und von Einmaltätern. Oft begehen sie mehrmals dieselbe Straftat, beispielsweise Raub, Körperverletzung, Erpressung oder Handel mit Drogen.

Eine bayerische Studie schätzte, etwa 10 Prozent der 14- bis 25-jährigen Straftäter seien Intensivtäter. Eine überproportional hohe Anzahl dieser Intensivtäter habe in sozialen Brennpunkten, gerade unter Jugendlichen, Straftaten verübt.[1]

In Berlin wurde die Intensivtäterabteilung als Reaktion auf einen Fachjournal-Artikel eines LKA-Beamten über Nidal R. im Jahr 2002 eingerichtet. Der Beamte wollte damit auf den in seinen Augen zu laschen Umgang mit dem Wiederholungstäter hinweisen, der damals als 20-jähriger bereits über 80 Einträge in seiner Akte hatte und vor Gericht in 52 von 60 Fällen Haftverschonung oder Bewährung erhalten hatte.[2]

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA) Holger Münch schlug im November 2018 ein Konzept für ein bundesweit abrufbares Punktesystem für straffällige Zuwanderer vor, mit einer Abschiebung bei Erreichung einer Punktegrenze. Anlässlich einer Diskussion dieses Konzepts unter Innenministern von Bund und Ländern wurde vorgeschlagen, künftig auch deutsche Intensivtäter über ein Punktesystem zu erfassen, um rechtzeitige Gegenmaßnahmen einzuleiten.[3][4]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Kriminologie-Lexikon: Intensivtäter Definition und Angaben.
  2. In Berlin erschossen: Für Nidal R. führte Berlin einst die Abteilung "Intensivtäter" ein. In: stern.de. 11. September 2018 (stern.de [abgerufen am 15. November 2018]).
  3. Frank Jansen: Punktesystem für hochkriminelle Flüchtlinge. 27. November 2018, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  4. Frank Jansen: Innenminister begrüßen Punktesystem für straffällige Flüchtlinge. 30. November 2018, abgerufen am 30. Dezember 2018.