Inning am Ammersee

Gemeinde im Landkreis Starnberg in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Inning a. Ammersee
Inning am Ammersee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Inning a. Ammersee hervorgehoben

Koordinaten: 48° 4′ N, 11° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Höhe: 553 m ü. NHN
Fläche: 24,42 km2
Einwohner: 4772 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82266
Vorwahlen: 08143, 08152
Kfz-Kennzeichen: STA, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 126
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pfarrgasse 13
82266 Inning am Ammersee
Website: www.inning.de
Bürgermeister: Walter Bleimaier (CSU)
Lage der Gemeinde Inning a. Ammersee im Landkreis Starnberg
AmmerseeStarnberger SeeLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Landsberg am LechLandkreis MünchenLandkreis Weilheim-SchongauMünchenAndechsBerg (Starnberger See)FeldafingGautingGilchingHerrsching am AmmerseeInning am AmmerseeKraillingPöckingSeefeld (Oberbayern)StarnbergTutzingWeßlingWörthsee (Gemeinde)Karte
Über dieses Bild
Inning am Ammersee mit Ampermoos
Ehem. Posthalterei

Inning am Ammersee (amtlich: Inning a.Ammersee) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg und liegt zwischen dem Ostufer des Ammersees und dem Wörthsee.

GeographieBearbeiten

Geographische Lage und GeologieBearbeiten

Inning liegt im Tal des Inninger Bachs zwischen den Seitenmoränen zweier Rückzugsstadien des Ammerseelobus des würmeiszeitlichen Isar-Loisach-Gletschers. Der ältere, östliche Moränenzug wird (von Norden nach Süden) durch den Mauerner Berg, Kuchelberg, Schmauzbühl und Kühberg markiert, der jüngere, westliche durch den Stegener Berg, Schorn und Fischleite.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Ortsteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Der südwestliche Teil des Wörthsees mit der Insel Wörth gehört zu Inning.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Die Besiedlung des Gemeindegebietes kann bis etwa 2000 v. Chr. durch Funde nachgewiesen werden. So wurde bei Schlagenhofen ein aus der Jungsteinzeit stammendes durchbohrtes Steinbeil gefunden. Weiter belegen 40 Hügelgräber oberhalb von Stegen sowie zahlreiche weitere Funde die kontinuierliche Besiedlung des Gemeindegebietes. Dass die Römer bei Stegen eine Brücke über die Amper errichteten, ist seit dem Bau der A96 bekannt.

In einer Urkunde des Eichstätter Bischofs Odalfried, die zwischen 912 und 932 ausgestellt wurde, wird Inning als „Uninga“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsbezeichnung, „Uninga“ bedeutet in etwa „bei den Leuten des Uno“, gibt einen Hinweis auf eine Besiedlung im sechsten Jahrhundert unserer Zeitrechnung.[3]

Im Mittelalter wechselte Inning des Öfteren den Besitzer. Von den Andechsern zu den Haltenbergern, dann an die Greifenberger. Später gelangte Inning in Besitz des Patriziergeschlechts der Püttriche und anderer Handelsfamilien aus München. Die im Kurfürstentum Bayern gelegene geschlossene Hofmark Inning war ein Teil der Herrschaft Seefeld, die schließlich in den Besitz des Grafen von Toerring-Jettenbach gelangte. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Durch die verkehrsgünstigen Lage an der Salzstraße München-Landsberg wurde Inning vom 16. bis Ende des 18. Jahrhunderts zur Zwischen- und Lagerstation. Die günstige Lage nutzte ein Inninger Posthalter 1767 zur Eröffnung eines Salzgeschäftes. Das Inninger Gemeindewappen zeugt noch heute von der Verbundenheit zum Salz.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Gemeindegebietsreform haben sich die bis dahin eigenständigen Gemeinden Buch am Ammersee und Inning am Ammersee am 1. Januar 1975 freiwillig zusammengeschlossen.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3.298 auf 4.772 um 1.474 Einwohner bzw. um 44,7 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum.

Verlauf der Bevölkerungsentwicklung[5]
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2005 2010 2015 2017
Einwohner 722 1017 1072 2296 1910 2252 3191 3534 3754 4193 4313 4515 4723

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2020[6]
(in %)
 %
40
30
20
10
0
30,04
22,21
15,01
12,25
8,77
7,17
4,54
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c FW einschließlich FWG

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister der Gemeinde ist Walter Bleimaier (CSU). Er wurde 2014 als Nachfolger von Werner Röslmair (FBB) in das Amt gewählt. Am 15. März 2020 wurde er wiedergewählt.[7]

GemeinderatBearbeiten

Sitzverteilung im Gemeinderat[8]
Jahr CSU SPD Grüne FW FBB PL BIZ FDP gesamt Wahlbeteiligung
2020 5 1 4 2 1 0 2 1 16 65,9 %
2014 5 1 4 2 1 0 3 0 16 68,5 %
2008 5 1 4 3 3 0 0 0 16 67,5 %
2002 5 2 3 3 2 1 0 0 16 67,5 %

BIZ = Bürgerinitiative für Innings Zukunft     FBB = Freier Bürgerblock Inning     FW = Freie Wähler

WappenBearbeiten

Blasonierung: Unter einem silbernen Schildhaupt, darin nebeneinander zwei rote Rosen, in Rot eine silberne Salzkufe mit goldenen Reifen.[9]

Wappengeschichte: Das Gemeindewappen von 1952 zeigt Innings Verbundenheit zum Salz über die heraldische Darstellung eines silbernen Salzfasses mit goldenen Reifen. Die beiden roten Rosen links und rechts über dem Fass angeordnet symbolisieren die Verbundenheit mit dem Haus Törring.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche

An der Stelle der heutigen Pfarrkirche St. Johannes Baptist, die mit ihrer doppelten Zwiebelhaube weithin sichtbar ist, stand ehemals eine gotische Taufkirche. In der 1767 fertiggestellten Kirche St. Johann Baptist, dessen Baumeister Leonhard Mathias Gießl war, finden sich Deckenfresken von Christian Wink und Stuckaturen von Tassilo Zöpf sowie ein Hochaltar von Franz Xaver Schmädl.

Neben der Pfarrkirche befindet sich das sogenannte „Kaiserhaus“. Auf einem seiner Italienzüge schlug hier am 15. November 1021 Kaiser Heinrich II. sein Lager auf. Das Fresko am Haus zeugt noch heute von diesem Ereignis.

KulturBearbeiten

Über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist die Pierre van Hauwe-Musikschule, die mittlerweile auf über 400 Schüler angewachsen ist. Neben weiteren Musikgruppen (Blaskapelle Inning, Gospelchor "For Heaven´s Sake Singers", Männergesangsverein Inning und den "Fuchsbergern") gibt es in Inning noch zwei Theatergruppen: die "Ammersee-Engel" und "d'Gmoagaukler z'Inning".

SportBearbeiten

Der lokale Sportverein SV Inning wurde im Mai 1930 als Burschenverein gegründet. Das bekannteste Mitglied ist der mehrfache Motorradweltmeister Toni Mang. Heute bietet der Verein ein breites Sportangebot. Mit über 1.000 Mitgliedern ist er Innings größter Verein. Andere Sportvereine sind der TC Inning (Tennis), der Eisstockschützenverein Buch, das Karate-Dojo Inning, zwei Segelclubs (SCIA und Segelclub Bachern), der Reitclub Inning, der Schachclub Ammersee und die Schützengesellschaft Silberfasan.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Neben dem üblichen Kleingewerbe innerorts gibt es das Gewerbegebiet "Am Weiher" zwischen dem nördlichen Ende von Inning und der A96. Dort sind unter anderem ein Natursteinhandel und eine Bautrockungsfirma angesiedelt. In Planung befindet sich ein weiteres interkommunales Gewerbegebiet östlich der B471 zwischen Inning und Arzla. Dieses wird gemeinsam mit der Gemeinde Wörthsee geplant und später realisiert und vermarktet.

VerkehrBearbeiten

Inning liegt am Ende der Bundesstraße 471, die in Inning in die Staatsstraße 2067 übergeht. Am nördlichen Ortsrand wird die Kerngemeinde von der Autobahn A96, die von Lindau nach München führt, gestreift. Heftig umstritten ist eine geplante Verlegung der Staatsstraße in Richtung Westen. Nach einer Machbarkeitsstudie, bei der vier mögliche Trassenführungen untersucht wurden, folgte im Jahr 2007 der Gemeinderat der Empfehlung der Studie und entschloss sich für die Westtrasse, die in ähnlicher Form bereits seit 1963 im Flächennutzungsplan eingezeichnet ist. Eine lokale Bürgerinitiative kämpft gegen diesen Plan. Sie befürchtet, dass die Entlastungsstraße einen Schnellstraßencharakter besitzt und deshalb hohe Lärmbelastungen für den gesamten Ort und Einbußen für den lokalen Tourismus daraus resultieren würden. Eine andere Bürgerinitiative kämpft für diesen Plan, da sie sich eine deutliche Reduzierung des Durchgangsverkehrs durch den Ort und des damit verbundenen Lärms erhofft. In einem Bürgerentscheid wurde am 8. Dezember 2013 entschieden, die Planungen für den Bau dieser Straße nicht mehr weiter zu verfolgen. In einem erneuten Bürgerentscheid vom 31. Januar 2016, der von den Befürwortern dieser Entlastungsstraße initiiert worden war, stand nochmals dieselbe Entlastungsstraße/Umgehung zur Abstimmung, wurde aber mit deutlicher Mehrheit (56,1 % zu 43,9 %) abgelehnt. Ein von der Gemeinde bestellter Verkehrsplaner wird nun Vorschläge für ein Verkehrskonzept mit Bürgerbeteiligung fortführen und dem Gemeinderat vorlegen.

Der Heimathafen der Bayerischen Seenschifffahrt auf dem Ammersee liegt in Inning, im Ortsteil Stegen. Von dort aus starten die beiden Raddampfer "Herrsching" und "Diessen" sowie die Motorschiffe "Utting", "Schondorf" und "Augsburg". Die Inbetriebnahme des letztgenannten Wasserfahrzeuges wurde lokal heftig diskutiert, da hier die namensgebende Stadt nicht am See liegt. Im Ortsteil Buch befindet sich eine weitere Anlegestelle.

Kindergärten und SchulenBearbeiten

In der Gemeinde gibt es vier Kindertageseinrichtungen mit zusammen 214 Plätzen. Am 1. März 2013 waren 201 Plätze belegt; betreut wurden 26 Kinder unter drei Jahren, 125 Kinder im Alter von drei bis unter sechs Jahren und 50 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren.

Im Schuljahr 2017/2018 bestanden eine öffentliche Schule mit 11 hauptamtlichen Lehrkräften und 190 Schülern[10] sowie eine private Schule mit 23 hauptamtlichen Lehrkräften und 242 Schülern[11].

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Inning am Ammersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Inning am Ammersee – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Inning am Ammersee in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 9. September 2019.
  3. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4, S. 124.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 591.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 16. Juli 2014.
  6. https://okvote.osrz-akdb.de/OK.VOTE_OB/Wahl-2020-03-15/09188126/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_116_Gemeinde_Gemeinde_Inning_aAmmersee.html
  7. Wahl des ersten Bürgermeisters - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Inning a. Ammersee - Gesamtergebnis. Abgerufen am 19. März 2020.
  8. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Inning a. Ammersee - Gesamtergebnis. Abgerufen am 19. März 2020.
  9. Haus der Bayerischen Geschichte - Bayerns Gemeinden. Abgerufen am 18. September 2019.
  10. Grundschule Inning a.Ammersee in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 18. November 2018.
  11. Montessori-Schule Inning a.Ammersee in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 18. November 2018.