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Ingeborg Gräßle

deutsche Politikerin (CDU), MdEP
Ingeborg Gräßle (2012)

Ingeborg „Inge“ Gräßle (* 2. März 1961 in Großkuchen) ist eine deutsche Politikerin (CDU) und war von 2004 bis 2019[1]Europaabgeordnete für Baden-Württemberg in der Europäischen Volkspartei.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach der Grundschule in Großkuchen besuchte Ingeborg Gräßle ab 1971 das Hellenstein-Gymnasium Heidenheim, welches sie 1980 mit dem Abitur abschloss. Anschließend absolvierte sie ein zweijähriges Volontariat bei der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Von 1982 bis 1984 war sie dort Redakteurin.

1984 begann sie ein Studium der romanischen Sprachen, Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Stuttgart und dem Institut d'Etudes Politiques in Paris, das sie 1989 als Magister Artium abschloss. Im Jahr 1990 war sie Gruppenleiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Konrad-Adenauer-Haus in Bonn. Zwischen 1991 und 1994 promovierte sie zur Dr. phil. scl. an der Freien Universität Berlin über den Fernsehsender ARTE.

Gräßle ist römisch-katholisch und ledig.

PolitikBearbeiten

Ingeborg Gräßle ist 1976 der CDU beigetreten. Von 1995 bis 1996 war Gräßle Sprecherin der Stadt Rüsselsheim. Zwischen 1996 und 2004 war sie Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg. Von 1999 bis 2015 war Gräßle Stellvertretende Landesvorsitzende der Frauenunion Baden-Württemberg und seit 2015 Landesvorsitzende. Seit 1999 ist sie Mitglied im Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg.[2] Seit 2001 ist sie Stellvertretende Bezirksvorsitzende der CDU Nordwürttemberg und Kreisvorsitzende der CDU Heidenheim. Von 2004 bis 2019 war Ingeborg Gräßle Mitglied des Europäischen Parlaments und war dort von 2007 bis 2014 Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Gruppe, anschließend Vorsitzende des Haushaltskontrollausschusses, dessen Sprecherin der EVP-Fraktion sie zuvor war. Weiterhin war sie Mitglied im Haushaltsausschuss und Mitglied der Delegation für die Beziehungen zum Palästinensischen Legislativrat.[3]

Gescheiterte WiederwahlBearbeiten

Gräßle entschied sich, erneut für das EU-Parlament zu kandidieren, wurde von der CDU Baden-Württemberg jedoch nur auf Platz 5 der Landesliste platziert. Da die CDU bei der Europawahl 2019 lediglich vier Sitze im Europäischen Parlament erhielt, verlor Gräßle nach 15 Jahren ihr Mandat. Im Anschluss kritisierte sie die lokale CDU für ihr Vorgehen: Die ersten vier Plätze der Wahlliste wurden ausschließlich von Männern besetzt, was nach ihren Angaben einzigartig in ganz Europa bei dieser Wahl war. Im gleichen Interview stellte sie ebenso infrage, dass kein CDU-Sitz im Europäischen Parlament von einer Person mit Migrationshintergrund besetzt wird.[4]

MitgliedschaftenBearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Der Europäische Fernseh-Kulturkanal Arte. Deutsch-französische Medienpolitik zwischen europäischem Anspruch und nationaler Wirklichkeit. Campus, Frankfurt am Main/New York 1995, zugleich Dissertation an der Freien Universität Berlin, ISBN 3-593-35316-4.

LiteraturBearbeiten

  • Ina Hochreuther: Frauen im Parlament. Südwestdeutsche Parlamentarierinnen von 1919 bis heute, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-923476-16-9, S. 423f.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ingeborg Gräßle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Alphabetisches Verzeichnis aller Gewählten - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  2. Person - Dr. Inge Gräßle CDU - MdEP. Abgerufen am 2. Mai 2019.
  3. Website des Europäischen Parlaments
  4. Florian Eder: POLITICO Brussels Playbook, presented by Google: Time to say goodbye — Team France fizzles — Blondes have more fun. 10. Juni 2019, abgerufen am 11. Juni 2019.