Indre Østfold

Kommune in Viken

Indre Østfold ist eine norwegische Kommune in der Provinz (Fylke) Viken, die seit dem 1. Januar 2020 Bestand hat. Sie setzt sich aus den ehemaligen Kommunen Askim, Eidsberg, Hobøl, Spydeberg und Trøgstad zusammen und hat 45.608 Einwohner (Stand: 1. Januar 2022). Verwaltungssitz ist der Ort Askim in der gleichnamigen ehemaligen Kommune. Die Kommune hat die meiste landwirtschaftlich genutzte Fläche des Landes.

Wappen Karte
Wappen der Kommune Indre Østfold
Indre Østfold (Norwegen)
Indre Østfold
Basisdaten
Kommunennummer: 3014
Provinz (fylke): Viken
Verwaltungssitz: Askim
Koordinaten: 59° 35′ N, 11° 10′ OKoordinaten: 59° 35′ N, 11° 10′ O
Höhe: 133 moh.
Fläche: 791,77 km²
Einwohner: 45.608 (1. Jan. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Verkehr
Straße: Europastraße 18
Bahnanschluss: Indre Østfoldbanen
Politik
Bürgermeister: Saxe Frøshaug (Sp) (2019)
Lage in der Provinz Viken
Lage der Kommune in der Provinz Viken

GeografieBearbeiten

Indre Østfold grenzt an die Kommunen Lillestrøm, Aurskog-Høland, Marker, Rakkestad, Skiptvet, Våler, Vestby, Ås, Nordre Follo und Enebakk. In der Gemeinde liegen neben der Stadt Askim auch die Ortschaften Mysen, Trømborg, Jansberg, Slitu, Spydeberg, Tomter, Ringvoll, Skjønhaug, Finnestad, Hamnås und Haiås, die allesamt als Tettsteder zählen.[2]

Das Terrain ist hügelig und die höchste Erhebung ist der Viktjernhøgda mit einer Höhe von 331 moh.[3] Im Norden von Indre Østfold liegt der südliche Teil des Sees Øyeren, von wo aus Norwegens längster Fluss, die Glomma, weiter durch die Gemeinde fließt.[4]

Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Viken Bokmål, also die weiter verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.[5]

Durch Indre Østfold führt die Europastraße 18, die unter anderem die Verbindung in Richtung Oslo herstellt. Außerdem verlaufen Schienen der Østfoldbanen durch die Kommune. Bei der Zusammenlegung lagen insgesamt sieben Bahnhöfe in Indre Østfold.[6]

GeschichteBearbeiten

Die Zusammenlegung der fünf Kommunen wurde vom norwegischen Parlament, dem Storting, im Juni 2017 im Zuge der landesweiten Kommunalreform beschlossen, nachdem die Regierung dies im Februar 2017 vorschlug. Der Vorschlag beinhaltete zunächst nur vier Kommunen, der Kommunalausschuss des Parlaments nahm jedoch noch Trøgstad hinzu. Die Entscheidung des Stortings war eine von elf Fällen, in denen das Parlament gegen den Willen der Gemeinden vorging. Der Name der neuen Kommune wurde im Oktober 2017 bekannt gegeben.[7] Um der Doppelung von Straßennamen zu entgehen, mussten etwa 100 Straßen umbenannt werden.[8]

Die erste Kommunalwahl wurde von der Senterpartiet unter Bürgermeisterkandidat Saxe Frøshaug gewonnen, der vor dem Stortingsbeschluss eine Unterschriftenkampagne gestartet hatte, um die Zusammenlegung der Kommunen zu verhindern.[9]

WirtschaftBearbeiten

Durch die Zusammenlegung der fünf Kommunen wurde Indre Østfold zur Kommune mit dem am größten landwirtschaftlich genutzten Areal.[10] Im Jahr 2021 lag die für die Landwirtschaft genutzte Fläche bei etwa 226.500 Dekar.[11] Auch bei der Zahl der Agrarbetriebe lag Indre Østfold mit 569 Betrieben auf dem ersten Platz im landesweiten Vergleich.[12] Die landwirtschaftliche Produktion im Bereich der ehemaligen Kommune Hobøl am bedeutendsten für die lokale Wirtschaft. Die Forstwirtschaft spielt eine wichtige Rolle und im Jahr 2018 wurden etwa 224.000 m³ Holz geerntet. Wichtigster Industriezweig der Gemeinde ist die Lebensmittelproduktion, mit verschiedenen größeren Betrieben, die in dieser Branche tätig sind.

An der Glomma werden drei Wasserkraftwerke betrieben, unter anderem das Kraftwerk Solbergfoss. Die zwei weiteren Kraftwerke liegen an der Lekumelva, einem Nebenfluss der Glomma.[13]

WeblinksBearbeiten

Commons: Indre Østfold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 07459: Population, by sex and one-year age groups (M) 1986 - 2022. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 26. Februar 2022 (englisch).
  2. Tettsteders befolkning og areal. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020, abgerufen am 12. November 2020 (norwegisch).
  3. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. 10. September 2021, abgerufen am 6. Dezember 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  4. Indre Østfold kommune. In: Norgeskart. Kartverket, abgerufen am 11. August 2020 (norwegisch).
  5. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 11. August 2020 (norwegisch).
  6. Indre Østfold Kommune 2020 (Memento vom 11. Oktober 2019 im Internet Archive) (PDF; norwegisch)
  7. Fem sammenslåtte Østfold-kommuner har fått nytt navn. In: Nettavisen. 17. Oktober 2017, abgerufen am 6. Dezember 2021 (norwegisch).
  8. Vilde Elgaaen: To par kommuner deler fortsatt navn etter kommunereformen. In: NRK. 24. September 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019 (norwegisch (Bokmål)).
  9. Christian Nicolai Bjørke: Saxe Frøshaug (Sp) skal skape storkommunen han ikke ville ha. 12. September 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019 (norwegisch (Bokmål)).
  10. Dag Idar Jøsang: Navnløs kommune blir størst på landbruk. In: Norsk Landbruk. 14. April 2018, abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  11. 11950: Utvalgte nøkkeltall landbruk, etter region, statistikkvariabel og år. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  12. 11950: Utvalgte nøkkeltall landbruk, etter region, statistikkvariabel og år. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  13. Geir Thorsnæs: Indre Østfold. In: Store norske leksikon. 29. Juli 2020 (norwegisch, snl.no [abgerufen am 11. August 2020]).