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Indonesia-AirAsia-Flug 8501

Indonesia-AirAsia-Flug 8501
PK-AXC.jpg

Die verunglückte Maschine im April 2014 im Anflug auf den Flughafen Bali.

Unfall-Zusammenfassung
Unfallart Kontrollverlust nach Strömungsabriss
Ort nördliche Javasee, IndonesienIndonesien Indonesien bei 3° 14′ 47,8″ S, 109° 22′ 5,5″ O (letzter Kontakt)
Datum 28. Dezember 2014
Todesopfer 162
Überlebende 0
Verletzte 0
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Airbus A320-216[1]
Betreiber Indonesia AirAsia
Kennzeichen PK-AXC
Abflughafen Flughafen Juanda (Surabaya), IndonesienIndonesien Indonesien
Zielflughafen Flughafen Singapur, SingapurSingapur Singapur
Passagiere 155
Besatzung 7
Listen von Flugunfällen
Karte der Flugroute

Indonesia-AirAsia-Flug 8501 (Flugnummer QZ8501) war ein Linienflug der Fluggesellschaft Indonesia AirAsia vom Flughafen Juanda in Surabaya auf der indonesischen Hauptinsel Java zum Flughafen Singapur.[2] Am 28. Dezember 2014 stürzte ein Airbus A320 auf dieser Route in der Karimata-Straße ins Meer, wobei alle 162 Insassen ums Leben kamen.

Inhaltsverzeichnis

FlugzeugBearbeiten

Der Airbus A320-216[1] mit der Seriennummer 3648 hatte am 25. September 2008 seinen Erstflug. Das mit zwei Triebwerken vom Typ CFM56-5B6/3 ausgestattete Flugzeug wurde am 16. Oktober 2008 an die Fluggesellschaft ausgeliefert und erhielt das Luftfahrzeugkennzeichen PK-AXC. Das Flugzeug hatte zum Zeitpunkt des Verschwindens 23.000 Flugstunden sowie 13.600 Starts und Landungen absolviert.[3] Laut AirAsia wurde das Flugzeug zuletzt am 16. November 2014 planmäßig gewartet.[4]

Besatzung und PassagiereBearbeiten

Flug QZ8501: Nationalitäten von Passagieren und Besatzung
Nationalität Anzahl
Indonesien  Indonesien 1 155
Korea Sud  Südkorea 3
Frankreich  Frankreich 2 1
Malaysia  Malaysia 1
Singapur  Singapur 1
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 1
Gesamt (6) 162
1 einschließlich 6 Besatzungsmitglieder

2 Copilot

BesatzungBearbeiten

Die Besatzung bestand aus sieben Mitgliedern, die Piloten galten als erfahren. Der indonesische[5] Kapitän hatte nach Angaben der Airline 20.537 Flugstunden absolviert, davon über 6.000 auf dem Flugmuster A320 bei Indonesia AirAsia. Der französische Copilot hatte 2.275 Flugstunden bei Indonesia AirAsia absolviert.[6][7]

PassagiereBearbeiten

An Bord des Fluges am 28. Dezember 2014 befanden sich 155 Passagiere,[8] vorwiegend aus Indonesien und anderen asiatischen Ländern.

FlugverlaufBearbeiten

Aus formellen Gründen hätte die Maschine am Sonntag nicht starten dürfen, weil die Lizenz der Airline für diese Strecke nur an vier anderen Wochentagen gültig war. Am Freitag nach dem Unglück sprach das Ministerium der Fluggesellschaft ein generelles Flugverbot für die Unglücksstrecke aus.[9]

Das Flugzeug hob um 05:35 Uhr WIB (22:35 Uhr UTC) vom Surabaya-Juanda Airport ab und flog in einer Linkskurve mit Kurs auf 329° über die Javasee. Um 05:54 Uhr WIB (22:54 Uhr UTC) erreichte das Flugzeug die geplante Flughöhe von 32.000 Fuß und änderte den Kurs auf 319°. Zehn Minuten später änderte das Flugzeug seinen Kurs auf 310°, bevor die Cockpitbesatzung um 06:12 Uhr WIB (23:12 Uhr UTC) ankündigte, wegen schlechten Wetters nach links vom Kurs abzuweichen, und bat, auf 38.000 Fuß steigen zu dürfen.

Sechs Minuten später, um 06:18 Uhr WIB (23:18 Uhr UTC), bestand der letzte Radarkontakt mit der Maschine.[3] Dabei befand sich die Maschine über dem Meer (über der Javasee bzw. der Karimata-Straße, die die Javasee mit dem Südchinesischen Meer verbindet) 103 Kilometer westlich der Südwestspitze Tandjung Sambar der Insel Borneo und 129 Kilometer östlich der Insel Belitung bzw. 102 Kilometer östlich der vorgelagerten Schaarvogel-Inseln (dort Pulau Lung).

Suche und FundBearbeiten

Für die Suche wurden sechs Schiffe und zwei Helikopter eingesetzt.[10][11][12][13]

Am 30. Dezember 2014 wurden in der Karimata-Straße des Kumai Gulfs, unweit der Pangkalan Bun mehrere Trümmer, Koffer, eine Notrutsche und zahlreiche leblose Körper entdeckt.[14] Kurz darauf bestätigte die indonesische Regierung, dass es sich dabei um verunglückte Passagiere und Teile des vermissten A320 handelt.[15] Am 31. Dezember veröffentlichte das Wall Street Journal eine Meldung von BASARNAS, der für den Such- und Rettungsdienst in Indonesien zuständigen staatlichen Behörde, wonach ein Sonarbild, das von einem Schiff der indonesischen Marine am 30. Dezember 2014 aufgenommen wurde, darauf hindeuten könnte, dass das Flugzeug mit der Fahrwerk-Seite nach oben auf dem Meeresgrund in circa 24–30 m Wassertiefe liege, ungefähr 3,2–3,5 km von der Stelle entfernt, wo zuvor erste Trümmer des vermissten A320 gefunden worden waren.[16][17][18]

Trotz der geringen Tiefe des Meeres am Fundort gestaltete sich die Bergung der Flugschreiber äußerst schwierig, weil die See an der Absturzstelle sehr trüb und die Sicht gleich null ist. Am 12. Januar 2015 gelang es Tauchern der indonesischen Marine den Flugschreiber von AirAsia-Flug QZ8501 zu bergen. Dieser soll zur Auswertung in die indonesische Hauptstadt Jakarta gebracht worden sein. Der Stimmenrekorder wurde offiziellen Berichten zufolge am 13. Januar geborgen.[19][20]

Am 14. Januar 2015 gegen Mittag MEZ fand die indonesische Marine den restlichen Rumpf des Airbus A320 mit den Tragflächen, womit die Ermittler eine misslungene Notwasserung nicht ausschließen können. Der Rumpf und die Tragflächen waren schwer beschädigt. 69 Leichen wurden bereits aus dem Wasser geborgen, die Mehrzahl der Opfer wird allerdings noch in dem Rumpf des Flugzeugs vermutet. [21]

BergungBearbeiten

Am 25. Januar 2015 wurde gemeldet, dass die Bergung des Rumpfes wegen gerissener Riemen erneut gescheitert war.[22] Im Verlauf eines weiteren Bergungsversuchs zerbrach der Rumpf, woraufhin die indonesischen Behörden die Bergung am 27. Januar 2015 abbrachen und für beendet erklärten.[23]

Am 18. März 2015 wurde gemeldet, dass die Suche nach den Insassen eingestellt wurde, 56 Personen gelten weiterhin als vermisst. [24]

VersicherungBearbeiten

Hauptversicherer für Luftkasko und Schadenersatz bei AirAsia und damit auch für den Flug 8501 ist die Allianz Global Corporate & Speciality UK (AGCS).[25]

Ermittlung der AbsturzursacheBearbeiten

Am 20. Januar 2015 wurde gemeldet, dass das Flugzeug kurz vor seinem Absturz in einen ungewöhnlich steilen Steigflug gegangen sei (1800 Meter pro Minute).[26][27]

Die indonesische Wetterbehörde nannte als mögliche Absturzursache die schlechten Wetterbedingungen, die Untersuchungsermittler vermuten (Stand März 2015) einen Pilotenfehler oder einen technischen Defekt.[24]

Im Dezember 2015 wurde von der indonesischen Behörde für Transportsicherheit ein Bericht veröffentlicht, der einen Ausfall eines Computersystems zur Steuerung der Ruder und die anschließenden Maßnahmen der Crew dafür verantwortlich macht, dass die Maschine nicht mehr kontrolliert werden konnte und somit abstürzte.[28][29]

Darstellung in MedienBearbeiten

In der kanadischen Fernsehserie Mayday – Alarm im Cockpit wurde der Unfall in der neunten Folge der 16. Staffel als Deadly Solution (deutscher Titel: Verschollen in Indonesien) nachgestellt.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Indonesia AirAsia Flight 8501 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Aircraft Database – PK-AXC. In: Airframes.org. Abgerufen am 28. Dezember 2014 (englisch).
  2. http://de.flightaware.com/live/flight/AWQ8501
  3. a b Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  4. Updated statement QZ8501. AirAsia, abgerufen am 24. Dezember 2014 (englisch).
  5. Frankfurter Rundschau vom 24. Januar 2015, S. 48
  6. Air Asia A320 in Indonesien vermisst – Absturz wahrscheinlich. In: Aero.de. 28. Dezember 2014, abgerufen am 29. Dezember 2014.
  7. AirAsia Indonesia Flight QZ8501. In: Crisis.AirAsia.com. Indonesia AirAsia, 28. Dezember 2014, archiviert vom Original am 28. Dezember 2014; abgerufen am 29. Dezember 2014 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/crisis.airasia.com
  8. Suche nach AirAsia-Flugzeug vorerst unterbrochen. In: Zeit Online. 28. Dezember 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014.
  9. Flug QZ85001: AirAsia in der Bredouille, faz.de, abgerufen am 13. Januar 2015
  10. Airbus mit 162 Menschen an Bord vom Radar verschwunden. In: Focus Online. 28. Dezember 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014.
  11. Flugzeug zwischen Indonesien und Singapur verschollen. In: Die Welt. 28. Dezember 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014.
  12. Flugunfalldaten und -bericht von Flug QZ8501 im Aviation Safety Network
  13. Crash: Indonesia Asia A320 over Java Sea on Dec 28th 2014, aircraft went missing believed to have impacted waters. In: The Aviation Herald. 28. Dezember 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014 (englisch).
  14. Diduga Jasad Korban AirAsia Mengapung di Teluk Kumai. In: news.okezone.com. 30. Dezember 2014, abgerufen am 30. Dezember 2014 (indonesisch).
  15. Live-Ticker zu Flug QZ8501: Absturz! Wrackteile gehören zu AirAsia-Maschine, Leichen im Wasser. Focus Online, 30. Dezember 2014, abgerufen am 30. Dezember 2014.
  16. Debris From Missing AirAsia Plane Found. The Wall Street Journal, 31. Dezember 2014, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  17. AirAsia flight QZ8501: Little headway in search ops due to bad weather; 7 bodies found so far. The Straits Times, 31. Dezember 2014, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  18. Sonar finds location of downed AirAsia Flight 8501. CBS News, 31. Dezember 2014, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  19. AirAsia cockpit voice recorder found – Indonesian officials. BBC News, 15. Januar 2015, abgerufen am 13. Januar 2015.
  20. AirAsia Flight QZ8501: Cockpit voice recorder recovered. Officials hope outline of entire 42-minute flight can be captured. CBCNews, 13. Januar 2015, abgerufen am 13. Januar 2015.
  21. Chris Johnston: AirAsia flight QZ8501: four more bodies recovered from wreckage. The Guardian, 24. Januar 2015, abgerufen am 24. Januar 2015 (englisch).
  22. http://orf.at/#/stories/2262570/ Bergung von AirAsia-Wrack erneut gescheitert, ORF.at 25. Januar 2015
  23. Air-Asia-Absturz: Rettungskräfte stellen Bergung des Wracks ein. In: Spiegel Online. 27. Januar 2015, abgerufen am 9. Juni 2018.
  24. a b Suche nach Air-Asia-Insassen eingestellt. In: sueddeutsche.de. 18. März 2015, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  25. Allianz ist wichtigster Versicherer des vermissten Flugzeugs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. Dezember 2014, abgerufen am 29. Dezember 2014: „‚Wir können bestätigen, dass Allianz Global Corporate & Speciality UK (AGCS) der Hauptversicherer für Luftkasko und Schadenersatz bei Air Asia ist‘, erklärte eine Firmensprecherin an diesem Montag.“
  26. Air-Asia-Unglück: Passagiermaschine ging vor Absturz in Steigflug. In: Spiegel Online. 20. Januar 2015, abgerufen am 21. Januar 2015.
  27. http://www.srf.ch/news/panorama/airasia-unglueck-alarmtoene-im-cockpit
  28. Air-Asia-Unglück: Defekte Steuerung und überforderte Crew für Absturz verantwortlich. In: Spiegel Online. 1. Dezember 2015, abgerufen am 9. Juni 2018.
  29. (Memento des Originals vom 1. Dezember 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kemhubri.dephub.go.id

Koordinaten: 3° 15′ S, 109° 22′ O