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Ina Leukefeld 2016

Ina Leukefeld (* 12. Dezember 1954 in Leipzig) ist deutsche Politikerin (Die Linke) und Mitglied im Thüringer Landtag.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ina Leukefeld besuchte ab 1961 die Grund- und Oberschule in Ossa bei Leipzig und anschließend die EOS Windischleuba. Von 1971 bis 1973 folgte ihre Berufsausbildung zur Finanzkauffrau/Steuern beim Rat der Stadt Suhl. Danach war sie bis 1982 als Referentin für Jugendfragen und von 1983 bis 1986 als Leiterin der Abteilung Jugend und Sport in Suhl tätig. Während dieser Zeit qualifizierte sie sich im Fernstudium zunächst an der Fachschule für Staatswissenschaften Weimar und von 1980 bis 1985 an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften Potsdam-Babelsberg zur Diplomstaatswissenschaftlerin, heute anerkannt als Diplomverwaltungsfachwirtin (FH). 1985/86 war sie als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) „Sonja“ für die politische Kriminalpolizei K1 tätig.[1] Diese stand unter Führung des Ministeriums für Staatssicherheit. Leukefeld beteuerte später, dass sie von der Nähe der Abteilung K1 zum MfS nichts wusste und bereute ihre Verpflichtungserklärung.[2] Die Tätigkeit war Gegenstand einer parlamentarischen Untersuchung. Im Mai 2006 wurde die "Parlamentsunwürdigkeit i. S. des § 1 Abs. 1 Thüringer Abgeordnetenüberprüfungsgesetz" festgestellt.[3] Im Juli 2009 urteilte der Thüringer Verfassungsgerichtshof indes, dass dieser Beschluss rechtswidrig war, denn eine Tätigkeit für die Abteilung K1 wurde in der damals geltenden Fassung des Gesetzes nicht aufgeführt.[4] 1991 bis 2004 arbeitete Leukefeld als Mitarbeiterin der Landtagsabgeordneten Gabriele Zimmer in ihrem Wahlkreis in Suhl. 2002 bis 2003 absolvierte sie ein weiterbildendes Studium an der Fachhochschule Erfurt als Sozialbetriebswirtin.

PolitikBearbeiten

Ina Leukefeld war Mitglied der FDJ, später in der SED. 1986 bis 1989 war sie als Mitarbeiterin der SED-Kreisleitung in Suhl tätig. 1990 war sie Mitarbeiterin im Landesvorstand der PDS Thüringen. Seit 1994 ist sie Mitglied des Stadtrates Suhl, war von 2004 bis 2009 ehrenamtliche Beigeordnete des Oberbürgermeisters und ist seit 2009 Vorsitzende des Sozialausschusses in Suhl. Im Jahre 2000 wurde Leukefeld zur Stellvertretenden Landesvorsitzenden der PDS in Thüringen gewählt. Diese Funktion übte sie bis November 2011 aus. Seit 2004 ist sie Mitglied des Thüringer Landtages mit einem Direktmandat im Wahlkreis 21 (Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof). Sie ist die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion und setzt sich besonders für den Erhalt und die Schaffung von existenzsichernden Arbeitsplätzen ein. Sie ist seit 2014 Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie seit 2004 im Gleichstellungsausschuss. Zuvor war sie von 2004 bis 2014 im Ausschuss für Wirtschaft, Technologie und Arbeit.

Ihre Hauptthemen sind Arbeit und Wirtschaft, Gleichstellungspolitik, Kinder- und Jugendpolitik, Bildung sowie Kommunalpolitik. Besonders engagiert sie sich für Betroffene der Hartz IV – Gesetze und für die Verhinderung von Armut.

Weitere Ämter und AktivitätenBearbeiten

Seit 1998 ist sie Aufsichtsratsmitglied der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft mbH Suhl. Außerdem ist sie Mitglied im VVN-BdA, im Sozialverband Volkssolidarität, im Verein Jugendweihe Suhl und Umland e.V., in der Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft Thüringen und in der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen. Als Mitglied der Alternative ’54 spendet sie monatlich einen Teil der Diäten für soziale und kulturelle Zwecke.

PersönlichesBearbeiten

Leukefeld ist seit 1972 verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sie lebt seit 1971 in Suhl.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vgl. Hubertus Knabe: Honeckers Erben - Die Wahrheit über DIE LINKE, Berlin 2009, S. 320.
  2. Ina Leukefeld will das Etikett "parlamentsunwürdig" loswerden (MS Word; 27 kB)
  3. Plenarprotokoll im Volltext; hier die Seiten 3768 bis 3777; zur Tätigkeit Leukefelds S. 3769 bis 3771
  4. Urteil im Volltext; der Streit wurde von neun Richtern entschieden, von diesen neun vertraten drei eine abweichende Meinung