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In China essen sie Hunde

Film von Lasse Spang Olsen (1999)

In China essen sie Hunde (Originaltitel: I Kina spiser de hunde) ist eine schwarzhumorige Action-Komödie des Regisseurs Lasse Spang Olsen aus dem Jahr 1999.

Filmdaten
Deutscher TitelIn China essen sie Hunde
OriginaltitelI Kina spiser de hunde
ProduktionslandDänemark
OriginalspracheDänisch
Erscheinungsjahr1999
Längeca. 91 Minuten
AltersfreigabeFSK 18[1]
Stab
RegieLasse Spang Olsen
DrehbuchAnders Thomas Jensen
ProduktionSteen Herdel
MusikGeorge Keller
KameraMorten Søborg
SchnittLasse Spang Olsen
Besetzung
Chronologie

Nachfolger →
Old Men in New Cars – In China essen sie Hunde 2

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Der Bankangestellte Arvid ist in den Augen seiner Freundin Hanne ein notorischer Langweiler. Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als er einen Bankräuber mit einem Squash-Schläger außer Gefecht setzen kann. Im Fernsehen wird er daraufhin als Held gefeiert. Als er mit stolzgeschwellter Brust nach Hause kommt, ist es allerdings bereits zu spät: Hanne hat ihn verlassen. Die Wohnung ist leergeräumt, nur der Fernseher und das Telefon sind ihm geblieben. Plötzlich klingelt eine Frau namens Astrid an der Tür und behauptet, der Bankräuber, den Arvid niedergeschlagen hat, sei ihr Mann und dass er die Bank habe überfallen wollen, um Geld für eine künstliche Befruchtung zu beschaffen. Jetzt habe Arvid ihr ganzes Leben ruiniert.

Von seinem Gewissen geplagt und zudem noch von einer Rockband verprügelt, da Arvid einem der Mitglieder einen Kredit verweigerte, beschließt er, alles wieder in Ordnung zu bringen. Er sucht den einzigen Kriminellen auf, den er kennt – seinen Bruder Harald, den Besitzer eines dubiosen Restaurants. Gemeinsam mit den beiden Köchen Martin und Peter und dem armen Küchengehilfen Vuk, einem tumben Serben mit grotesker Pechsträhne, wollen sie Arvids „Fehler“ wieder ausbügeln. Zuerst überfallen sie einen Geldtransporter, um Astrid das Geld für die künstliche Befruchtung zu besorgen. Während des Überfalls ist der biedere Arvid schockiert vom harten Vorgehen seines Bruders gegen die Fahrer des Transporters, überbringt später aber stolz die erbeuteten 671.543 Dänische Kronen an Astrid. Diese ist ihm nicht etwa dankbar, sondern schlägt ihm die Tür vor der Nase zu.

Als Nächstes versucht Arvid mit der Hilfe von Harald und dessen Angestellten, den Bankräuber zu befreien: Sie wollen die Zelle mit C4 Sprengstoff aufsprengen. Bei dem Sprengkrafttest des Sprengstoffes auf einem abgelegenen Industriegelände wird Vuk, der zum Zeitpunkt der Zündung dort verspätet auftaucht, von der Explosion erfasst und taub. Bei der Gefängnisbefreiung läuft bis auf zwei angeschossene Polizisten alles reibungslos, aber der Bankräuber wird dabei verletzt und wird im Restaurant durch einen Arzt behandelt. Da der Bankräuber von seiner Befreiung nichts mitbekommen hat, ist er hochgradig überrascht, als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht und sich in der Küche von Haralds Restaurant befindet. Im Affekt versetzt er dem Arzt einen Kopfstoß, woraufhin dieser tot zusammenbricht. Arvid, der durch zwei Schüsse in die Luft für Ruhe sorgen will, trifft durch einen Querschläger den Küchengehilfen Vuk, der ebenfalls tot zusammenbricht. Da Harald keine Verwendung für den erwachten Bankräuber hat, erschießt er ihn, wodurch sich nun drei Tote in der Küche befinden. Ein Problem ergibt sich dadurch, dass Vuks Familie durch sein Verschwinden alarmiert wird. Außerdem stellt sich heraus, dass Astrid nicht etwa die Freundin des Bankräubers war, sondern dessen raffgierige Schwester, die sich mit dem Geld mittlerweile nach Südafrika abgesetzt hat.

Nachdem Arvid das erste Mal einen Menschen getötet hat, will Harald ihm beibringen, dass er sich nicht „ans Bein pinkeln“ lassen solle. Zu diesem Zweck besuchen die beiden die Rockband, von deren Mitgliedern Arvid Tage vorher verprügelt wurde. Weil Arvid mit der Maschinenpistole nicht umgehen kann, die Harald ihm gibt, um sich an einem der Rocker durch einen Schuss in die Hand zu rächen, erschießt er aus Versehen die gesamte Rockband. Nachdem er so gelernt hat, sich nicht drangsalieren zu lassen, tötet er am nächsten Tag auch gleich noch seine Ex-Freundin Hanne, die ihm seinen Fernseher wegnehmen will. Daraufhin beschließt Arvid, sich ins Ausland abzusetzen, braucht aber noch Geld für Reise und Aufenthalt. So entsteht die Idee, die Bank zu überfallen, in der Arvid arbeitet.

Zum Überfall kommt es jedoch nicht, da die Gruppe kurz vorher von Vuks Familie mit schweren Waffen angegriffen wird. Es kommt zu einer Schießerei, die sich in das Café „Paradis“ verlagert. Dort kommen sowohl Arvid als auch einige der gerade Anwesenden zu Tode. Ein Engel in Gestalt eines amerikanischen Touristen, der während des ganzen Films im Café mit einem Teufel – dem Barkeeper – Poker gespielt hat, nimmt Arvid mit in den Himmel, obwohl dieser mittlerweile sechs Menschen getötet hat. Die anderen, unbeteiligten Toten kommen allesamt in die Hölle. Auf dem Weg zum Bus in den Himmel fragt Arvid den Engel, ob er in den Himmel gehöre, obwohl er so viele Menschen getötet hatte. Letztendlich stellt sich heraus, dass Arvid nur aufgrund der guten Freundschaft zwischen seinem Vater und dem Engel in den Himmel kommt.

KritikenBearbeiten

„Dieser mitunter recht drastische Streifen ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Doch wer auf skurrilen Humor à la ‚Pulp Fiction‘ steht, wird hier voll auf seine Kosten kommen, denn Regisseur Lasse Spang Olsen (‚Operation Cobra‘, ‚Old Men in New Cars‘) – übrigens ein gefragter Stuntman – geht hier mit schwarzem Sarkasmus der derbsten Sorte vor. Grotesker Humor und Absurdität des Films sind kaum zu überbieten.“

„Ein ganz auf seine sich verselbstständigenden und immer brutaler werdenden Actionszenen hin inszenierter Film mit zynischer Grundhaltung. Der groteske Aberwitz der Handlung wird nicht zuletzt auch wegen der schwach entwickelten Charaktere nie aufgefangen.“

„Die schräge und makabre Blödelei hat dabei immer wieder handfeste Überraschungen parat, geht stets einen Schritt weiter, als man’s erwarten würde, und hat zudem Dialoge, die man nie vergisst. Kostprobe: ‚Ich hab’ meine Freundin umgebracht.‘ – ‚Wo ist sie jetzt?‘ – ‚Bei mir zu Hause. Im Wohnzimmer und…äh…in der Küche.‘ Jetzt ist’s also amtlich: Dänen ist alles zuzutrauen!“

PrequelBearbeiten

Im März 2005 erschien in Deutschlands Kinos unter dem Titel Old Men in New Cars – In China essen sie Hunde 2 (Originaltitel: Gamle mænd i nye biler) ein von Lasse Spang Olsen bereits im Jahr 2002 produziertes Prequel, das seit Mitte 2005 auch als DVD erhältlich ist.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für In China essen sie Hunde. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, März 2007 (PDF; Prüf­nummer: 85 100 V/DVD/UMD).
  2. In China essen sie Hunde. In: prisma-online
  3. In China essen sie Hunde. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  4. Gernot Gricksch: Filmkritik. In: Cinema.de