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Ilschhausen

Ort in der Gemeinde Ebsdorfergrund

Ilschhausen ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Ebsdorfergrund im Osten des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf. Zum Ort gehört das südwestlich gelegene Hofgut Fortbach.

Ilschhausen
Koordinaten: 50° 42′ 7″ N, 8° 47′ 29″ O
Höhe: 251 (247–285) m ü. NHN
Fläche: 2,83 km²[1]
Einwohner: 100[2]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35085
Vorwahl: 06424

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Dorf ist an drei Seiten von Wald umgeben. Es liegt zwischen den Lahnbergen und den Ausläufern des Vogelsberges.

GeschichteBearbeiten

Erstmals erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1222 unter dem Ortsnamen lrichishusin.[1]

Das Hofgut Fortbach gehörte bis zum 16. Jahrhundert zum Kloster Hachborn. Danach ging es in Privatbesitz über. In dem landwirtschaftlichen Gut gibt es auch eine Brennerei.

Am 1. Juli 1974 verlor Ilschhausen im Rahmen der Gebietsreform in Hessen die Selbständigkeit und wurden mit den vorher ebenfalls selbständigen Gemeinden Ebsdorfergrund, Beltershausen, Ebsdorf, Hachborn, Leidenhofen und Rauischholzhausen durch Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Ebsdorfergrund zusammengeschlossen.[3][4]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Ilschhausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

Gerichte seit 1821Bearbeiten

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Ilschhausen zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[9] Mit dem Gesetz über die Neugliederung von Untergerichtsbezirken vom 13. Juli 1833[10] wurde Ilschhausen dem Justizamt Treis an der Lumda zugewiesen.

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde durch einen Gebietstausch Treis an das Großherzogtum Hessen abgetreten, Ilschhausen wurde dem Justizamt Marburg zugeschlagen das jetzt zum königlich Preußischen Amtsgericht Marburg wurde. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[11] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[12]

Auch mit dem in Kraft treten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[1]

• 1577: 11 Hausgesesse
• 1630: 10 Hausgesesse (1 dreispänniger, 5 zweispännige, 1 einspänniger, 3 Einläuftige).
• 1681: 8 hausgesessene Mannschaften
• 1838: 71 Einwohner (8 nutzungsberechtigte, 2 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger)
Ilschhausen: Einwohnerzahlen von 1743 bis 1967
Jahr  Einwohner
1743
  
52
1834
  
85
1840
  
101
1846
  
105
1852
  
117
1858
  
86
1864
  
106
1871
  
94
1875
  
99
1885
  
97
1895
  
89
1905
  
83
1910
  
93
1925
  
92
1939
  
110
1946
  
150
1950
  
139
1956
  
116
1961
  
115
1967
  
109
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch
• 1885: 97 evangelische (= 100,00 %), kein katholischer Einwohner
• 1961: 106 evangelische (= 92,17 %), 3 katholische (= 2,61 %) Einwohner

ErwerbstätigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1743: ein Schneider, ein Schmied
• 1838: Familien: 8 Ackerbau, 2 Gewerbe.
• 1961: Erwerbspersonen: 34 Land- und Forstwirtschaft, 15 Produzierendes Gewerbe, 3 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und Sonstiges

VerkehrBearbeiten

Den öffentlichen Personennahverkehr stellen die Stadtwerke Marburg mit der Buslinie 13 sicher.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Ilschhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Der Ortsteil im Internetauftritt der Gemeinde Ebsdorfergrund, abgerufen im August 2017
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 403.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Georg Landau: Beschreibung des kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 387 (online bei HathiTrust’s digital library).
  7. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 121–123 (online bei Google Books).
  8. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhessGS 1821) S. 223-224
  9. Neueste Kunde von Meklenburg/ Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
  10. KurhessGesSamml. 1833, S. 129 (online)
  11. Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)
  12. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)