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Ilja Seifert, 2009

Ilja Seifert (* 6. Mai 1951 in Berlin) ist ein deutscher Politiker (Die Linke).

Inhaltsverzeichnis

Leben und BerufBearbeiten

Ilja Seifert ist seit einem Badeunfall 1967 querschnittgelähmt. Nach dem Abitur 1970 an der Sonderschule für Körperbehinderte in Birkenwerder absolvierte er ein Studium der Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, welches er 1975 als Diplom-Germanist beendete. Anschließend war Seifert wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1980 erfolgte hier seine Promotion zum Dr. phil. mit der Arbeit Vom Leben dreier Zeitschriften, Arbeiter-Literatur (1924), Die Neue Bücherschau (1919–1929), Die Linkskurve (1929–1932) – auf dem Wege zur Profilierung der journalistischen Front der KPD in den kulturpolitischen und ästhetischen Klassenkämpfen der Weimarer Republik. Danach war er von 1981 bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Haus für Kulturarbeit in Berlin.

Seifert war 1990 Gründungspräsident des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland Für Selbstbestimmung und Würde e. V. und war von 1999 bis Juli 2011 Vorsitzender des Berliner Behindertenverbandes (BBV). Seit 1995 ist Seifert Partner des Sachverständigenbüros Barrierefreies Leben Seifert & Schröder in Berlin.

Darüber hinaus hat er mehrere Lyrikbände – zum Teil gemeinsam mit Christian Schröder veröffentlicht.

Mitarbeiter der StaatssicherheitBearbeiten

Von 1980 bis 1983 und von 1986 bis 1987 war er Stasi-Kontaktperson und Inoffizieller Mitarbeiter als IM Ilja und IM Robert.[1][2][3]

ParteiBearbeiten

 
Seifert auf dem Bundesparteitag der Die Linke 2018 in Leipzig

Seifert wurde 1974 Mitglied der SED. Von 1990 bis 1992 und von 2002 bis 2004 gehörte er dem PDS-Parteivorstand an. Auf dem Magdeburger Parteitag wurde er am 29. Mai 2016 in den Vorstand der Partei Die Linke gewählt.[4]

AbgeordneterBearbeiten

Von März bis Oktober 1990 gehörte Seifert der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR an und zählte dann zu den 144 von der Volkskammer gewählten Abgeordneten, die am 3. Oktober 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages wurden.

Nachdem Seifert nach der Bundestagswahl 1994 aus dem Bundestag ausscheiden musste, wurde er 1998 ein weiteres Mal in den Bundestag gewählt. Nach dem Scheitern der PDS an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2002 schied Seifert wiederum aus dem Bundestag aus.

Seit 2005 war er erneut Mitglied des Deutschen Bundestages. Ilja Seifert ist bei der Bundestagswahl 1990 über die Landesliste Berlin und danach stets über die Landesliste Sachsen in den Bundestag eingezogen. Sein Wahlkreis ist Löbau-Zittau – Görlitz – Niesky.

2013 reichte sein Listenplatz im Land Sachsen nicht für einen erneuten Einzug in den Bundestag.

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

EhrungenBearbeiten

  • 2010: Elke-Bartz-Preis des ForseA für seine Verdienste um die Selbstbestimmung behinderter Menschen[5]

LiteraturBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Neues Maueropfer. In: Der Spiegel. Nr. 9, 1992 (online).
  2. Hubertus Knabe in Cicero vom 30. März 2007 Partei der Spitzel (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cicero.de
  3. Uwe Müller: Deutscher Bundestag: Abgeordnete der Linken verweigern Stasi-Check. In: welt.de. 18. Februar 2010, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  4. https://www.die-linke.de/partei/parteistruktur/parteivorstand/2016-2018/
  5. Elke-Bartz-Preis, abgerufen am 31. Januar 2013.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ilja Seifert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien