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Ihringshausen

Ortsteil der Gemeinde Fuldatal

Ihringshausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Fuldatal im nordhessischen Landkreis Kassel.

Ihringshausen
Gemeinde Fuldatal
Koordinaten: 51° 21′ 5″ N, 9° 31′ 36″ O
Höhe: 182 m ü. NHN
Fläche: 7,76 km²[1]
Einwohner: 6282 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 810 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 34233
Vorwahl: 0561

Geographische LageBearbeiten

Ihringshausen liegt im Norden von Kassel und in direkter Nähe der nordhessischen Großstadt. Es ist umgeben vom Schocketal, den Kasseler Stadtteilen Wolfsanger, Fasanenhof und Philippinenhof sowie von Vellmar. Von Kassel aus führt die Veckerhagener/Ihringshäuser Straße in das Dorf.

Sonnenuntergang über Ihringshausen

GeschichteBearbeiten

Ihringshausen wurde erstmals 1043 unter dem Namen Iringeshusun urkundlich erwähnt.[3] In dieser von König Heinrich III. unterzeichneten Urkunde ist allerdings lediglich die Rede von einem Gut, das diesen Namen trug. Ob Ihringshausen damals also bereits ein Ort war, ist nicht belegt.

Erst 1527 taucht der Name Ihringshausen im Zusammenhang mit der Reformation wieder auf. Ab 1585 durften in Ihringshausen eigene Gottesdienste abgehalten werden. Am 23. Februar 1738 wurde die bis heute genutzte Kirche in der Ortsmitte eingeweiht.

Nachdem in Hessen 1726 die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde und zunächst Übergangsorte für diesen Zweck genutzt wurden, wurden 1870–1890 die ersten Schulgebäude in Ihringshausen errichtet. 1911/12 wurde die heutige Grundschule gebaut, die seitdem immer wieder erweitert wurde. 1920 wurde beschlossen, eine eigene gewerbliche Berufsschule zu bauen.

1902 eröffnete der Schuhmachermeister Kompenhans einen Schuhmacherbetrieb, der heute unter demselben Namen noch als Schuhgeschäft vertreten ist. Im selben Zeitraum eröffnete Heinrich Hochapfel einen Schlachterbetrieb und Peter Vockenroth einen Kolonialwarenladen. Ebenfalls 1902 übernahm Albert Eberhardt die „Neue Bahnhofswirtschaft“. In 1907 eröffnete in Ihringshausen die Hahn AG, ein Tochterunternehmern der Goerz AG ein Werk auf der Eichhecke. Das Unternehmen Hahn produzierte die ersten Sicherheitstürschlösser, den Sylvester Wöhrle entwickelt hatte und 1924 zum Patent anmeldete.[4] Im Rahmen der Firmenaufgabe wurde dieses Patent im Jahr 1927 an Zeiss-Ikon verkauft, welche diese Profilzylinder auf Grundlage der Erfindung nach wie vor herstellt. In den Hallen der Hahn AG wurden dann Segelflugzeuge gebaut.

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war Ihringshausen jedoch immer noch weitestgehend abgeschnitten von der Außenwelt, da nur einige Fußwege zum Dorf führten. Nicht einmal die Postkutsche fuhr regelmäßig nach Ihringshausen. Ab 1899 wurde die Zustellung über solche Postkutschen ganz eingestellt. 1914 wurde ein Postamt eingerichtet, das sich zunächst im Gebäude der Kohlenhandlung Liebehenz, später übergangsweise in einer Waschküche und dann für viele Jahre in der Veckerhagener Straße befand. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Bahnstrecke Kassel-Hannover eingeweiht, die auch durch Ihringshausen führte. Nachdem nun die Eisenbahnanbindung vollzogen war, wurde Ende dieses Jahrhunderts die Veckerhagener Straße gebaut. 1912 wurde Ihringshausen an das Stromnetz angeschlossen und 1916 an eine Gasleitung.

Ab ca. 1820 bis 1963 wurde auf dem Möncheberg in Ihringshausen Braunkohle abgebaut.

Am 4. April 1945 kamen von Kassel aus alliierte Truppen der Amerikaner auf Ihringshausen zu, nachdem es die ganze Nacht unter Artilleriebeschuss gestanden hatte. Der damalige Bürgermeister Johannes Bickel[5] (bereits seit 1917 in diesem Amt) empfing die Truppen und übergab Ihringshausen kampflos.

Nach dem Ersten Weltkrieg legte ein Einwohner Ihringshausens im dortigen Wald an einem kleinen Bach ein Miniaturdorf an. Es bestand aus mehreren kleinen Häusern, Mühlen und Burgen. Das errichtete Dörfchen fiel wieder dem Vandalismus zum Opfer, sodass die sogenannte Märchenmühle heute nur noch eine Grillstation ist.

GebietsreformBearbeiten

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Ihringshausen am 1. Januar 1970 ein Ortsteil der Großgemeinde Fuldatal.[6]

Historische OrtsnamenBearbeiten

Iringeshusun in Pago Hassie, (1043); Eringeshusen, (1363); Eringshausen, (1539) (Kasseler Salbuch); Ihringshausen

ReligionBearbeiten

KulturBearbeiten

VereineBearbeiten

  • Freiwillige Feuerwehr Fuldatal-Ihringshausen.
  • TSV Ihringshausen: Sportverein für Handball, Fußball, Basketball, Turnen/Gymnastik, Triathlon und Tischtennis.
  • DLRG-Jugend
  • Landfrauenverein Ihringshausen: Frauenverband zum Organisieren diverser Veranstaltungen, gehört zum Landfrauenbezirksverein Kassel.
  • Freundeskreis historisches Ihringshausen: Zusammenschluss von Einwohnern Ihringshausen, um sich ihre Geschichte ins Gedächtnis zu rufen.

SportBearbeiten

Das Waldschwimmbad Ihringshausen ist ein beheiztes Freibad in unmittelbarer Nähe des Waldes.

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Fuldatal-Ihringshausen liegt an der Hannöverschen Südbahn.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zahlen und Fakten im Internetauftritt der Gemeinde Fuldatal, abgerufen im März 2016.
  2. Einwohnerzahlen (Haupt- und Nebenwohnungen) im Vorbericht des Haushaltsplans 2016 der Gemeinde Fuldatal. Seite 21, abgerufen im März 2016.
  3. Ihringshausen, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 10. Juni 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Verschließen und Verstecken – Schlösser und Beschläge unserer Zeit, PDF S. 7 (Memento des Originals vom 1. November 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.4000-jahre-sicherheit.de
  5. Erinnerung an Johannes Bickel, HNA.de vom 29. Juli 2018
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Zusammenschluß der Gemeinde Ihringshausen, Knickhagen, Simmershausen, Wahnhausen und Wilhelmshausen im Landkreis Kassel zu der neuen Gemeinde „Fuldatal“ vom 17. Dezember 1970. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 1, S. 6, Punkt 11 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,0 MB]).