Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest und ist Teil einer Normenfamilie. Diese beinhaltet zahlreiche weitere Normen zu verschiedenen Bereichen des Umweltmanagements, unter anderem zu Ökobilanzen, zu Umweltkennzahlen bzw. zur Umweltleistungsbewertung. Sie kann sowohl auf produzierende als auch auf dienstleistende Unternehmen angewendet werden. Es geht nicht klar hervor, wann und ob eine solche Überprüfung wiederholt werden muss bzw. wie lange sie gültig ist.[1]

Logo der Internationalen Organisation für Normung ISO 14001
Titel Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung
Letzte Ausgabe September 2015
Klassifikation 03.100.70, 13.020.10
Nationale Normen EN ISO 14001:2015,
DIN EN ISO 14001:2015-11,
OENORM EN ISO 14001:2015-11-15,
SN EN ISO 14001:2015-09
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Ziel der NormBearbeiten

Die ISO 14001 legt einen Schwerpunkt auf einen Kontinuierlichen Verbesserungsprozess als Mittel zur Erreichung der jeweils definierten Ziele in Bezug auf die Umweltleistung einer Organisation (Unternehmen, Dienstleister, Behörde etc.). Der kontinuierliche Verbesserungsprozess beruht auf der Methode Planen-Ausführen-Kontrollieren-Optimieren (Plan-Do-Check-Act, PDCA):

  • Planen: Festlegung der Ziele und Prozesse, um die Umsetzung der Umweltpolitik der Organisation zu erreichen.
  • Ausführen: die Umsetzung der Prozesse.
  • Kontrollieren: Überwachung der Prozesse hinsichtlich rechtlichen und anderen Anforderungen sowie Zielen der Umweltpolitik der Organisation; ggf. Veröffentlichung der Umweltleistung (des Erfolgs der Organisation in Bezug auf ihre Umweltschutzmaßnahmen).
  • Optimieren: Falls notwendig, müssen die Prozesse korrigiert (angepasst) werden.

Hierzu soll ein Unternehmen eine betriebliche Umweltpolitik, Umweltziele und ein Umweltprogramm festlegen sowie ein entsprechendes Managementsystem aufbauen, das bei der Zielerreichung hilft. Als Unterstützung zur Beschreibung von Umweltauswirkungen hat sich die Stoffstromanalyse bewährt. Der Ansatz von Cleaner Production hilft, auf der Basis der Analyse von Stoff- und Energieströmen Optionen und Ziele zur Reduktion von Abfällen, Abwasser und Emissionen zu erarbeiten.

Um die gewünschte Umweltleistung erzielen zu können, soll die Organisation basierend auf ihrer Umweltpolitik (also ihren Zielsetzungen hinsichtlich Umweltschutz) im ersten Schritt ein Umweltmanagementsystem aufbauen und umsetzen. Durch regelmäßige Überprüfung der gesetzten (Umwelt-)Ziele und des Umweltmanagementsystems soll die kontinuierliche Verbesserung erreicht werden.

In der Norm wird ausdrücklich betont, dass sie keine absoluten Anforderungen für die Umweltleistung festlegt. Sie fordert aber die Einhaltung der Verpflichtungen, die sich die Organisation selbst in ihrer Umweltpolitik auferlegt hat. Allerdings, und das ist neu in der überarbeiteten ISO 14001, muss man zusagen, auch geltende rechtliche Verpflichtungen einzuhalten. Die tatsächliche Einhaltung ist jedoch nicht erforderlich („Commitment to Compliance“ anstatt „Compliance“ im Originaltext).[1]

WeiterentwicklungBearbeiten

Die ISO 14001 ist 1996 erstmals von der Internationalen Organisation für Normung veröffentlicht worden (14001:1996). Am 16. Juni 2000 wurde in Stockholm die Überarbeitung der Norm beschlossen. Im Wesentlichen wurden mit dieser Überarbeitung zwei Ziele verfolgt:

  • eine höhere Kompatibilität mit der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 und
  • die Beseitigung von Unklarheiten und damit eine größere Anwenderfreundlichkeit

Am 15. November 2004 wurde die überarbeitete internationale Fassung (ISO 14001:2004) veröffentlicht. Neben der internationalen (nur in englischer Sprache vorliegenden) Fassung gibt es noch weitere Fassungen dieser überarbeiteten Norm, nämlich die europäischen Fassungen.

Europäische FassungenBearbeiten

Die ISO 14001 wurde vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) als europäische Norm (EN) übernommen. Hierdurch besteht für alle Mitglieder der CEN die Verpflichtung, diese Norm unverändert zu übernehmen. Im deutschsprachigen Raum gilt daher die DIN EN ISO 14001, die ÖNORM EN ISO 14001:2015-11-15 sowie die SN EN ISO 14001:2011-09

ZertifizierungBearbeiten

Die Zertifizierung erfolgt durch akkreditierte Zertifizierer. Nach Angaben der International Organization for Standardization (ISO) wurden bis Ende 2009 mindestens 223.149 Zertifikate basierend auf dem Regelwerk ISO 14001 international in 155 Ländern erteilt.[2]

Zur ISO 14001 existieren weitere ISO-Normen als Leitlinien, z. B.

  • ISO 14002-1: Leitlinien für die Nutzung von ISO 14001 zur Behandlung von Umweltaspekten und -zuständen innerhalb eines Umweltthemengebiets
  • ISO 14004: Allgemeine Leitlinien zur Verwirklichung
  • ISO 14005: Leitlinien für einen flexiblen Ansatz zur phasenweisen Verwirklichung
  • ISO 14006: Leitlinien zur Berücksichtigung umweltverträglicher Produktgestaltung
  • ISO 14007: Leitlinien zur Bestimmung von Umweltkosten und -nutzen
  • ISO 14008: Monetäre Bewertung von Umweltauswirkungen und damit verbundenen Umweltaspekten
  • ISO 14009: Leitlinien zur Einbeziehung der Kreislaufführung von Materialien bei Design und Entwicklung
  • ISO 14031: Umweltleistungsbewertung – Leitlinien
  • ISO 14040: Ökobilanz – Grundsätze und Rahmenbedingungen
  • ISO 14053: Materialflusskostenrechnung – Anleitung zur praktischen Umsetzung in KMUs

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • René Gastl: Kontinuierliche Verbesserung im Umweltmanagement. Die KVP-Forderung der ISO 14001 in Theorie und Unternehmenspraxis. vdf-Verlag, 2. Auflage, Zürich 2009, ISBN 3-7281-3034-6
  • Bernhard Schwager: Revision der Norm ISO 14001 – Neue Anforderungen zu Umweltmanagementsystemen, Umweltwirtschaftsforum, 2015, 4, doi:10.1007/s00550-015-0365-4
  • Katharina Wührl, Bernhard Schwager: DIN EN ISO 14001:2015 – Vergleich mit DIN EN ISO 14001:2009, Änderungen und Auswirkungen, Deutsches Institut für Normung e.V., Beuth-Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-4102-5991-6

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b ISO 14000 essentials
  2. The ISO Survey of certifications 2009, 18. Ausgabe (2010), ISBN 978-92-67-10535-2.