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Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe

(Weitergeleitet von INCI)
INCI-konforme Angabe der Inhaltsstoffe eines Kosmetikums auf der Rückseite der Packung unten.

Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (Abkürzung INCI vom engl. International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) bezeichnet eine internationale Richtlinie für die korrekte Angabe der Inhaltsstoffe (Ingredients) von Kosmetika. Mengenanteile der Zusammensetzung (Content) werden nicht benannt.

Diese Nomenklatur soll besonders Allergikern die Möglichkeit geben, ein Produkt vor dem Kauf auf bedenkliche Inhaltsstoffe zu prüfen.

Die Angabe der kosmetischen Inhaltsstoffe nach dem INCI-System ist in der Europäischen Union seit 1997 gesetzlich vorgeschrieben und durch die entsprechenden Ländergesetze (zum Beispiel in Deutschland § 5a, Abs. 4 KosmetikV) umgesetzt. Für Parfüms sind 26 potentiell allergene Riechstoffe gelistet.

Im US-amerikanischen Raum wird eine an den Vorgaben der CTFA (Chemistry, Toiletry and Fragrance Association), jetzt Personal Care Products Council, orientierte Nomenklatur verwendet, die sich in Einzelheiten unterscheidet (z. B. AQUA – Water). Die Tendenz geht jedoch in Richtung von weltweit einheitlichen INCI-Bezeichnungen. Neue INCI-Bezeichnungen werden auf den Internetseiten der Personal Care Products Council kostenpflichtig registriert.

Inhaltsverzeichnis

Vorgaben zur Auflistung der kosmetischen InhaltsstoffeBearbeiten

Liste der Bestandteile von Kosmetika erfolgt gemäß Artikel 19g EU-KosmetikV:[1]

  • Die Liste erfolgt mit vorangestellter Angabe "Ingredients".
  • Die Bestandteile werden mit ihren INCI-Bezeichnungen in abnehmender Reihenfolge ihres Gewichts(anteils) zum Zeitpunkt der Herstellung des kosmetischen Mittels aufgeführt. Bestandteile in einer Konzentration von weniger als 1% können in ungeordneter Reihenfolge im Anschluss an die mit einer Konzentration von mehr als 1% aufgeführt werden.[2]
  • Riech- oder Aromastoffe sowie ihre Ausgangsstoffe können als "Parfum", "Fragrance" oder "Aroma" zusammengefasst werden, außer den in Anhang III Nr. 67-92 aufgeführten Duftstoffen. Diese sind mit ihren Stoffbezeichnungen anzugeben, wenn sie eine der folgenden festgelegten Konzentrationen im Produkt übersteigen.[3]
    • in Produkten, die nach der Benutzung wieder abgewaschen werden (Duschgel, Haarwaschmittel, Seife), 0,01 % übersteigt
    • in Produkten, die auf der Haut oder den Haaren verbleiben (Creme, Parfüm, Haarfestiger) 0,001 % übersteigt.
  • Farbstoffe können in ungeordneter Reihenfolge nach den anderen Bestandteilen mit der Colour-Index-Nummer (CI-Nummer) angegeben werden. Bei Kosmetika in verschiedenen Farbvarianten werden die in den Varianten verwendeten Farbstoffe in einer eckigen Klammer aufgelistet. Eine Kennzeichnung „+/−“ zeigt an, dass eventuell nicht alle der aufgeführten Farbstoffe im Produkt enthalten sind, zum Beispiel: [+/− CI12700, CI14270, CI20470].[4]
  • Bestandteile in der Form von Nanomaterialien müssen hinter der INCI-Bezeichnung mit dem Wort "Nano" in Klammern kenntlich gemacht werden.
  • Sofern keine INCI-Bezeichnung vorhanden ist, ist die chemische Bezeichnung, die Bezeichnung des Europäischen Arzneibuches, der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene nichtgeschützte Name (INN) oder eine sonstige Bezeichnung zur Identität des Bestandteils anzugeben.
  • Zum Schutz der Rezeptur kann für Inhaltsstoffe besondere Vertraulichkeit beantragt werden. Solche Inhaltsstoffe werden durch einen siebenstelligen Code, zum Beispiel 600277D oder ILN5643, aufgelistet.[4]

Zu Kosmetika zählen unter anderem:

Allergene Duftstoffe nach INCIBearbeiten

In Anhang III Nr. 67-92 der Kosmetikverordnung aufgeführten Duftstoffe

Alpha-Isomethyl Ionone Coumarin (Cumarin)
Amyl Cinnamal Eugenol
Amylcinnamyl Alcohol Evernia Prunastri Extract (Eichenmoosextrakt)
Anise Alcohol (Anisalkohol) Evernia Fufuracea Extract (Baummoosextrakt, bekannt auch unter „mousse d'arbre“)
Benzyl Alcohol (auch Phenylmethanol) Farnesol
Benzyl Benzoate Geraniol
Benzyl Cinnamate Hexyl Cinnamal
Benzyl Salicylate (Salicylsäurebenzylester) Hydroxycitronellal
Butylphenyl Methylpropional Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxalhdehyde (Lyral)
Cinnamal (Zimtaldehyd) Isoeugenol
Cinnamyl Alcohol (Zimtalkohol) Limonen
Citral Linalool
Citronellol Methyl 2-Octynnoate

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kennzeichnung: BVL - Kennzeichnung, abgerufen am 9. Januar 2019
  2. L_2009342DE.01005901.xml: VERORDNUNG (EG) Nr. 1223/2009 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES, abgerufen am 9. Januar 2019
  3. Kennzeichnung von Duftstoffen: BVL - Kennzeichnung von Duftstoffen, abgerufen am 9. Januar 2019
  4. a b Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft Vorkommen, Eigenschaften und Anwendung von Riechstoffen und deren Gemischen. Springer-Verlag, 2015, ISBN 978-3-658-07310-7, S. 227 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

WeblinksBearbeiten