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iDrive-Controller
IDrive Display

iDrive ist das Bedienkonzept des Infotainmentsystems von BMW. Es basiert auf dem Multimediasystem der (ehemaligen) CAA AG[1]. Durch die Übernahme der CAA AG durch Harman Becker[2] ging das KnowHow auf Harman Becker über. Harman Becker entwickelte das System weiter und liefert dies nun als Premiumlieferant von BMW, Mercedes und Porsche[3] zu. Es verfügt über ein großes LC-Display in der Mitte des Armaturenbretts und wird vorwiegend über einen einzigen Knopf – den sogenannten iDrive-Controller – und mehrere Schnellwahltasten gesteuert. iDrive soll alle Komfortfunktionen (vor allem Navigations-, Telekommunikations-, Audio- und Fahrwerkseinstellungen) integrieren und somit die Anzahl der Bedienknöpfe und Regler stark reduzieren. Bei gleichzeitiger Erhöhung der Funktionsvielfalt soll dadurch die Fahrzeugbedienung erleichtert werden.

Das aktuelle iDrive verfügt in allen Baureihen bei Navigation Professional über ein 8,8 Zoll großes Display (Ausnahme: 7er-Reihe mit 10,25 Zoll und einer Auflösung von 1440 × 540 Pixeln sowie 6er-Reihe, 5er-Reihe und 5er GT mit 10,2 Zoll) mit einer Auflösung von 1280 × 480 Pixeln. Die 3D-Kartendaten werden auf einer Festplatte bereitgehalten, die zudem als Speicher für MP3-Musikdaten dient. Ein DVD-Laufwerk dient unter anderem zur Datenaktualisierung und kann darüber hinaus Video-DVDs und Audio-CDs abspielen. Über eine optionale USB-Schnittstelle können sowohl USB-Datenträger als auch Mobiltelefone und iPod-Geräte mit dem Bordrechner verbunden werden. Einige Mobiltelefone können in einer speziell für das jeweilige Telefonmodell hergestellten Ladeschale (Snap-In-Adapter) per Antennenkoppler oder Antennenanschluss an die Fahrzeugaußenantenne angebunden werden.

Über die optionale Onlineanbindung BMW ConnectedDrive kann iDrive mit einer Vielzahl von Telematik- und Assistenzdiensten versorgt werden. Dies beinhaltet neben E-Mails, Nachrichten- und Wetterdaten auch den Service des telefonischen Auskunftsdienstes „BMW Assist“, der Recherche- und weitere Dienste leistet und direkt Navigationsdaten an den Bordrechner übermitteln kann. Über ein Internetportal können Routen bereits vorab geplant und an das Auto gesendet werden.

Darüber hinaus ist es möglich, über einen integrierten Webbrowser auf NetFront-Basis im Internet zu surfen.

ChronikBearbeiten

  • Zum ersten Mal präsentiert wurde iDrive im Konzeptfahrzeug BMW Z9 auf der IAA 1999.[4][5]
  • Eingeführt wurde das iDrive im November 2001 mit der Vorstellung des neuen BMWs der 7er-Reihe (E65).
  • Aufgrund anhaltender Kritik von Kunden und seitens der Fachpresse wurde das iDrive der 7er-Reihe bereits im Oktober 2003 überarbeitet. Neben zahlreichen Vereinfachungen in der Menüführung wurde eine Menütaste hinzugefügt, die ein direktes Zurückspringen von jeder beliebigen Stelle eines Untermenüs ins Hauptmenü ermöglicht.
  • Mit Einführung der neuen 5er-Reihe (E60) im Jahr 2003 hielt das iDrive Einzug in die obere Mittelklasse. Die Benutzung wurde weiter vereinfacht. Konsequent wurde die Anzahl der Funktionsschalter und Regler weiter reduziert. Sie sind im E60 im Wesentlichen auf das Multifunktionslenkrad und die Steuerung von Licht, Klimaanlage und Radiolautstärke beschränkt.
  • 2005 erfuhr das iDrive im Sportmodell BMW M5 eine Aufwertung um etliche Fahrdynamikfunktionen. So lassen sich das elektronische Stabilitätsprogramm DSC, die elektronische Dämpferkontrolle EDC, die Fahrwerkskomfortabstimmung, die Motorleistung und die Gaspedal-Kinematik verändern.
  • Ebenfalls im Jahr 2004 war das iDrive erstmals in der Kompaktklasse, im neuen Modell der 1er-Reihe (E87), als Sonderausstattung verfügbar.
  • Um häufig genutzte Unterhaltungsquellen, Navigationsziele oder Telefonnummern schneller anwählen zu können, erhielt das iDrive im März 2007 in den Modellüberarbeitungen von 5er und 1er sowie im aktuellen 3er Coupé und Cabrio und im X5 acht frei programmierbare Stationstasten. Erstmals wurden Tasten mit kapazitivem Schalter verbaut: Der Anwender erhält durch Berühren der Taste eine Vorschau des auf der Taste hinterlegten Inhalts auf dem Bildschirm.
  • Mit dem 3er LCI wurde im September 2008 das iDrive der zweiten Generation eingeführt. Dabei erhielt das iDrive zusätzlich Direktwahltasten im Bereich des Controllers. Zudem wurde die Bedienung vereinfacht.
  • Mit der Einführung des neuen BMW 7er im Jahre 2015 bekam das iDrive-System erstmals eine Touchscreen-Funktion.
  • Im 8er-Coupé G15 wird 2018 die 7. Generation des iDrive, der eine Gestensteuerung enthält, eingesetzt.[6]

WeblinksBearbeiten

  • bmw.de – BMW Techniklexikon: iDrive

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. CAA AG: Mitkonstrukteur am Armaturenbrett der Zukunft - computerwoche.de. In: www.computerwoche.de. Abgerufen am 26. Oktober 2016.
  2. JUVE - www.juve.de: Harman übernimmt CAA vollständig « JUVE. In: www.juve.de. Abgerufen am 26. Oktober 2016.
  3. Dirk Gulde: Infotainment bei BMW, Porsche und Mercedes: Drei Systeme im Vergleich. In: auto motor und sport. (auto-motor-und-sport.de [abgerufen am 26. Oktober 2016]).
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 20. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmw.de
  5. Die Studie BMW Z9 gran tourismo, BMW-Pressestelle Österreich (siehe dort insbesondere Photo 9) am 14. September 1999, abgerufen 20. Mai 2018.
  6. Interview zum 8er mit dessen Produktmanagerin, bimmertoday.de vom 18. Juni 2018.