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Howoge Wohnungsbaugesellschaft mbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 28. Juni 1990
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Stefanie Frensch, Thomas Felgenhauer
Mitarbeiterzahl 700+
Umsatz 329,4 Mio. Euro
Branche Wohnungswirtschaft
Website www.howoge.de
Stand: 27. April 2017

Die Howoge (Eigenschreibweise HOWOGE) Wohnungsbaugesellschaft mbH ist eine der sechs kommunalen Wohnungsunternehmen Berlins. Sie wurde in ihrer aktuellen Rechtsform als GmbH 1990 gegründet.

Inhaltsverzeichnis

UnternehmenBearbeiten

ÜbersichtBearbeiten

Die Gesellschaft betreut einen Immobilienbestand von 67.535 Einheiten, davon 58.651 Wohnungen[1] überwiegend in den Berliner Bezirken Lichtenberg, Treptow-Köpenick, Weißensee und Pankow. Die Wohnungsbestände umfassen überwiegend Plattenbauten aus den 1970er und 1980er Jahren, aber auch Altbauten und Siedlungsbauten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Unternehmen war vor der Wende ein Teil der Kommunalen Wohnungsverwaltung (KWV) in Ost-Berlin.

Per 31. Mai 2016 waren 641 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 25 Auszubildende und 6 Studenten[1]. In der Organisationsform einer Holding strukturiert, übernimmt die Wohnungsbaugesellschaft das Kerngeschäft des Immobilienkonzerns, das sich mit der Vermietung, der Verwaltung und der Betreuung der eigenen Bestände bzw. des Kundenstammes befasst. Zu der Muttergesellschaft gehören drei Tochterunternehmen: Die HOWOGE Servicegesellschaft mbH, die HOWOGE Wärme GmbH und die gemeinsam mit der Gesobau gegründete Entwicklungsgesellschaft Elisabeth-Aue GmbH.

Howoge Servicegesellschaft mbHBearbeiten

Die HOWOGE Servicegesellschaft erbringt wohnbegleitende Dienstleistungen für die HOWOGE und andere Immobilienunternehmen. Die Leistungen umfassen einen Concierge-, Hausmeister- sowie Kiezhelferdienste.

Howoge Wärme GmbHBearbeiten

Seit 2005 gehört das Energiemanagement der HOWOGE-Bestände zu den Aufgaben der HOWOGE Wärme GmbH. Sie ist sowohl für Verbrauchskontrollen zuständig als auch für Gebäudeanalysen und die Planung von Energieeinsparmaßnahmen.

KritikBearbeiten

Im Jahr 2010 untersuchte der Berliner Senat Verstöße der Howoge gegen das Wohnrecht-Gesetz. Insbesondere gab es unrechtmäßige Auftrags-Vergabe an Privatfirmen sowie fehlende europaweite Ausschreibung für Großaufträge. Als Konsequenz wurden die damaligen beiden Geschäftsführer entlassen.[2]

GeschichteBearbeiten

1990 als landeseigene Gesellschaft gegründet, übernahm die HOWOGE von der Kommunalen Wohnungsverwaltung der DDR einen Großteil der Plattenbauten in der Großwohnsiedlung Hohenschönhausen. Der nun gewählte Name entstand aus Hohenschönhauser Wohnungsbau-Gesellschaft. 1997 erwarb die HOWOGE die Wohnungsbaugesellschaft Lichtenberg mbH.

Kernaufgabe des ersten Jahrzehnts war die Instandsetzung und Modernisierung der Wohnungen und die Aufwertung des Wohnumfelds. Darüber hinaus wurden ca. 1.000 Wohneinheiten neu gebaut. Im Jahr 2013 ist nahezu der komplette Bestand saniert, darunter 1.400 Wohnungen in denkmalgeschützten Gebäuden und Anlagen, zum Beispiel das Rupprecht-Ensemble im Weitlingkiez, den Hendrichplatz in Alt-Lichtenberg, die Kernhofer Straße 5 und 13 in der Victoriastadt und die Schnitterhäuser in Berlin-Malchow. Mit dem Kauf von ca. 170 Wohnungen in Adlershof und Johannisthal (2006), 17 Wohnungen in Weißensee (2008) sowie ca. 3.200 Wohnungen in Buch (2009) erweiterte die HOWOGE ihren Bestand über den Bezirk Lichtenberg hinaus.

Seit den 2010er Jahren lässt die HOWOGE auch im größeren Rahmen Neubauten errichten. Eines dieser Projekte sind die Treskow-Höfe in Berlin-Karlshorst. Hier wurde ein Studentenheim aus den späten 1950er Jahren abgerissen, Archäologen durchforschten den Boden und fanden historische Reste einer frühen Besiedlung. Bis Juni 2015 wurden 414 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen fertiggestellt. Darüber hinaus sind in den Treskow-Höfen zwei Senioren-Wohngemeinschaften und eine Kindertagesstätte für rund 90 Kinder entstanden.[3] Das Projekt Treskow-Höfe wurde 2016 mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet. Bis Mitte 2016 wurden insgesamt 840 Wohnungen in den Bezirken Lichtenberg und Pankow von der HOWOGE realisiert. Bis 2025 plant das Unternehmen seinen Bestand durch Zukauf und Neubau auf 73.000 Wohneinheiten zu erhöhen.

Ökologisches und soziales EngagementBearbeiten

Seit Anfang der 1990er Jahre setzt die HOWOGE auf eine energetische Sanierung. So liegt die CO2-Emission pro Wohnung nach eigenen Angaben des Unternehmens mit 1,18 Tonnen pro Jahr um gut 60 Prozent unter dem Berliner Gesamtdurchschnitt (2,97 Tonnen) (Stand von 2013). Insgesamt investierte die HOWOGE rund 1,3 Milliarden Euro in die Bestandssanierung, sodass der Sanierungsgrad nach eigenen Angaben im Kernbestand bei 98 Prozent liegt. Für den Gesamtbestand ist es erklärtes Ziel, dass bis zum Jahr 2020 pro Wohneinheit jährlich nur noch 1,12 Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gelangen. Zur Einhaltung dieser unternehmensspezifischen Obergrenze hat sich das Unternehmen im Jahr 2011 in einem Klimaschutzabkommen mit dem Land Berlin verpflichtet. Am 22. November 2013 wurde die HOWOGE mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Produkte/Dienstleistungen“ ausgezeichnet.[4]

Im sozialen Bereich fördert das Unternehmen Einrichtungen, Vereine und Initiativen, so das Theater an der Parkaue, den SV Lichtenberg 47 oder den Tierpark Berlin-Friedrichsfelde.

Die Howoge wurde von der TTR Group dreimal als mieterfreundlichstes Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet. Unter den Berliner Wohnungsunternehmen belegte die Howoge jeweils 2010, 2011, 2012 und 2013 den ersten Platz.[5]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015. HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mit beschränkter Haftung, 31. Dezember 2015, abgerufen am 27. Juli 2016.
  2. Howoge machte sich ihre eigenen Gesetze. (tagesspiegel.de [abgerufen am 20. Februar 2017]).
  3. Informationen über die Treskow-Höfe, abgerufen am 24. Okt. 2014.
  4. Pressemitteilung HOWOGE 26. November 2013.
  5. Pressemitteilung Howoge vom 20. Dezember 2013.