Hauptmenü öffnen
Horonai-Linie
Güterzug auf der Horonai-Linie (August 1983)
Güterzug auf der Horonai-Linie (August 1983)
Streckenlänge:18,1 km + 3,6 km
Spurweite:1067 mm (Kapspur)
Zweigleisigkeit:nein
Strecke – geradeaus
Hakodate-Hauptlinie 1882–
BSicon STR+l.svgBSicon ABZg+r.svgBSicon .svg
BSicon xABZqr.svgBSicon eABZg+r.svgBSicon .svg
Muroran-Hauptlinie 1892–
Bahnhof, Station
0,0 Iwamizawa (岩見沢) 1884–
   
→ Hakodate-Hauptlinie 1891–
   
4,0 Sakaemachi (栄町) 1980–1987
   
6,3 Kayano (萱野) 1913–1987
BSicon exENDEa.svgBSicon exSTR.svgBSicon .svg
BSicon exKRWgl.svgBSicon exKRWg+r.svgBSicon .svg
BSicon exSTR.svgBSicon exBHF.svgBSicon .svg
10,9
0,0*
Mikasa (三笠) 1882–1987
BSicon exHST.svgBSicon exSTR.svgBSicon .svg
1,2* Horonai-Sumiyoshi
BSicon exSTR.svgBSicon exSTR.svgBSicon .svg
(幌内住吉) 1950–1972
BSicon exBHF.svgBSicon exSTR.svgBSicon .svg
2.7* Horonai (幌内) 1898–1987
BSicon exHST.svgBSicon exSTR.svgBSicon .svg
Horonai (幌内) 1882–1898
BSicon exKBSTe.svgBSicon exSTR.svgBSicon .svg
3,6* Horonai-Kohlebergwerk 1898–1987
BSicon exKRW+l.svgBSicon exKRWgr.svgBSicon .svg
Shin-Mikasa-Kohlebergwerk 1932–1973
BSicon exKBSTe.svgBSicon exBHF.svgBSicon .svg
14,8 Tōmatsu (唐松) 1929–1987
   
Ikushumbetsu-gawa
   
16,8 Yayoi (弥生) 1948–1987
BSicon .svgBSicon exABZgl.svgBSicon exKBSTeq.svg
Yayoi-Kohlebergwerk 1916–1960
BSicon uexSTR+r.svgBSicon exABZg+l.svgBSicon exSTR+r.svg
← Mikasa-Waldbahn 1938–1955
BSicon uexKHSTe.svgBSicon exSTR.svgBSicon exKBSTe.svg
Sumitomo-Kohlebergwerk 1906–1971
   
18,1 Ikushumbetsu (幾春別) 1888–1987
   
Kitasumi-Kohlebergwerk 1888–1957

Die Horonai-Linie (jap. 幌内線, Horonai-sen) war eine Eisenbahnstrecke im Zentrum der japanischen Insel Hokkaidō. Sie wurde in den Jahren 1882 bis 1888 eröffnet und war bis 1987 in Betrieb.

BeschreibungBearbeiten

Die in der Unterpräfektur Sorachi gelegene Horonai-Linie setzte sich aus einer 18,1 km langen Hauptstrecke und einer 3,6 km langen Zweigstrecke zusammen. Erstere führte von Iwamizawa durch das Tal des Ikushumbetsu-gawa zum Bahnhof Ikushumbetsu. Letztere begann in Mikasa, bewältigte dort eine Spitzkehre und führte in ein Seitental zum Bahnhof Horonai sowie zum Horonai-Kohlebergwerk. Beide Streckenteile waren kapspurig, eingleisig und nicht elektrifiziert. Insgesamt wurden neun Bahnhöfe und Haltestellen erschlossen. Hinzu kamen mehrere Anschlussgleise zu Kohlebergwerken.

Der Bahnhof Horonai wird heute als Eisenbahnmuseum genutzt.

GeschichteBearbeiten

Ursprünglich war die Horonai-Linie ein Abschnitt der ersten Eisenbahnstrecke auf Hokkaidō, die im Hafen von Temiya bei Otaru begann. Sie wurde von der staatlichen Bahngesellschaft Kan’ei Horonai Tetsudō erbaut, hauptsächlich zur Erschließung der umfangreichen Steinkohlevorkommen im Horonai-Kohlerevier nordöstlich von Sapporo. Die Bauleitung hatte der amerikanische Ingenieur Joseph U. Crawford inne, der von der japanischen Regierung als „Kontraktausländer“ verpflichtet worden war.[1]

Nachdem die Strecke am 25. Juni 1882 Ebetsu erreicht hatte, folgte am 13. November desselben Jahres die Eröffnung des Abschnitts über Mikasa zum Kohlebergwerk bei Horonai. Priorität hatte zunächst der Abbau der Kohle, sodass der Personenverkehr erst am 2. Februar 1883 aufgenommen wurde. Der eigentliche Ausgangspunkt der beschriebenen Strecke, der Bahnhof Iwamizawa, ging erst am 15. August 1884 in Betrieb.[2]

Am 10. Dezember 1888 erfolgte die Inbetriebnahme des Streckenasts von Mikasa nach Ikushumbetsu. Mit der Privatisierung der Kan’ei Horonai Tetsudō ging die Strecke am 11. Dezember 1889 in den Besitz der privaten Bergbau- und Bahngesellschaft Hokkaidō Tankō Tetsudō über. Am 1. Oktober 1906 musste das Unternehmen aufgrund des vom Parlament beschlossenen Eisenbahnverstaatlichungsgesetzes ihr Streckennetz an den Staat verkaufen. Das Eisenbahnamt (das spätere Eisenbahnministerium) gab der Strecke von Iwamizawa nach Horonai bzw. Ikushumbetsu am 12. Oktober 1909 die offizielle Bezeichnung Horonai-Linie.[2]

Der allmähliche Niedergang des Kohlebergbaus ab den 1960er Jahren führte zu einer ständig sinkenden Auslastung. Am 1. Oktober 1972 stellte die Japanische Staatsbahn (JNR) den Personenverkehr auf dem Streckenast Mikasa–Horonai ein, am 25. Mai 1981 den Güterverkehr auf dem Streckenast Mikasa–Ikushumbetsu. Obwohl die Horonai-Linie im 1984 veröffentlichten JNR-Sanierungskonzept als stillzulegende Strecke vermerkt war, blieb sie über die am 1. April 1987 vollzogene Staatsbahnprivatisierung hinaus bestehen – wenn auch nur für wenige Monate. JR Freight betrieb den Güterverkehr von Iwamizawa nach Horonai noch bis zum 19. Juni 1987 weiter[3], während JR Hokkaido den Personenverkehr zwischen Iwamizawa und Ikushumbetsu am 13. Juli 1987 einstellte und diesen an die Busgesellschaft Hokkaidō Chūō Bus übertrug.[4]

Liste der BahnhöfeBearbeiten

Name km Anschlusslinien Lage Ort
Hauptstrecke
Iwamizawa (岩見沢) 00,0 Hakodate-Hauptlinie
Muroran-Hauptlinie
Koord. Iwamizawa
Sakaemachi (栄町) 04,0 Koord.
Kayano (萱野) 06,3 Koord. Mikasa
Mikasa (三笠) 10,9 Koord.
Tōmatsu (唐松) 14,8 Koord.
Yayoi (弥生) 16,8 Koord.
Ikushumbetsu (幾春別) 18,1 Koord.
Zweigstrecke
Mikasa (三笠) 00,0 Mikasa
Horonai-Sumiyoshi (幌内住吉) 01,2 Koord.
Horonai (幌内) 02,7 Koord.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Horonai-Linie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Yoshimitsu Takanashi: Help from across the seas. (PDF, 334 kB) E.C. Pro, 2017, abgerufen am 15. November 2017 (englisch).
  2. a b JNR-Generaldirektion Hokkaidō (Hrsg.): 北海道鉄道百年史 (100 Jahre Eisenbahngeschichte Hokkaidō). Sapporo 1980.
  3. 最後の石炭列車 涙振り切り走る 幌内線, Hokkaidō Shimbun, 20. Juni 1987.
  4. Keisuke Imao: 日本鉄道旅行地図帳 (Japan-Bahnreiseatlas). Band 1 Hokkaidō. Shinchosha, Tokio 2008, ISBN 978-4-10-790019-7, S. 36.