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Holtorf ist ein Ortsteil der Bundesstadt Bonn im Stadtbezirk Beuel. Er umfasst die Dörfer Oberholtorf, Niederholtorf und Ungarten und hat rund 1800 Einwohner.

Holtorf
Bundesstadt Bonn
Koordinaten: 50° 43′ 56″ N, 7° 10′ 56″ O
Einwohner: 1745 (31. Dez. 2018)[1]
Eingemeindung: 1815
Eingemeindet nach: Vinxel
Vorwahl: 0228
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Über dieses Bild
Lage des Ortsteils Holtorf im Bonner Stadtbezirk Beuel
Luftaufnahme von Oberholtorf (2012), Ansicht von Osten (Dorfeinfahrt). Hinten links der Umriss der ehemaligen Saalkirche, in der Mitte der „Burghof“
Holtorf, Luftaufnahme (2015)
Burghof Oberholtorf
St. Antonius Holtorf

LageBearbeiten

Holtorf liegt in Berglage an der Ostseite des Naturschutzgebietes Ennert und wird daher als Wohngebiet mit einer hohen Anzahl an Familienhäusern genutzt. Oberholtorf ist mit seiner bis auf knapp 170 m ü. NHN reichenden Bebauung der höchstgelegene Ortsteil des Stadtbezirks Beuel.

Die umliegenden Wälder eignen sich zum Wandern und Fahrrad fahren.

Von Holtorf aus kann Bonn entweder über Beuel oder über die Bundesautobahn 562 erreicht werden.

GeschichteBearbeiten

Am Westhang der Holtorfer Hardt (oder Ennert-Hardt) wurden drei hochkuppelige und zehn flache Hügelgräber aus der Zeit um 4000 v. Chr. gefunden. Im Bereich der Drosselstraße fanden sich Brandgräber aus der Eisenzeit (1000 bis 500 v. Chr.). Im Ortsteil Oberholtorf wurden Reste einer großen romanischen Saalkirche ausgegraben, die in der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts an der Stelle eines etwas kleineren, über merowingischen Siedlungsspuren aus dem 7. Jahrhundert gestellten Kirchenbaus aus der Zeit um 900 n. Chr. errichtet und nach Umnutzung zu einem herrschaftlichen Gebäude etwa Ende des 13. Jahrhunderts geordnet abgetragen wurde[2]. Die Burg Oberholtorf ist weitgehend unerforscht, die früheren Besitzer und Erbauer unbekannt.

Holtorf wurde erstmals urkundlich 1183/1187 als Holzdorp erwähnt, Ober- und Niederholtorf 1733. Im Holtorfer Gebiet, sowohl an der Hardt als auch im Hügelland östlich, gab es im 19. Jahrhundert Braunkohle- und Alaun-Abbau, vor allem durch die Firma Hermann Bleibtreus. Bauliche Reste sind rund um Holtorf sichtbar.[3] Der Ort bzw. Hof Ungarten gehörte ursprünglich zur Honschaft bzw. in preußischer Zeit (ab 1815) zur Gemeinde Vinxel, wurde zwischen 1852 und 1865 in die Gemeinde Stieldorf eingegliedert und kam erst mit der kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn am 1. August 1969 an die Stadt Bonn.

Die Grundsteinlegung für die erste – dem Hl. Antonius geweihte – Kirche in Niederholtorf erfolgte am 4. Juli 1926. Eingeweiht wurde sie Weihnachten 1926 und konsekriert am 19. Mai 1928. Der schlechte bauliche Zustand des Kirchengebäudes führte 1962 zur Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs für einen Neubau, der im Mai 1963 zur Beauftragung des Bonner Architekten Stapper führte. Der Baubeginn verzögerte sich durch Schwierigkeiten im Genehmigungsverfahren auf den 5. Oktober 1970. Kirchweihe war am 15. September 1974.[4] Die gleichnamige Katholische Kirchengemeinde Sankt Antonius mit etwa 1000 Kirchenmitgliedern[5] gehört zur Pfarreiengemeinschaft Am Ennert, seit 1. Januar 2010 "Katholischer Kirchengemeindeverband Am Ennert"[6].

Einwohnerentwicklung[7]Bearbeiten

Jahr Einwohner
1816 165
1843 281
1871 358
1905 522
1961 767[8]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Romano Guardini (1885–1968), katholischer Religionsphilosoph und Theologe, wohnte Mai 1922 bis Sommer 1923 in Niederholtorf[9]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Holtorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung in Bonn nach Ortsteilen (lt. Hauptsatzung) am 31.12.2018, Bundesstadt Bonn – Statistikstelle, Februar 2019
  2. Alena-Maria Ramisch, Die abschließenden Untersuchungsergebnisse zu den Saalkirchen von Bonn-Oberholtorf, in Holzlarer Bote, 22.Jahrgang/Nr.2, 2009; demnach maß der neuerrichtete (2.) Sakralbau, der keiner Gemeinde und keinem Kloster zuzuordnen ist, beachtliche 35,2m x 10,50m, s. http://www.holzlarer-bote.de/
  3. Denkmal- und Geschichtsverein Bonn rrh.: Geschichtsweg Braunkohle + Alaun, abgerufen am 18. September 2017
  4. Peter Jurgilewitsch, Wolfgang Pütz-Liebenow: Die Geschichte der Orgel in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis, Bouvier Verlag, Bonn 1990, ISBN 3-416-80606-9, S. 188/189.
  5. https://gemeinden.erzbistum-koeln.de/seelsorgebereich-am-ennert/gemeinden/sankt_antonius/ abgerufen 18. Juli 2019
  6. https://gemeinden.erzbistum-koeln.de/seelsorgebereich-am-ennert/gemeinden/gremien/ mit Zitat der Errichtungsurkunde
  7. Gemeindelexikon Preußen, 1871 und 1905; Übersicht ... des Regierungs-Bezirks Köln, 1816 und 1843.
  8. Beiträge zur Statistik des Landes Nordrhein-Westfalen, Sonderreihe Volkszählung 1961. Heft 2 b, Düsseldorf 1963, S. 59.
  9. Carl Jakob Bachem: Beueler Chronik. Zeittafel zur Geschichte des rechtsrheinischen Bonn. Stadt Bonn, Bonn 1989, ISBN 3-922832-06-7, (Studien zur Heimatgeschichte des Stadtbezirks Bonn-Beuel 26), S. 119