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Hollen (Gütersloh)

Stadtteil von Gütersloh

Hollen Zum Anhören bitte klicken! ['hɔlən] ist ein nördlicher Stadtteil von Gütersloh in Ostwestfalen-Lippe, der 1970 im Rahmen der kommunalen Neugliederung in die heutige Kreisstadt Gütersloh eingemeindet wurde.

Hollen
Koordinaten: 51° 57′ 38″ N, 8° 23′ 5″ O
Höhe: 85 m
Fläche: 4,03 km²
Einwohner: 302 (Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 33334
Vorwahl: 05241
Karte
Lage von Hollen in Gütersloh
Der Lichtebach bei Hollen
Der Lichtebach bei Hollen
Flagge mit dem Wappen von Hollen, gehisst vor der Evangelischen Kirche Isselhorst

GeografieBearbeiten

Hollen liegt im Osten der Westfälischen Bucht. Eine kleine Anhöhe in der ansonsten flachen Landschaft ist der Holler Brink, auf dem ehemals eine Windmühle stand.

NachbargemeindenBearbeiten

GT-Ebbesloh BI-Holtkamp
  BI-Ummeln
GT-Niehorst GT-Blankenhagen GT-Isselhorst

GeschichteBearbeiten

In Hollen wurden einige der ältesten Spuren menschlichen Wirkens im heutigen Stadtgebiet von Gütersloh gefunden. So stehen ein Siedlungsplatz und zwei Urnenfriedhöfe aus der Bronze-/Eisenzeit auf der Liste der Bodendenkmäler in Gütersloh.

1198 wurde Hollen in einer Urkunde des Paderborner Bischofs Bernhard I. als „Honlo“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Darin bestätigt Bernhard I. dem Kloster Marienfeld den Anspruch auf einen Zehnten in Hollen und Ebbesloh. Dieser Zehnte wurde dem Kloster bereits bei der Gründung vom Münsteraner Bischof Hermann II. geschenkt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts sind in Hollen Besitzungen des Klosters Herzebrock nachgewiesen.

Im Jahr 1969 beschloss der Holler Gemeinderat den Anschluss an die Stadt Gütersloh und sprach sich damit gegen den möglichen Anschluss an die Stadt Bielefeld aus. Diese Zuordnung trat am 1. Januar 1970 in Kraft.[1] Durch die Gebietsreform von 1973 wurde Hollen Teil des Kreises Gütersloh.

ReligionenBearbeiten

Hollen gehört zum Kirchspiel Isselhorst. Eine eigene Kirche hatte Hollen nie. Von den 362 Einwohnern mit Hauptwohnsitz in Hollen (Stand Dezember 2000) sind 273 oder 75,4 % evangelisch und 42 oder 11,6 % katholisch. 47 oder 13,0 % gehören einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Beschreibung: In gespaltenem Schild vorne in silbernem Feld unter einem roten Sparren ein aufwärts gekehrtes blaues Sensenblatt, hinten in rotem Feld ein halber goldener Adler am Spalt.

Bedeutung: Die Sense charakterisiert Hollen als eine ländliche Gemeinde. Der rote Sparren steht für die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Ravensberg. Der Schildfuß zeigt das Wappen der Grafen von Rietberg, die hier einst einflussreiche Grundherren waren.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Hollen und seine Umgebung ist stark landwirtschaftlich geprägt. Entlang der Verbindungsstraße zwischen Marienfeld und Bielefeld (L806) hat sich eine kleine geschlossene Siedlung gebildet, umgeben von Feldern und Wiesen. Dort gibt es eine – auch von Gästen aus anderen Gütersloher Stadtteilen und aus Bielefeld frequentierte – Gaststätte sowie mehrere Handwerks- und kleinere Gewerbebetriebe. Unweit der Siedlung stehen die Gebäude der Brennerei Clüsener und des Mühlenbetriebs Dreesbeimdieke.

Neben der Gaststätte ist die Reithalle, im Sommer auch der Reit- und der Fahrplatz neben dem Hof Meyer zu Hollen ein gesellschaftlicher Treffpunkt.

Im 1931 errichteten Gebäude der alten Holler Schule, die 1968 aufgelöst wurde, befindet sich heute ein Waldorfkindergarten.

Vereine und VeranstaltungenBearbeiten

Der Pferdesportverein Steinhagen-Brockhagen-Hollen entstand im Juni 2013 durch die Fusion des Ländlichen Reit- und Fahrvereins Hollen mit dem Zucht-, Reit- und Fahrverein Steinhagen. Der Ländliche Reit- und Fahrverein Hollen war 1947 wiedergegründet worden, nachdem sich der 1934 ins Leben gerufene Reitertrupp Hollen im Zweiten Weltkrieg aufgelöst hatte. Der Verein hatte mehr Mitglieder, als Hollen Einwohner hat (im Jahr 2000 waren es 400 Mitglieder), zog also auch Pferdeliebhaber und Reitsportbegeisterte aus den Nachbargemeinden an.

Die Landjugend Hollen ist im gesamten Kirchspiel Isselhorst aktiv.

Jedes Jahr findet in Hollen ein großes Osterfeuer statt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Am Reithallenweg befindet sich die heute der Familie Prante gehörende Hofstelle Hugo. Das Wohnhaus wurde ursprünglich für den Landhauptmann Bertram Hugo errichtet. Am Torbalken ist es 1656 bezeichnet. Der Fachwerkbau mit utluchtartigem Vorbau ist an der Frontseite mit Flachschnitzereien versehen, wie sie auch der heute im LWL-Freilichtmuseum Detmold wiederaufgebaute Valepagenhof aus Delbrück aufweist. Der Giebel von Haus Prante steht mit drei anderen Objekten aus Hollen – einem weiteren Hof im Reithallenweg, dem Hof Meier zu Hollen und einem Wohn- und Geschäftshaus von 1912 (später Gaststätte „Mams“ bzw. „froh & munter“) – auf der Liste der Baudenkmäler in Gütersloh.

SonstigesBearbeiten

  • In Hollen steht eine der circa 2.000 Messstationen des Radioaktivitätsmessnetzes des Bundesamtes für Strahlenschutz, über die die sogenannte Gamma-Ortsdosisleistung ermittelt wird.
  • Auf dem Holler Knapp wurde im Juni 1995 an der Stelle, wo zwischen 1872 und 1910 Heinrich Dreesbeimdieke eine Windmühle betrieb, eine 110-KW-Windkraftanlage in Betrieb genommen. Im Mai 1996 folgte der „Solarpark Hollen“, eine 110-KW-Solarstromanlage mit einer Solarmodulfläche von 1.000 m².

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 110.