Hole (Band)

amerikanische Band

Hole (engl.: Loch) ist eine Grunge-Band, die 1989 von Courtney Love gegründet wurde. Die Band löste sich 2002 offiziell auf. Im Jahr 2010 wurde die Wiedervereinigung verkündet.

Hole
HoleSXSW2010(wide).jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Grunge
Gründung 1989, 2010
Auflösung 2002
Website www.holerock.net
Aktuelle Besetzung
Courtney Love
Gitarre
Eric Erlandson (1989–2002, seit 2014)
Melissa Auf der Maur (1994–1999, seit 2014)
Patty Schemel (1992–1998, seit 2014)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Micko Larkin (2010–2014)
Bass
Jill Emery (bis 1992)
Bass
Leslie Hardy (1992–1993)
Bass
Kristen Pfaff (ab 1993; † 1994)
Bass
Shawn Dailey (2010–2014)
Schlagzeug
Caroline Rue (bis 1992)
Schlagzeug
Samantha Maloney (1998–2002)
Schlagzeug
Stu Fischer (2010–2014)

BedeutungBearbeiten

Die Band wird oft mit der Riot-Grrrl-Bewegung in Verbindung gebracht, welche Anfang der 1990er Jahre aufkam. Allerdings fehlt Hole die politische Attitüde der Riot Grrrls aus Washington (z. B. Bikini Kill, Bratmobile). Courtney Love aber äußert sich oft positiv über Frauen, die harte Musik machen und ihre Instrumente selbst spielen und verkörpert dies auch selbst. Mit ihrer als „dreckig“ geltenden Stimme bricht sie weibliche Gesangsnormen. Die Band hatte mit Doll Parts (1994, Live Through This) ihren größten Hit. Schlagzeugerin Patty Schemel war die erste Frau auf der Titelseite des Magazins Modern Drummer.

Durch die Ehe der Sängerin Courtney Love mit Kurt Cobain von Nirvana erfuhr die Band eine gesonderte Aufmerksamkeit. Zusammen schrieben und spielten die beiden auch Songs.

BandgeschichteBearbeiten

Im Sommer 1989 suchte Courtney Love per Zeitungsanzeige einen Gitarristen, woraufhin sich Eric Erlandson meldete. Die erste Veröffentlichung der Band wurde 1990 die EP Retard Girl. Auch wenn Hole eine Band war, wurde sie doch durch die dominant im Vordergrund stehende und auftretende Love geprägt, welche mehrfach ihre Bandmitglieder austauschte, bis die Band endgültig zerbrach.

Im März 1991 folgte die Single Dicknail. Als Nächstes folgte Teenage Whore als erste Auskopplung vom Album Pretty on the Inside, welches im September erschien. Anschließend spielten Hole in Europa als Vorgruppe für Mudhoney, als die Band erste Auflösungserscheinungen erfuhr. Rue wurde wegen angeblich schlechter Studioarbeit gefeuert, wonach auch Emery die Band verließ. Mit Patty Schemel als neue Drummerin und Lesley Hardy am Bass wurde die Single Beautiful Son (1991) aufgenommen. Hardy verließ die Band 1993 bereits wieder und wurde von Kristen Pfaff ersetzt.

Fünf Tage vor der Veröffentlichung des Albums Live Through This beging Kurt Cobain im April 1994 Selbstmord. Der Song Doll Parts geriet so unfreiwillig zum identitären Soundtrack trauernder Fans. Live Through This erreichte in den USA Platinstatus und erfuhr auch in zahlreichen anderen Ländern hohe Chartpositionen. Nur wenige Monate später starb Bassistin Kristen Pfaff am 16. Juni 1994 an einer Überdosis Heroin. Die Band trennte sich nicht, stattdessen stieg die Kanadierin Melissa Auf der Maur als Bassistin ein.

Im Februar 1995 nahmen Hole ein MTV-Unplugged-Konzert auf und entschieden sich nach einigen Touren für eine kreative Pause. In der Zwischenzeit erschien die CD Ask for It, die Radiomitschnitte von 1991 enthält. Im Jahr 1996 veröffentlichte die Band mit der Fleetwood Mac-Coverversion Gold Dust Woman einen Song auf dem Soundtrack zum Film The Crow – Die Krähe. Mit My Body the Handgrenade erschien außerdem eine Platte, die 14 bislang unveröffentlichte Songs enthält und The First Session, auf dem sich die ersten vier Aufnahmen der Band überhaupt befinden.

Im September 1998 erschien Celebrity Skin. Stilistisch von den Wurzeln entfernt klang die Band weitaus braver im Sound. Kurz danach wurde Patty Schemel wegen Problemen im Studio und mit Drogen gefeuert und durch Samantha Maloney ersetzt. Nach Touren durch die USA, Großbritannien und Australien und den Singles Celebrity Skin, Awful und Malibu verließ Melissa Auf der Maur 1999 die Band, um sich auf Soloarbeiten und ihre Fotografenkarriere zu konzentrieren. Beim schwedischen Hultsfred-Festival verstarb eine 19-jährige Konzertbesucherin. Love hatte Zuschauer auf die Bühne gezogen, woraufhin der Zustrom der Besucher den Druck auf die vordersten Reihen erhöhte. Einzelne Zuschauer berichteten über Atemschwierigkeiten aufgrund des Drucks. Hole spielten danach bei einem Festival in Madrid. Love ließ über den spanischen Veranstalter ihr Bedauern ausdrücken. Es sei tragisch, dass es zu einem tödlichen Unfall während eines großartigen Konzertes gekommen sei. Die Frage nach einem Abbruch der Tour hätte für die Band zu keiner Zeit Relevanz gehabt.[1] Nach der Veröffentlichung des bisher unveröffentlichten Songs Be a Man für den Soundtrack zu An jedem verdammten Sonntag und der B-Seite Best Sunday Dress im Jahr 1999, löste sich die Band 2002 nach gut zwei Jahren ohne nennenswerte Neuigkeiten endgültig auf. Im Jahr 2010 gab Courtney Love über Facebook die Wiedervereinigung bekannt, allerdings in, außer Love, komplett neuer Besetzung. Im April folgten ein neues Album und im Sommer eine Tournee, die die Band auch nach Europa führte.[2] 2014 kehrten schließlich die ehemaligen Mitglieder Eric Erlandson, Patty Schemel und Melissa auf der Maur zur Band zurück.[3]

DiskografieBearbeiten

StudioalbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4][5]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1991 Pretty on the Inside UK59
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 17. September 1991
1994 Live Through This DE39
(17 Wo.)DE
UK13
 
Gold

(17 Wo.)UK
US52
 
Platin

(68 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 12. April 1994
1998 Celebrity Skin DE21
(5 Wo.)DE
AT15
(5 Wo.)AT
CH26
(6 Wo.)CH
UK11
 
Gold

(10 Wo.)UK
US9
 
Platin

(41 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 8. September 1998
2010 Nobody’s Daughter DE61
(1 Wo.)DE
AT45
(1 Wo.)AT
CH37
(1 Wo.)CH
UK46
(1 Wo.)UK
US15
(3 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 23. April 2010

KompilationenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1997 My Body, the Hand Grenade UK82
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 1997

EPsBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1995 Ask for It US172
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 8. September 1995

Weitere Veröffentlichungen

  • 1997: The First Session
  • 2011: Icon

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1993 Beautiful Son UK54
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: April 1993
1994 Miss World
Live Through This
UK64
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: März 1994
Doll Parts
Live Through This
UK16
(3 Wo.)UK
US58
(12 Wo.)US
Erstveröffentlichung: November 1994
1995 Violet
Live Through This
UK17
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: Januar 1995
1998 Celebrity Skin
Celebrity Skin
UK19
(4 Wo.)UK
US85
(19 Wo.)US
Erstveröffentlichung: September 1998
Malibu
Celebrity Skin
UK22
(2 Wo.)UK
US81
(3 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Dezember 1998
1999 Awful
Celebrity Skin
UK42
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: April 1999

Weitere Singleveröffentlichungen

  • 1990: Retard Girl
  • 1991: Dicknail
  • 1991: Teenage Whore
  • 1995: Softer, Softest
  • 1996: Gold Dust Woman
  • 2000: Be a Man
  • 2010: Skinny Little Bitch
  • 2010: Pacific Coast Highway
  • 2010: Letter to God

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hole – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aftonbladet nyheter: Här dog 19-åringen. Abgerufen am 7. August 2019.
  2. Profil auf laut.de
  3. http://www.blabbermouth.net/news/courtney-love-reunites-classic-hole-lineup/
  4. a b c d Chartquellen: DE AT CH UK US
  5. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK US