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Hohenprießnitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Zschepplin im Landkreis Nordsachsen im Nordwesten von Sachsen.

Hohenprießnitz
Gemeinde Zschepplin
Wappen von Hohenprießnitz
Koordinaten: 51° 31′ 58″ N, 12° 35′ 50″ O
Höhe: 102 m
Einwohner: 942 (1990)
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 04838
Vorwahl: 034242
Schloss Hohenprießnitz

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Hohenprießnitz liegt an der Bundesstraße 107 zwischen den Städten Eilenburg und Bad Düben. Zudem gibt es nicht klassifizierte Ortsverbindungen nach Noitzsch und Glaucha. Östlich fließt die Mulde am Ort vorbei. Südöstlich von Hohenprießnitz gibt es mit der Personenfähre Gruna einen Übergang auf die andere Muldeseite nach Gruna.

GeschichteBearbeiten

 
Schloss Hohenprießnitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker
 
Schlosspark

Bereits 977 gab es hier ein Hofgut in königlichem Besitz, das Otto II. in diesem Jahr der Stiftskirche zu Merseburg schenkte. Später befand sich an dem Ort ein Rittergut, das nacheinander im Besitz verschiedener Adelsfamilien war, zuletzt die Grafen von Hohenthal (1724 bis zur Enteignung 1945). Das Schloss, eine dreiflügelige barocke Anlage nach französischen Vorbildern, wurde 1699 unter Baron Anton Albrecht von Imhoff begonnen.[1]

Hohenprießnitz gehörte bis 1815 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Eilenburg.[2] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Ort zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1952 gehörte.[3]

Im Zuge der zweiten Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Hohenprießnitz dem Kreis Eilenburg im Bezirk Leipzig angeschlossen, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging.[4] Am 1. Januar 1999 wurde Hohenprießnitz nach Zschepplin eingemeindet.[5]

Eine bayerische Unternehmerfamilie erwarb 2011 das Schloss und weihte 2014 das renovierte Haupthaus ein.[6]

2011 gründete sich der Verein Atmaseva, der sich durch die spirituellen Lehren von Sathya Sai Baba anregen lässt. Er erwarb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes.[7]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1818 559
1895 483
1925 598
1939 795
1946 883
1950 799
1964 1011
1990 942

Die Einwohnerzahl von Hohenprießnitz lag 1818 bei 559. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stieg die Einwohnerzahl um etwas weniger als die Hälfte auf knapp 800. Nach Ende des Krieges steigerte sich die Einwohnerzahl nochmals um 100 Einwohner. Zur Zeit der DDR wuchs die Einwohnerzahl auf über 1.000 im Jahre 1964. 1990 lebten knapp 950 Menschen in Hohenprießnitz.[8]

Sehenswürdigkeiten und TourismusBearbeiten

 
Kirche
 
Fähre
  • Barockschloss mit Park
  • Barocke Chorturmkirche mit dreiseitigem Ostschluss (1737) und neuromanischem Chorturm (1867)
  • Heimatscheune
  • Der Mulderadweg und Lutherweg führt durch den Ort
  • Muldefähre nach Gruna

GedenkstätteBearbeiten

Auf dem Ortsfriedhof befinden sich die Grabstätten von zehn sowjetischen Kriegsgefangenen sowie Frauen und Männern aus der UdSSR, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden.

LiteraturBearbeiten

  • Hans-Joachim Böttcher: Hohenprießnitz - ... von einer gewissen anmutigen Würde ..., in: Still und voll herber Schönheit ... Schlösser und Gärten in der Dübener Heide, Bad Düben 2006, S. 121–136, ISBN 978-3-00-020880-5

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hohenprießnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 12. Juni 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zlb.de
  2. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
  3. Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. Hohenprießnitz im Historischen Ortsverzeichnis Sachsen
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  6. Geschichte des Schlosses
  7. Atmaseva-Verein
  8. Angaben zur Geschichte Hohenprießnitz' im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen