Odžaci

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Оџаци
Odžaci
Wappen von Odžaci
Odžaci (Serbien)
Basisdaten
Staat: Serbien
Provinz: Vojvodina
Okrug: Zapadna Bačka
Koordinaten: 45° 30′ N, 19° 16′ OKoordinaten: 45° 30′ 21″ N, 19° 15′ 51″ O
Höhe: 84 m. i. J.
Einwohner: 9.940 (31. Dezember 2002)
Kfz-Kennzeichen: SO
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Milan Ćuk
Webpräsenz:

Odžaci (serbisch-kyrillisch Оџаци; ungarisch Hódság; deutsch Hodschag) ist eine Stadt im serbischen Okrug Zapadna Bačka, Vojvodina. Sie liegt etwa zehn Kilometer von der Donau entfernt auf einer Meeresspiegelhöhe von 80 bis 88 Metern. Die Stadt hat knapp 10.000 Einwohner. Sie ist Verwaltungssitz der Opština Odžaci mit insgesamt 34.366 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2004).

NameBearbeiten

Der Name Odžaci ist die slawische Mehrzahlform von Odžak. Odžak hat eine zweifache Bedeutung; das aus dem türkischen entlehnte serbische Wort bedeutet Rauchfang und der türkische militärische Fachausdruck Odžak bezeichnet Grenzbesatzung.

Orte der GemeindeBearbeiten

Nachfolgend sind die Orte der Gemeinde mit ihren serbischen, ungarischen und (soweit vorhanden) deutschen Namen aufgelistet:

Serbisch Ungarisch Deutsch
Odžaci (opština) Hódság község Hodschag
Bački Brestovac Szilberek Ulmenau
Bački Gračac Szentfülöp Filipsdorf oder Filipowa
Bogojevo Gombos
Deronje Dernye Dornau
Karavukovo Bácsordas Wolfingen oder Karbok
Lalić Liliomos
Odžaci Hódság Hanfhausen oder Hodschag
Ratkovo Paripás Parabutsch
Srpski Miletić Ráczmilletics Milititsch oder Berauersheim

GeschichteBearbeiten

GründungBearbeiten

Die Stadt wurde zum ersten Mal im Jahre 1522 unter dem ungarischen Namen Kéménd (mit Ofen) erwähnt. Als Folge der Schlacht bei Mohács (1526) gehörte sie für fast 200 Jahre dem Osmanischen Reich an. Im Jahre 1579 wird ein Dorf mit dem Namen Tatar Ocak in osmanischen Quellen erwähnt.

 
Die katholische Kirche St. Michael

1687 kam die Stadt unter habsburgische Herrschaft. Im Jahre 1755 holte Maria Theresia schwäbische Siedler aus dem Schwarzwald ins Land. Insgesamt wurden ca. 300 deutsche Familien in dieser Gegend angesiedelt. Im Jahre 1767 errichteten sie eine katholische Kirche (St. Michael) im Barockstil.

1813 wird von 4.344 Einwohnern in 704 Häusern berichtet. Davon sprachen 3.798 deutsch, 460 ungarisch, 45 slowakisch und 29 serbisch. 4.224 waren katholisch, 37 calvinistisch, 34 lutherisch, 32 griechisch-orthodox und acht jüdisch.

Zwischen den WeltkriegenBearbeiten

Durch den Vertrag von Trianon kam Odžaci als Folge des Ersten Weltkriegs im Jahre 1920 zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, dem späteren Königreich Jugoslawien. Im Jahre 1919 wurde der erste lokale Fußballklub gegründet.

Zweiter WeltkriegBearbeiten

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die deutschsprachige Bevölkerung zum größten Teil vertrieben, im Massaker von Hodschag ermordet oder in Gefangenenlagern interniert. Auch Hodschag selbst wurde zeitweise als Internierungslager genutzt.

Nach dem Zweiten WeltkriegBearbeiten

Seit dem Krieg hat sich die ethnische Zusammensetzung deutlich verändert; es erfolgte ein Zuzug von serbischen Siedlern aus dem Süden Serbiens in die von deutschstämmigen Bewohnern verlassenen Gebiete.[1]

Im Jahre 2006 wurde am Stadtrand ein Denkmal für die ermordeten Donauschwaben von Hodschag eingeweiht. Auch der alte Friedhof und die dazugehörige Kapelle wurden mit Spenden ehemaliger Bürger aus Deutschland und Österreich restauriert.[2]

EthnienBearbeiten

Zusammensetzung der Bevölkerung nach ethnischer Herkunft laut der Volkszählung von 2002:

PersönlichkeitenBearbeiten

Orthodoxe Kirche in OdžaciBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Webseite der Gemeinde Odžaci: "History"(englisch)
  2. Klaus-Jürgen Hermanik, Deutsche und Ungarn im südöstlichen Europa: Identitäts- und Ethnomanagement (Wien 2017), S. 283.

WeblinksBearbeiten

Commons: Odžaci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien