Hochschwab

Berg in den Alpen

Der Hochschwab in der Obersteiermark ist mit 2277 m ü. A. der höchste Berg der Hochschwabgruppe, eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen in der Steiermark.

Hochschwab
2008-07-29 Hochschwab von Seewiesen, Austria.jpg

Hochschwab mit Südwand von der Oberen Dullwitz (Osten)

Höhe 2277 m ü. A.
Lage Steiermark, Österreich
Gebirge Hochschwabgruppe
Dominanz 38,8 km → Hochtor
Schartenhöhe 1051 m ↓ Präbichl
Koordinaten 47° 37′ 5″ N, 15° 8′ 32″ OKoordinaten: 47° 37′ 5″ N, 15° 8′ 32″ O
Hochschwab (Steiermark)
Gestein Wettersteinkalk
Alter des Gesteins LadiniumKarnium
Normalweg über die Aflenzer Staritzen (unschwierig)

TopographieBearbeiten

Das Schaustück des Hochschwabs ist seine mächtige plattige Südwand, die sich in einer Breite von fast zwei Kilometern und einer Höhe von bis zu 300 Metern über dem Trawiessattel und den dort zusammentreffenden Tälern Trawiestal (im Südwesten) und Obere Dullwitz (im Südosten) aufbaut. Durch die Südwand führen Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden.

Aus westlicher und östlicher Richtung präsentiert sich der Hoschwab-Gipfel als eine flache Fels-/Rasenkuppe, die vom Schiestlhaus (2153 m ü. A.) im Nordosten in etwa einer halben Stunde und über die Hochfläche im Westen (Biwakschachtel Fleischerhütte[Anm. 1][1][2]) einfach erstiegen werden kann. Das Schiestlhaus kann von Seewiesen (974 m ü. A.) im Osten am Fuße des Steirischen Seebergs über das Seetal, die Untere Dullwitz zur Voisthaler Hütte, die Obere Dullwitz und den Graf-Meran-Steig oder den Jägermayersteig erreicht werden, aber auch von Norden, von Weichselboden im Salzatal. Vom Ilgener Tal im Westen kommend führt ein Weg durch das Trawiestal und danach hinauf zur Quelle G'hacktbrunn. Von dort führt ein einfacher, mit Treppen und Seilen versicherter Klettersteig durch das G'hackte, eine steile Felsrinne an der Südflanke des G'hacktkogels, zur Biwakschachtel Fleischerhütte.[3]

Über den Gipfel verlaufen der Nord-Süd-Weitwanderweg 05, welcher hier seinen höchsten Punkt erreicht, sowie der Nordalpenweg 01 und damit auch die Europäischen Fernwanderwege E6 und E4.

UnfälleBearbeiten

Hochschwab-Tragödie 1937Bearbeiten

Am 9. Mai 1937 stürzte eine Bergsteiger-Seilschaft, bestehend aus Ulrich Sild (1911–1937), Walter Mittelholzer (1894–1937) und Liselott Kastner (*? - † 1937), geborene Lorenz, in der Südwestwand der Stangenwand ab. Ursache war vermutlich Steinschlag.[4][5]

Hochschwab-Tragödie 1988Bearbeiten

Anfang November 1988 kam es am Hochschwab zu einer Bergtragödie, welche die bis dahin größte Suchaktion der steirischen Bergrettung auslöste. Eine siebenköpfige Gruppe war zwei Tage und Nächte bei Stürmen und eisigen Temperaturen in rund 2000 Metern Seehöhe gefangen. Trotz des Einsatzes von 150 Alpingendarmen und Bergrettern sowie fünf Hubschraubern konnten fünf der Personen nur noch tot geborgen werden, die anderen beiden überlebten mit schweren Verletzungen.[6]

LiteraturBearbeiten

  • August von Böhm: Führer durch die Hochschwab Gruppe. 1. Auflage. 1881. (2. Auflage, 1896)
  • Eduard Mayer, Ludwig Obersteiner: Hochschwabführer. 1. Auflage. 1922. (2. Auflage, 1932)
  • Liselotte Buchenauer: Hochschwab. 1960. (1974, ISBN 3-7011-7044-4)
  • Günter Auferbauer, Norbert Hausegger: Der Hochschwab im Winter. 1971.
  • Peter Rieder: Hochschwab. Alpenvereinsführer. 2. Auflage. Bergverlag Rother, 1976, ISBN 3-7633-1216-1.
  • Günter und Luise Auferbauer: Hochschwab. Alpenvereinsführer. Bergverlag Rother, 1990, ISBN 3-7633-1261-7.
  • Hans Hödl, Norbert Hausegger: Der Hochschwab, Bergsteiger von einst erzählen. Verlag Styria, 1993, ISBN 3-222-12219-9.
  • Fritz Bayerl, Karl und Inge Friedl, Anton Lenger: Alpenregion Hochschwab. 2. Auflage. Verlag G. Höller, 2001, ISBN 3-85226-092-2.
  • Rudolf Ägyd Lindner: Hochschwab. 2. Auflage. Weishaupt, 2002, ISBN 3-900310-26-2.
  • Hans Hödl: Wandererlebnis Hochschwab & Hohe Veitsch. 2003, ISBN 3-85326-130-2.
  • Ewald Putz: Hochschwab, Der Berg, Das Wasser, Die Menschen. Verlag Ch. Brandstätter, 2004, ISBN 3-85498-325-5.
  • Günter und Luise Auferbauer: Hochschwab. Rother Wanderführer. 5. Auflage. 2009, ISBN 978-3-7633-4189-4.
  • Norbert Hausegger: Hochschwab, Das Steirische Gebirg. blurb, 2015.
  • Erich Heidenbauer: Zauber des Hochschwab – Die schönsten Fototouren. 2015, ISBN 978-3-200-04172-1.
  • Hans Hödl: Der Hochschwab – Die abenteuerlichen Berichte der Erstbesteiger. 2017, ISBN 978-3-99024-707-5.

AnmerkungenBearbeiten

  1. Schutzhaus Fleischerhütte am 28. Mai 1928 vollständig abgebrannt. Siehe: Allerlei. Brand einer Schutzhütte am Hochschwab. In: Badener Zeitung. 6. Juni 1928, S. 5, unten links anno.onb.ac.at

WeblinksBearbeiten

Commons: Hochschwab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Touristisches. Die Fleischerhütte auf dem Hochschwab. Badener Zeitung, 31. Oktober 1928, S. 4, Mitte rechts anno.onb.ac.at
  2. Touristik. Die neue Fleischer-Hütte. In: Badener Zeitung. 1. November 1929, S. 8, unten links anno.onb.ac.at
  3. Hochschwabperlen. In: alpenverein.a. Abgerufen am 29. Juni 2022.
  4. Uli Sild, in: Österreichische Alpenzeitung, Folge 1182, Juni 1937, S. 142–145.
  5. Historisches Alpenarchiv der Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol, Personenmappe Uli Sild, Signatur: DAV PER 1 SG/2041/0 (PDF-Datei; 859 kB), auf: historisches-alpenarchiv.org, abgerufen am 15. November 2017.
  6. 7 Alpinisten zwei Tage vermisst