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Hochschularbeitsgemeinschaften für Raumforschung

In den Monaten nach der Gründung der nationalsozialistischen Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung (im Dezember 1935) wurden an vielen Hochschulen die ihr zugeordneten Hochschularbeitsgemeinschaften für Raumforschung (HAG) aufgebaut. Die Hochschularbeitsgemeinschaften dienten der Kopplung von Wissenschaft und Politik.

GründungsphaseBearbeiten

In einem Erlass vom Februar 1936 verpflichtete sich Wissenschaftsminister Bernhard Rust entsprechende Arbeitsgemeinschaften an den Hochschulen zu gründen. Diese AGs setzten sich durch Professoren und Dozenten verschiedener Fachdisziplinen zusammen (Geographie, Agrarwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Bevölkerungswissenschaften, Verkehrswissenschaft, Forstwissenschaften, Wasserbau u. a.):

"Umgehend wollte Rust von den Hochschulrektoren einen Überblick über die bisherigen Arbeiten zu 'Raumforschung und Planung' sowie Vorschläge über geeignete Leiter für die Arbeitsgemeinschaften sehen. 'Die Leitung der Arbeitsgemeinschaft liegt in der Hand eines geeigneten Dozenten, der auf Vorschlags des Rektors (Direktors) von dem von mir bestellten kommissarischen Obmann der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung, Professor Dr. Konrad Meyer, ernannt wird."[1]

Damit war dem Multifunktionär Konrad Meyer auch bei der Ernennung der Leiter der Hochschularbeitsgemeinschaften eine Schlüsselposition zugekommen.

ZielsetzungenBearbeiten

Die Hochschularbeitsgemeinschaften dienten der gemeinsamen Umsetzung ns-spezifischer Raumplanungsziele. Die Hochschularbeitsgemeinschaften galten als Vertretung der Reichsarbeitsgemeinschaft (RAG) an den einzelnen Hochschulen. Beteiligte NS-Funktionäre definierten die politische Funktion der Arbeitsgemeinschaften in sehr allgemein gehaltener Form:

„Der Grundgedanke der Hochschularbeitsgemeinschaft ist es, die wissenschaftlichen Kräfte in der Mannigfaltigkeit der Disziplinen zur Aufgabe der Gestaltung des zugeordneten Raumes zusammenzufassen. Damit arbeitet die Hochschule zugleich an der unmittelbaren Lebensbewältigung des Raumes mit.“[2]

Die Zahl der Hochschularbeitsgemeinschaften stieg von etwa vierzig im Jahr 1936 auf einundfünfzig im Jahr 1941:

"Damit besaß die RAG eine flächendeckende Struktur von Hochschularbeitsgemeinschaften, die das gesamte Reichsgebiet bearbeiteten, Material und Daten erfaßten und es z. T. in Karten darstellten. Kerngegenstand der Arbeit in den Hochschulen war besonders die eigene Region."[3]

Zusätzlich wurden 7 Landesarbeitsgemeinschaften für Raumforschung durch die RAG gebildet: Gruppe Niedersachsen, Gruppe Nord, Gruppe Ost, Gruppe Südost, Gruppe Südwest, Gruppe West, Gruppe Mitteldeutschland.[4]

Eine Hochschularbeitsgemeinschaft konnte dutzende Professoren und Mitarbeiter umfassen.[5]

Die RAG vergab Fördergelder für Forschungsprojekte, die die Hochschularbeitsgemeinschaften initiierten. Formal reklamierte die RAG: „Der Leiter der Hochschularbeitsgemeinschaft ist für die RAG die erste und wichtigste Gutachterinstanz.[6] Dem Obmann der RAG kam aber immer auch eine entscheidende Rolle zu. In den Jahren 1936 bis 1939 gab die RfR über die RAG rund 1,43 Millionen Reichsmark für Raumforschung aus.[7]

Die Hochschularbeitsgemeinschaften waren mit den 23 regionalen Landesplanungsgemeinschaften organisatorisch verbunden, die wiederum der Reichsstelle für Raumordnung verantwortlich waren.

Die Hochschularbeitsgemeinschaften wurden nach dem nationalsozialistischen Führerprinzip aufgebaut, auch ihre grundsätzlich regionale Ausrichtung wurde auf zentralistische Zwecke des NS-Führerstaats gelenkt:

„Die Raumforschung stellt die Hochschulen wieder bewußt in die konkrete Landesforschung hinein, wobei naturgemäß immer im Auge behalten werden muß, daß die einzelnen Hochschulen niemals nur Landes- oder Gauanstalten sind, weil die Wissenschaft der politischen Führung nur unmittelbar zugeordnet sein kann.“[8]

Frühzeitig wurden die Hochschularbeitsgemeinschaften aufgefordert, in- und ausländische Literatur zur Raumordnung/-planung wahrzunehmen (ab Mai 1936), um den Aufbau einer Zentralbibliographie zu fördern. In der RAG-Zeitschrift "Raumforschung und Raumordnung" wurden thematische Schwerpunkte der Planungsliteratur und Auslandsforschung aus England, USA und Frankreich registriert.[9]

Hochschularbeitsgemeinschaften und ihre LeiterBearbeiten

Ein Überblick über sämtliche Besetzungen der Leitungspositionen der Arbeitsgemeinschaften liegt für die Jahre 1942 und 1943 vor. Die RAG-Zeitschrift "Raumforschung und Raumordnung" berichtete über die Hochschularbeitsgemeinschaften in eigenen Rubriken ("Aus der Forschung" und "Aus den Hochschularbeitsgemeinschaften").

Von den 51 Leitern waren zu den Zeitpunkten der Erhebungen der „RuR“ nur acht wegen Wehrdienst nicht an den Hochschulen (betraf Jeserich, Kritzler, Flörke, Lemmel, Egner, Hoffmann, Saure und zeitweise Bebermeyer). Personelle Umbesetzungen waren an insgesamt vier Hochschulen (Universität Bonn, Bergakademie Freiberg, HHS Königsberg, Universität München) vorgesehen:

Hochschularbeitsgemeinschaften und ihre Leiter in den Jahren 1942/43

Hochschule Leiter der Hochschularbeitsgemeinschaft Stellvertreter
1. TH Hochschule Aachen Hermann Roloff (ab 1943)[10] Robert Hans Wentzel
2. Universität Berlin Kurt G.A. Jeserich[11] Hans Weigmann[12]
3. TH Berlin Gerhard Jobst[13]
4. Wirtschaftshochschule Berlin Horst Jecht[14] (bis 1942) Walter Weddigen[15]
5. Universität Bonn Rauch[16]

ab 1943: Heinrich Freiherr von Stackelberg

Mathias Ernst Kamp
6. TH Braunschweig Kritzler[17] Ludwig Leichtweiß
7. Universität Breslau Hans-Jürgen Seraphim[18]
8. TH Breslau Louis Jänecke Walter Hartleb[19]
9. TH Brünn Camillo Worliczek
10. Berg-Akademie Clausthal-Zellerfeld Friedrich Buschendorf[20]
11. TH Danzig Friedrich Flörke Karl August Hoepfner
12. TH Darmstadt Max Muss[21]
13. TH Dresden Adolf Muesmann[22] Heinrich Heiser
14. Forstliche Hochschule Eberswalde Hans Lemmel[23] Friedrich Bülow
15. Universität Erlangen Rudolf Stucken[24] Horst Wagenführ
16. Universität Frankfurt/M. Erich Egner[25] Heinz Sauermann
17. Bergakademie Freiberg Walter Hoffmann

ab 1943: Richard Pfalz

Karl Kegel
18. Universität Freiburg Friedrich Metz[26]

ab 1943: Friedrich Maurer

19. Universität Gießen ab 1939: Fritz Klute[27]
20. Universität Göttingen Arthur Schürmann[28]
21. Universität Graz Armin Dadieu[29] Mayer
22. Universität Greifswald Hermann Lautensach[30]
23. Universität Halle Hellmuth Wolff[31]
24. Universität Hamburg Paul Schulz-Kiesow[32]
25. TH Hannover Otto Leonhard Blum[33]
26. Tierärztliche Hochschule Hannover Hans Butz[34]

ab 1943: Uhden

Siegfried Strugger
27. Universität Heidelberg Ernst Schuster[35] Ernst Plewe
28. Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim Erhard Jung[36] Paul Hesse
29. Universität Innsbruck Kintzl (Hans Kinzl)
30. Universität Jena Joachim Heinrich Schultze[37] Asmus Petersen[38]
31. TH Karlsruhe Roman Friedrich Heiligenthal[39]

ab 1943: Fricke

Fricke (ab 1943: Goerg)
32. Universität Kiel Andreas Predöhl[40]
33. Universität Köln Bruno Kuske[41] Theodor Wessels
34. Universität Königsberg Hans-Bernhard von Grünberg[42]
35. Handelshochschule Königsberg Erwin Scheu (ab 1943)[43] 1942: Erwin Scheu
36. Universität Leipzig Erich Dittrich[44] ab Sommer 1942: Rudolph Reinhard[45]
37. Handelshochschule Leipzig Karl C. Thalheim[46]
38. Universität Marburg Bernhard Martin[47]
39. Universität München Carell (bis 1942)[48] 1943: Umbesetzung.
40. TH München Lutz Pistor[49] Otto Eberhard Heuser
41. Universität Münster Müller[50]
42. Hindenburg-Hochschule Nürnberg Karl Seiler
43. Universität Posen Walter Geisler
44. Hochschulen Prag Wilhelm Saure

ab 1943: Hans Spreitzer

Hans Spreitzer (ab 1940)[51]

ab 1943 Vertreter:

Karl Valentin Müller

45. Universität Rostock Heinrich Niehaus[52]
46. TH Stuttgart Carl Pirath[53] Hermann Ellinghaus
47. Universität Straßburg Gerhard Mackenroth
48. Forstliche Hochschule Tharandt Kurt Mantel
49. Universität Tübingen Gustav Bebermeyer[54] Hermann von Wißmann
50. Hochschulen Wien Hugo Hassinger (ab 1939)[55]
51. Universität Würzburg Georg Schenk[56] Günther Just

Quellen: „Raumforschung und Raumordnung“ Bd. 6, 1942, S. 231 und Bd. 7, 1943, S. 127 und Venhoff 2000, S. 19f.

Die nur für das Jahr 1936 aufgeführte Hochschularbeitsgemeinschaft an der Forstlichen Hochschule Hannoversch-Münden leitete Josef Köstler.

Es wurden auch Massenerhebungen angefertigt. Studierende wurden zur Mitarbeit an den Untersuchungen der Hochschularbeitsgemeinschaften verpflichtet. Weitgehend ungeklärt ist, ob und ggf. wie einzelne Hochschullehrer die Raumforschung auch zur Deckung eigener Widerstandsaktivitäten nutzten.

Einige Hochschularbeitsgemeinschaften wurden bis in die 1950er Jahre, in Einzelfällen bis in die 1970er Jahre weitergeführt. So war Karl Heinrich Olsen (Präsident der ARL 1960–1965) Mitglied der Hochschularbeitsgemeinschaft an der TH Braunschweig.[57] Der Wasserbauingenieur Erwin Marquardt war von 1950 bis 1952 Leiter der Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung an der TH Stuttgart.[58] Der Agrarsoziologe Herbert Morgen, zuvor im agrarpolitischen Institut bei Konrad Meyer (auch Leiter des Stabshauptamtes 'Planung und Boden' des RKF) tätig, war nach 1945 Mitglied der Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung und Landesplanung Wilhelmshaven.

LiteraturBearbeiten

  • Mechtild Rössler: Die Institutionalisierung einer neuen „Wissenschaft“ im Nationalsozialismus. Raumforschung und Raumordnung 1933–1945. In: Geographische Zeitschrift. Bd. 75, Nr. 3, 1987, S. 177–193, JSTOR 27818463.
  • Mechtild Rössler: „Wissenschaft und Lebensraum“. Geographische Ostforschung im Nationalsozialismus. Ein Beitrag zur Disziplingeschichte der Geographie (= Hamburger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte. 8). Dietrich Reimer, Berlin u. a. 1990, ISBN 3-496-00394-4.
  • Mechtild Rössler, Die Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung. In: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): Hochschulalltag im „Dritten Reich“. Die Hamburger Universität 1933–1945. Teil 2: Philosophische Fakultät. Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät (= Hamburger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte. 3, 2). Dietrich Reimer, Berlin u. a. 1991, ISBN 3-496-00867-9, S. 1035–1048.
  • Michael Venhoff: Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung (RAG) und die reichsdeutsche Raumplanung seit ihrer Entstehung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 (= Arbeitsmaterial der ARL. 258). ARL, Hannover 2000, ISBN 3-88838-658-6.
  • Uwe Mai: „Rasse und Raum“. Agrarpolitik, Sozial- und Raumplanung im NS-Staat. Schönigh, Paderborn u. a. 2002, ISBN 3-506-77514-6 (Zugleich: Berlin, Technische Universität, Dissertation, 1998).
  • Ariane Leendertz: Ordnung schaffen. Deutsche Raumplanung im 20. Jahrhundert (= Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. 7). Wallstein, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0269-3 (Zugleich: Tübingen, Universität, Dissertation, 2006).
  • Leo Haupts: Lebensraum im Westen. Der Beitrag der Universität zu Köln speziell in der „Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung“. In: Gertrude Cepl-Kaufmann, Dominik Groß, Georg Mölich (Hrsg.): Wissenschaftsgeschichte im Rheinland unter besonderer Berücksichtigung von Raumkonzepten (= Studien des Aachener Kompetenzzentrums für Wissenschaftsgeschichte. 2). kassel university press, Kassel 2008, ISBN 978-3-89958-407-3, S. 75–106.
  • Hansjörg Gutberger: Raumentwicklung, Bevölkerung und soziale Integration. Forschung für Raumplanung und Raumordnungspolitik 1930–1960. Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-15129-4.
  • Hansjörg Gutberger: Volk, Raum und Sozialstruktur. Sozialstruktur- und Sozialraumforschung im "Dritten Reich". Lit-Verlag, Münster u. a. 1996, ISBN 3-8258-2852-2.
  • Marc Engels: Die „Wirtschaftsgemeinschaft des Westlandes“. Bruno Kuske und die wirtschaftswissenschaftliche Westforschung zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik, Shaker Verlag, Aachen 2007 (=Aachener Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 4), ISBN 978-3-8322-6642-4.
  • Wolfgang Istel: Wurzeln und Entwicklung der Landesplanung in Bayern bis 1945. Von der Stadterweiterungsplanung zur flächendeckenden Reichs- und Landesplanung. Bayreuth 1993: Univ. Lehrstuhl Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung (Arbeitsmaterialien zur Raumordnung und Raumplanung, 124).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Ariane Leendertz: Ordnung schaffen. Deutsche Raumplanung im 20. Jahrhundert. Wallstein Verlag, Göttingen 2008, S. 116 f.
  2. Paul Ritterbusch zit. in: Fi. : Aus den Hochschularbeitsgemeinschaften. Bericht über die Sitzung der Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung an der Universität Greifswald am 4. Juni 1943. In: "Raumforschung und Raumordnung" 7. Bd. (1943), S. 168.
  3. Michael Venhoff: Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung (RAG) und die reichsdeutsche Raumplanung seit ihrer Entstehung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945. ARL, Hannover 2000, S. 20.
  4. Chronik Bau und Raum, hrsg. vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Tübingen, Berlin 2007, S. 301.
  5. So führt Ulrich Heß für die HAG an der vergleichsweise kleinen Leipziger Universität über 30 Personen auf (vgl. Ulrich Heß: Landes- und Raumforschung in der Zeit des Nationalsozialismus. In: Comparativ 5 Jg. (1995), Heft 4, S. 68).
  6. Siehe Richtlinien über die Verwendung der Forschungsmittel der Reichsarbeitsgemeinschaft vom 1. April 1939, I. Forschungsmittel 2, S. 2, in Bundesarchiv R153/1191 (zit. nach Gutberger 2017, S. 94)
  7. Hansjörg Gutberger: Raumentwicklung, Bevölkerung und soziale Integration. Forschung für Raumplanung und Raumordnungspolitik 1930-1960. Springer VS, Wiesbaden 2017, S. 87.
  8. Paul Ritterbusch zit. in: Fi.: Aus den Hochschularbeitsgemeinschaften. Bericht über die Sitzung der Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung an der Universität Greifswald am 4. Juni 1943. In: "Raumforschung und Raumordnung" 7. Bd. (1943), S. 168.
  9. Michael Venhoff: Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung (RAG) und die reichsdeutsche Raumplanung seit ihrer Entstehung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945. Hannover: ARL 2000 (=Arbeitsmaterial / Akademie für Raumforschung und Landesplanung. 258), S. 56.
  10. Im Jahr 1936: Otto Gruber. Zur HAG Aachen auch: Marc Engels: Die „Wirtschaftsgemeinschaft des Westlandes“. Bruno Kuske und die wirtschaftswissenschaftliche Westforschung zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik, Shaker Verlag, Diss. RWTH Aachen 2007 (=Aachener Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 4); Moritz Wild: Architekturlehre und Städtebau der zwanziger bis fünfziger Jahre im Regierungsbezirk Aachen. René von Schöfer (1883-1954). Diss., RWTH Aachen 2017.
  11. Im Jahr 1936: Oskar von Niedermayer. Viel Material zur Berliner HAG und zu Niedermayer, allerdings in fragwürdiger Interpretation, in: Martin Burkert: Die Ostwissenschaften im Dritten Reich. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2000. ISBN 3-447-04304-0. Ab Oktober 1937 übernahm Jeserich bereits die Geschäftsführung der HAG, von Niedermayer blieb aber zunächst noch Leiter der HAG.
  12. Hans Weigmann amtierte als stellv. Leiter ab August 1941, leistete aber 1942 Kriegsdienst. Bevor Weigmann die stellv. HAG-Leitung übernommen hatte amtierten: Harry Goetz (Kommunalwissenschaftliches Institut) bzw. Leo Hilberath (ebenfalls Kommunalwiss. Institut, dann RfR). In: Archiv der Humboldt-Universität R/S 239, Bl. 90–95.
  13. Zur Person Jobst siehe: https://cp.tu-berlin.de/person/1908. Im Jahr 1936 bis zur Übernahme durch Jobst im Jahr 1942 führte Gottfried Feder die HAG (vgl. https://tu-dresden.de/bu/bauingenieurwesen/imb/ressourcen/dateien/forschung/publikationen/monographien/Tagungsband-WillyGehler_screen-version_100dpi.pdf?lang=de).
  14. Im Jahr 1936: Hellmut Wollenweber.
  15. Ab Mai 1944 Leiter der HAG an der Wirtschaftshochschule.
  16. Im Jahr 1936: Arthur Spiethoff.
  17. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  18. Im Jahr 1936: Günter Schmölders.
  19. 1936 in Leitungsfunktion.
  20. Bereits 1936 in Leitungsfunktion. Siehe zur Biographie: https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00052314
  21. Im Jahr 1936: Joseph Tiedemann.
  22. Bereits 1936 in Leitungsfunktion. Zu den Mitarbeitern der HAG Dresden zählte der Ingenieur Wilhelm Geißler (1875–1937).
  23. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  24. Im Jahr 1936: Friedrich Maurer. Zur HAG Erlangen: vgl. Istel 1993, S. 309–311.
  25. Im Jahr 1936: Walter Platzhoff.
  26. Seit Februar 1936 in Leitungsfunktion. Als Leiter der Freiburger HAG wird auch genannt Dr. Gerhard Endriß (1937, vgl. RuR Jg. 1, S. 559) .Stipendiat der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung und Mitglied der Freiburger Hochschularbeitsgemeinschaft war Walter Christaller. Zur Gründungsgeschichte der Freiburger HAG siehe auch: Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945, Verlag Karl Alber, Freiburg, München 2010 (=Freiburger Beiträge zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, NF, Bd. 4), S. 457–461.
  27. Im Jahr 1936: Heinrich Bechtel. Siehe auch Rössler 1990, S. 270.
  28. Der Agrarwissenschaftler Schürmann war gleichzeitig Leiter der niedersächsischen Landesarbeitsgemeinschaft für Raumforschung, die 8 Hochschulen umfasste (vgl. Arthur Schürmann: Die nationalsozialistische Hochschule und Raumforschung. In: Raumforschung und Raumordnung 2. Jg., 1938, S. 487–492).
  29. Vgl. auch https://www.zobodat.at/pdf/BerichteGeolBundesanstalt_109_0001-0121.pdf, S. 12
  30. Bereits 1936 in Leitungsfunktion. Die HAG hatte mit dem Greifswalder "Hochschulkreis" einen Vorläufer; die erste Sitzung der HAG fand im Juni 1936 statt. Zur HAG Greifswald zählten Geographen, Geologen, Bodenkundler, Biologen, Historiker, Volkswirte u. a.: "Die Mitarbeit war freiwillig" (Werner Witt: Geographie, Raumforschung und Landesplanung in Pommern 1881-1945. In: Geographische und historische Beiträge zur Landeskunde Pommerns: Eginhard Wegner zum 80. Geburtstag. Schwerin: Helms, 1998, S. 27–34 (hier: 30). Zur Gründungsgeschichte der HAG auch: Jan Mittenzwei: „Dem Führer entgegenarbeiten“ - NSD-Studentenbund und NSD-Dozentenbund in Greifswald. In: Dirk Alvermann (Hrsg.) „...die letzten Schranken fallen lassen“. Studien zur Universität Greifswald im Nationalsozialismus. Böhlau, Köln 2015, S. 90–128.)
  31. Im Jahr 1936: Emil Woermann.
  32. Bereits 1936 in Leitungsfunktion. Siehe auch Rössler 1991 (Literaturliste)
  33. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  34. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  35. Bereits 1936 in Leitungsfunktion. Zur Heidelberger Hochschularbeitsgemeinschaft siehe auch: Kilian Peter Schultes, Die Staats- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Heidelberg 1934–1946, Universität Heidelberg 2010, S. 353–368.
  36. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  37. 1936–1939: Walter Weddigen (vgl. http://cpr.uni-rostock.de/resolve/id/cpr_person_00003431?_search=8ea10421-f95e-42d3-bf36-f093783a15bd). Nach Weddigen folgte der Geograph Albrecht Burchard (bis 1940), dann Schultze. Zur Gründung der HAG im April 1936 siehe auch: Jürgen John, Rüdiger Stutz: Die Friedrich-Schiller-Universität der NS-Zeit. In: Senatskommission zur Aufarbeitung der Jenaer Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert (Hrsg.): Traditionen - Brüche - Wandlungen. Die Universität Jena 1850 –1995. Böhlau, Köln 2009, S. 515ff.; siehe außerdem: https://www.uni-jena.de/Bereiche/Universitätsarchiv/Bestandsübersicht/Bestandsbeschreibung+Bestand+S+Abt_+XV.html?highlight=Raumforschung%2A
  38. Bis 1939: der Geograph Albrecht Burchard.
  39. Bereits 1936 in Leitungsfunktion. Wenige Hinweise zur HAG Karlsruhe im Rahmen der Aufarbeitung der Kunstgeschichte: vgl. Marlene Angermeyer-Deubner: Das Institut für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Fridericiana in Karlsruhe im Nationalsozialismus 1933-1945. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, 40. Band, Deutscher Kunstverlag, München-Berlin 2003, S. 63–79 (bes. S. 77–79).
  40. Im Jahr 1936: Hermann Bente. Zur Kieler Geographie im NS-Staat, darunter Mitglieder der HAG Kiel, siehe: Patrick Bernhard: „Lebensraumwissenschaft“. Die Kieler Geographen, die NS-Volkstumsforschung und der Traum von einem deutschen Kolonialreich. In: Christoph Cornelissen, Carsten Mish (Hg.): Wissenschaft an der Grenze. Die Universität Kiel im Nationalsozialismus. Klartext, 2. Aufl., Essen 2010, S. 341–358.
  41. Bereits 1936 in Leitungsfunktion. Zu den Mitgliedern der Kölner Hochschularbeitsgemeinschaft zählten u. a. Willy Gierlichs, Leopold von Wiese und Günter Schmölders. Die Kölner HAG soll bis zu 50 Personen umfasst haben (vgl. Leo Haupts: Die "Universitätsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung" und die politische Indienstnahme der Forschung durch den NS-Staat. das Beispiel der Universität zu Köln. In: Rheinische Vierteljahresblätter 68. Jg., (2004, S. 172–200). Viel zur HAG Köln in: Marc Engels: Die „Wirtschaftsgemeinschaft des Westlandes“. Bruno Kuske und die wirtschaftswissenschaftliche Westforschung zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik, Shaker Verlag, Aachen 2007 (=Aachener Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 4), besonders S. 130–210.
  42. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  43. Im Jahr 1936: Hummel.
  44. Im Jahr 1936: Wolfgang Wilmanns. Für die Hochschularbeitsgemeinschaften in Leipzig arbeiteten auch: Hans Freyer, Karl Heinz Pfeffer, Heinrich Schmitthenner, Eugen Sieber, Hans Jürgen Seraphim, Franz Sigl, Adolf Helbok, Rudolf Kötzschke und zahlreiche andere Wissenschaftler. (Ulrich Heß: Landes- und Raumforschung in der Zeit des Nationalsozialismus. In: Comparativ 5, 1995, 4, S. 57–69).
  45. Ulrich Heß: Landes- und Raumforschung in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Leipziger Hochschularbeitsgemeinschaften für Raumforschung (1936-1945/46). In: Comparativ, 5. Jahrgang, Heft 4 ("Region und Regionalität in der Sozialgeschichtes des 20. Jahrhunderts"), 1995, S. 57–69 (hier: 57f., 64f.).
  46. Bereits 1936 in Leitungsfunktion. Für die HAG an der Handelshochschule arbeiteten u. a. Gerhard Menz, Balduin Penndorf, Richard Geith und Wilhelm Hasenack. (Ulrich Heß: Landes- und Raumforschung in der Zeit des Nationalsozialismus. In: Comparativ 5, 1995, 4, S. 67).
  47. Im Jahr 1936: Erwin Baur.
  48. Im Jahr 1936: Fritz Machatscheck. Zu den HAGs in München, ihren Vorläufern und Konkurrenten: vgl. Istel 1993, S. 287–305.
  49. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  50. Im Jahr 1936: Hans Dörries. Zu den Forschungsprojekten der HAG Münster zwischen 1936 und 1939 siehe: Kathrin Baas: Landschaft - Siedlung - Lebensraum. Die Forschungspraxis der Geographen am Beispiel der Universität Münster. In: Flachowsky, Hachtmann, Schmaltz: Ressourcenmobilisierung. Wissenschaftspolitik und Forschungspraxis im NS-Herrschaftssystem. Göttingen 2016, S. 197–229 (hier: 208–210); Gutberger 2017; Wilhelm Müller-Wille, Elisabeth Bertelsmeier: Die Geographie in Münster. In: Heinz Dollinger (Hrsg.): Die Universität Münster 1780–1980. Aschendorff, Münster 1980, S. 481–490.
  51. Vgl. Rössler 1990, S. 274.
  52. Im Jahr 1936: Hans Weigmann.
  53. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  54. Bereits 1936 in Leitungsfunktion.
  55. Rössler 1990, S. 269. Nach Gutberger zählte auch der Rechts- und Staatswissenschaftler Adolf Günther zu den Leitern der HAG an der Universität Wien (vgl. Gutberger 1996, S. 78, 162). Zur Wiener Raumforschung auch: Petra Svatek: "Das südöstliche Europa als Forschungsraum". Wiener Raumforschung und "Lebensraumpolitik". In: Flachowsky, Hachtmann, Schmaltz: Ressourcenmobilisierung. Wissenschaftspolitik und Forschungspraxis im NS-Herrschaftssystem. Göttingen 2016, S. 82–120.
  56. Im Jahr 1936: Reinhold Brenneisen. Vgl. auch Istel 1993, S. 305–308. Zur Würzburger HAG gehörte auch Ludwig-Schmidt-Kehl. Brenneisen leitete später, nun an der Reichsuniversität Posen, den Arbeitskreis für Ostwirtschaft innerhalb der Arbeitsgemeinschaft für Ostsiedlung (vgl. Rudi Goguel: Über die Mitwirkung deutscher Wissenschaftler am Okkupatiponsregime in Polen im zweiten Weltkrieg, untersucht an drei Institutionen der deutschen Ostforschung. Humboldt-Universität Berlin, Philosophische Fakultät, phil. diss. 1964, S. 73.)
  57. Siehe auch: Friedrich Ziemmermann (Hrsg.): Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung an der Technischen Universität Braunschweig Veröffentlichungen 1973; Heinrich Habekost (Hrsg.): Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung an der Technischen Universität Braunschweig Veröffentlichungen.
  58. Akademie für Raumforschung und Landesplanung: 50 Jahre ARL in Fakten. Hannover: ARL 1996, S. 204, 220.