Hochland SE

deutscher Lebensmittelhersteller im Allgäu, einer der größten Käseproduzenten in Europa

Die Hochland SE mit Sitz in Heimenkirch im Allgäu ist ein deutscher Nahrungsmittelhersteller in Familienbesitz und gehört zu den größten privaten Käseherstellern in Europa.

Hochland SE

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Rechtsform Europäische Aktiengesellschaft
Gründung 1927
Sitz Heimenkirch, Deutschland
Leitung Peter Stahl (Vorstandsvorsitzender), Hubert Staub, Thomas Brunner
Mitarbeiterzahl 5.238 (2019)
Umsatz 1,60 Mrd. Euro (2019)[1]
Branche Nahrungsmittelproduktion
Website www.hochland-group.com

Hochland-Werk in Heimenkirch

GeschichteBearbeiten

Georg Summer und Robert Reich gründeten 1927 in Goßholz bei Lindenberg das Hochland-Käsewerk. Erstes Erzeugnis war ein 2 kg schwerer Emmentaler-Schmelzkäseblock. 1931 wurde die Firmenzentrale nach Heimenkirch verlegt. Seit 1973 ist Hochland offizieller Partner und Käselieferant von McDonald's Deutschland. Der im Jahr 2006 übernommene Schweizer Käsehersteller Fromalp wurde 2010 an Emmi verkauft.

Im Januar 2017 hat Hochland den US-amerikanischen Frischkäse-Produzenten Franklin Foods Inc. übernommen. Dieser war im Jahr 2016 mit einem Umsatz von rund 140 Mio. USD drittgrößte Frischkäsehersteller in den USA.[2]

AktivitätenBearbeiten

Hochland ist Marktführer bei Schmelzkäse in Deutschland mit einem Marktanteil von 22 % (Stand 2008).[3] Der Absatz belief sich 2017 auf ca. 348.000 t. Der Geschäftsbereich Weichkäse wird durch den 1978 übernommenen französischen Hersteller Fromagerie Henri Hutin (FHH) repräsentiert; neben seiner Hauptmarke Valbrie produziert FHH auch Handelsmarken. Der Vertrieb und die Vermarktung von Hochland-Käse unter Handelsmarken erfolgt durch die Tochterfirma Bonifaz Kohler GmbH.

Seit 1974 werden auch Maschinen zur Schmelzkäseherstellung bei der Tochterfirma Natec hergestellt.

Im Jahr 2015 gründete Hochland die Gesellschaft E.V.A. GmbH, die vegane Alternativen zu Käse- und Milchprodukten produziert. Die Produktionsstätte ist in Oberreute angesiedelt. Die Produkte werden unter dem Handelsnamen "Simply V" vertrieben.[4]

StandorteBearbeiten

Neben Heimenkirch befinden sich weitere Standorte, zum Teil mit Produktionsstätten, in Schongau (Deutschland), Dieue-sur-Meuse (Frankreich), Barcelona (Spanien), Kaźmierz, Węgrów (jeweils Polen), Bukarest, Sighișoara, Sovata (jeweils Rumänien), in Raos (im Ramenski rajon nahe Moskau), Prochorowka und seit Ende 2017 in Belinski (jeweils Russland). Tochtergesellschaften in Amol (Iran) und in der Ukraine wurden zwischenzeitlich verkauft bzw. geschlossen.

2008 übernahm Hochland die Grünland-Käsereiwerke inklusive aller Rechte an der Marke „Grünländer“ in Kempten (Allgäu). „Grünländer“ belegte damals den zweiten Platz im Umsatzranking aller Marken im deutschen Hart- und Schnittkäsesegment. Ende 2010 wurde dieses Werk von Hochland daraufhin geschlossen und liegt seither brach. In die Standorte Schongau und Heimenkirch wurden von den 80 Mitarbeitern im Werk Kempten nur sechs übernommen.

Hochland wird von der im Besitz der Gründerfamilien befindlichen HOCHLAND Holding GmbH & Co. KG mit Sitz in Heimenkirch kontrolliert.

Marken (Auswahl)Bearbeiten

Herstellermarken:

  • „Almette“
  • „Grünländer“ (Übernahme dieser Marke mit dem aufgelösten Grünland-Käsereiwerk in Kempten)
  • „Hochland“
  • „Patros“, Weißkäse und Feta
  • „Valbrie“
  • „Gervais“ (wird durch die Molkerei Danone in Rosenheim hergestellt)[5]

Handelsmarken: (teilweise Dachmarken, weitere Sorten werden von anderen Herstellern produziert)

  • „Roi de Trefle“, Brie (Aldi Süd; produziert von Fromagerie Henri Hutin)
  • „Couronne“, Brie (Plus; ebenso von FHH)
  • „Alpenmark“ Kräuterfässchen (Aldi Süd), Schmelzkäse (Aldi Nord)
  • „Hofmaier“, Räucherkäse
  • „Devinos“, in Salzlake gereifter Käse (Aldi Süd)
  • „Devina“, Hirtenkäse (Aldi Nord)
  • „Milbona“, in Salzlake gereifter Käse (Lidl)
  • „Mitakos“, in Salzlake gereifter Käse (Penny)

KritikBearbeiten

Im Jahr 2020 erhielt das Unternehmen für die Marke Grünländer den Negativpreis Goldener Windbeutel. Kritisiert wurden hierbei der Werbespruch „Milch von Freilaufkühen“, der für Kühe in Stallhaltung steht, und die naturnah gestaltete Verpackung.[6] Das Unternehmen lehnte die Annahme des Preises unter anderem mit der Begründung, dass sich der Werbespruch auf die Nichtanwendung der Anbindehaltung beziehe und sich die Tiere innerhalb des Stalls bewegen können, ab.[7]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hochland: Hochland Geschäftsbericht 2019. In: hochland-group.com. 2020, abgerufen am 13. Mai 2020.
  2. Lebensmittelpraxis: Übernahme von Franklin Foods Abgerufen am 29. Januar 2017.
  3. Lebensmittel Zeitung vom 18. April 2008.
  4. Hochland gründet eigene Gesellschaft für vegane Produkte | Markenartikel. Abgerufen am 13. Oktober 2020.
  5. Lebensmittel Zeitung vom 23. November 2012.
  6. Hochland für Käse aus „Milch von Freilaufkühen“ ausgezeichnet. Stuttgarter Zeitung. 8. September 2020
  7. Statement Hochlands. foodwatch.org. Abgerufen am 22. September 2020.

Koordinaten: 47° 37′ 41″ N, 9° 54′ 23″ O